Aktienanalyse selber machen Teil 1 – Warum ich sie erlernen will

Dieses soll der erste Teil einer Blogreihe werden, die sich mit dem Thema Aktienanalyse beschäftigt. An sich bin ich passiver Investor und betreibe keine Aktienanalyse. Deshalb soll es im ersten Teil darum gehen, warum ich die Aktienanalyse trotzdem in der Tiefe erlernen möchte. Die weiteren Teile der Blogreihe werden sich um einzelne Bereiche der Aktienanalyse drehen und wie ich diese für mich angehen werde. Möchtest du dir also das Werkzeug der Aktienanalyse oder Unternehmensbewertung aneignen, dann folge mir auf diesem Weg.

Aktienanalyse selber machen Teil 1 – Warum ich sie erlernen will

Meine bisherige Anlagestrategie

Beim Thema Aktien bin ich bisher überzeugter passiver Investor. Zudem bin ich einkommensorientiert. Ich investiere also in ETFs, die besonderen Augenmerk auf Hochdividendentitel und Dividendenaristokraten legen. In diese ETFs investiere ich dann passiv über Sparpläne. Nachdem ich diese einmal eingerichtet waren, musste ich mich danach nicht mehr viel damit beschäftigen.

Warum ich trotzdem Aktien analysieren möchte

Auch wenn ich mich bisher nicht mehr viel mit meinen Aktieninvestments beschäftigen musste, heißt das nicht, dass ich mich nicht damit beschäftigen möchte. Sprich ich möchte gern die Aktienanalyse möglichst professionell erlernen.

Beruflicher Hintergrund

Wie ich hier auf dem Blog ja schon beschrieben habe, bin ich ja gelernter Bankkaufmann, Wirtschaftspädagoge und arbeite nun in einer Wirtschaftsprüfungskanzlei. Vor diesem Hintergrund ist mir das ganze Thema der Aktienanalyse bzw. auch der Unternehmensbewertung natürlich nicht fremd. Durch diese grundlegende Offenheit der Thematik gegenüber kommen wir auch zum ersten fürsprechenden Punkt, weshalb ich mich mit der Aktienanalyse mehr befassen möchte.

Eigenintresse

Durch die berufliche Tätigkeit bekomme ich wirtschaftliche Abläufe in Unternehmen genau mit. Ich erkenne die Abläufe, sehe wie man diese ausweisen müsste und prüfe, ob dies korrekt geschehen ist. Die weitere Verarbeitung des wirtschaftlichen Ausweises über den Jahresabschluss, den ich beruflich prüfe, hin zu einem konkreten Unternehmenswert finde ich besonders spannend. Und Aktienanalyse ist an sich nicht anderes als den Unternehmenswert zu bestimmen.

Häufigere Dividendenzahlungen

Da ich einkommensorientierter Investor bin, bin ich natürlich an häufigeren und höheren Dividendenzahlungen interessiert. Die Häufigkeit der Dividendenzahlungen ist kein Problem. Diese könnte ich getrost auch durch einen höhere Anzahl ETFs darstellen. Höhere prozentuale Dividendenzahlungen bergen aber Gefahren. Zum einen besteht das Risiko, dass diese Dividendenzahlungen auf Dauer nicht erwirtschaftet werden können. Zum anderen gibt es das Risiko, dass das Unternehmen in letzter Zeit imens an Wert verloren haben könnte, weshalb die relative Zahlung so hoch ist. Der Wertverlust des Unternehmens kann natürlich durch eine wirtschaftliche Schieflage entstanden sein. Diese würde man durch die Unternehmensanalyse aufdecken können.

Aktienanalyse als Dienstleistung

Die Aktienanalyse bzw. die Unternehmensbewertung gibt es natürlich auch als Dienstleistung. Es gibt mehrere Gründe warum ein Unternehmenswert geschätzt werden muss. Wird ein Unternehmens z.B. vererbt, muss ein Wert herangezogen werden auf den die Erbschaftssteuer erhoben wird. Ein anderer Grund wäre, dass man aufgrund eines Unternehmenskaufs oder einer Unternehmensfusion einen Wert als Grundlage braucht. Hier dient er einmal zur Kaufpreisfindung und andererseits als Geschäfts- und Firmenwert, welcher anschließend vom Käufer bilanziert und abgeschrieben werden muss. Diejenigen, die die Bewertungen durchführen lassen sich diese Dienstleistungen natürlich bezahlen. Deswegen wäre meine Fortbildung in diesem Bereich auch durchaus eine berufliche Weiterentwicklung für mich und ich könnte aus der Prüfung raus in die Unternehmensbewertung wechseln oder diese nebenberuflich selbst durchführen. Und auf jeden Fall hätte ich eine weitere Rubrik für diesen Blog, indem ich regelmäßig Aktien analysiere.

Aktienanalyse bzw. Unternehmensbewertung
Sollte man aktiv Aktien analysieren? Was spricht dafür und was dagegen?

Rendite ist kein Grund

Die Rendite ist bei diesem Unterfangen allerdings auf gar keinen Fall ein Grund. Aus meinem Studium weiß ich, dass empirische Untersuchungen bereits oft genug zeigten, dass man durch aktives Investieren die Marktrendite höchstwahrscheinlich nicht schlagen kann, auch wenn diese Untersuchungen die Mehrkosten des aktiven Fonds miteinbeziehen, welche man sich bei eigener Verwaltung natürlich spart. Man hat jedoch auch in Selbstverwaltung höhere Transaktionskosten als mit einer passiven Strategie.

Künftige Anlagestrategie

Meine Sparpläne werden bleiben wie sie sind. Eine gewissen Grundstock an weltweit gestreuten Dividendentiteln möchte ich beibehalten. Diese machen allerdings einen geringen Teil meiner monatlichen Sparrate aus. Zusätzlich überweise ich momentan Geld was zusätzlich übrig ist auf das Depot bei Trade Republic, um es zusätzlich manuell in Dividenden-ETFs zu investieren. Künftig werde ich zusätzlich zu den Sparplänen einen fixen Betrag auf das Depot überweisen, mit dem ich investieren kann, sobald ich ein passendes Unternehmen gefunden habe, ganz ähnlich wie ich es mit dem Eigenkapital für Immobilieninvestments handhabe.

Aktienanalyse heißt nicht Market-Timing

Mir ist wichtig hier zu betonen, dass meine Investments auch mit Aktienanalysen langfristig sein werden. Kurzfristig zu bestimmen, welche Aktien hoch- und welche Aktien runtergehen ist meiner Meinung nach nicht möglich. Von einem kompletten Crash, wie aktuell durch Corona, ganz zu schweigen. Niemand hat eine Glaskugel und kann die Zukunft voraussagen. Langfristig kann man meiner Meinung aber durch eine Fundamentalanalyse mit bestimmter Gewissheit voraussagen, welche Unternehmen langfristig Gewinne erzielen werden und welche durch schlechte Positionierung und Missmanagement diese Gewinne nicht gewährleisten können. Genau das ist dann mein Ziel. Ich werde Hochdividendentitel dahingehend analysieren, ob sie auch langfristig gesund sind und die Dividende zahlen können.

Euer Mehrwert

Verfolgt ihr diese Reihe, werdet ich genug vorgekaute Information erhalten, um euch ein Bild einer fundamentalen Aktienanalyse machen zu können. Ich werde soweit ins Details gehen, dass ihr bereits das nötige Wissen habt Unternehmen grundlegend einzuschätzen. Darüber hinaus habt ihr dann genug Ankerideen, an denen ihr im Selbststudium anknüpfen könnt, um euer Wissen weiter zu vertiefen. Nach dieser Reihe werden regelmäßig Aktienanalysen von meiner Seite aus folgen. Den nächsten Teil findest du hier.

Ich freue mich auf diese Blogreihe und darauf eure finanzielle Bildung weiter vertiefen zu können!

In diesem Sinne bis bald!

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