Aktienanalyse Teil 2 – Unternehmen kennenlernen

Eine Aktienanalyse ist mehr wie Zahlen in eine Excel-Vorlage reinzuhämmern. Eine Aktie ist ein Anteil an einem Unternehmen. Dieses Unternehmen solltest du auch gut kennen, wenn du es bewerten möchtest. In diesem Beitrag und zweiten Teil dieser Reihe zur Aktienanalyse soll es darum gehen, wie du es schaffst dir in kurzer Zeit strukturiert Überblick über den Aufbau und das Umfeld eines Unternehmens zu verschaffen.

Wenn du ein Unternehmen kennenlernen möchtest, musst du viele einzelne Bereiche beachten. Hier soll es jetzt bewusst nicht um betriebliche Kennzahlen gehen. Das kommt später. Erstmal muss man sich einen Background schaffen, um die spätere betriebwirtschaftliche Analyse einordnen zu können. Nachfolgend findest du Bereiche eines Unternehmens und wie du es schaffst diese entsprechend zu analysieren.

Produktanalyse

Ein Unternehmen steigert seinen Wert, indem es regelmäßig und nachhaltig Gewinn macht. Dieser Gewinn wird mit Produkten und Dienstleistungen erbracht. Deswegen sollte einer deiner Schwerpunkte bei der Analyse dem Produkt gelten.

Produkte

Im Zuge dessen solltest du verstehen, welche Produkt ein Unternehmen anbietet und welche Probleme es damit löst. Da an der Börse die Zukunft gehandelt wird, ist es auch wichtig darauf zu schauen, wie sich die Produktpalette in Zukunft ändert. Gibt es eine Strategie?

Absatzmärkte

Wenn du weißt welche Produkte angeboten werden, gilt es herauszufinden welche Märkte es gibt. Wie groß ist das Marktvolumen und wie ist es weltweit verteilt. Ist das Unternehmen bereits in jedem Markt vertreten?

Branchenanalyse

Neben dem Produkt bieten Branchen mit Durchschnittswerten einen Interessanten Indikator für die Profitabilität in der Zukunft. Branchen mit Zukunft gilt es zu suchen, antiquierte Branchen zu vermeiden.

Aktienanalyse
Um Kaufentscheidungen zu treffen musst du die Unternehmen kennenlernen!

Attraktivität der Branche

Bei der Attraktivität kommt es darauf an welches Marktvolumen die Branche hat und wie hier die Chancen in der Zukunft abgeschätzt werden. Wie ist das Marktvolumen und vor allem wie wird es sich entwickeln? Ist die Nachfrage konstant oder schwankt sie in Krisen?

Wettbewerber

Gibt es viele kleine oder einige große Wettbewerber? Bei einigen wenigen großen Unternehmen kann konkludent Konsens über Preise geschlossen, was selbstverständlich bei vielen kleinen Unternehmen nicht möglich ist. Bei letzten bricht eher ein Preiskrieg aus, der die Marge senkt.

Kunden

Sind die Kunden privat oder gewerblich? Gewerbliche Kunden haben sehr viel professionellere Einkaufsprozesse. Somit verhandeln sie mehr beim Preis und sind auch preisempfindler bei Preiserhöhungen. Privatkunden sind da träger.

Zulieferer

Es gilt Anhängigkeiten von einzelnen Unternehmen zu vermeiden, da diese sonst zu viel Macht haben und man gezwungen ist deren Produkte zu nutzen. Eine breite Streuung ist besser. Zusätzlich ist es natürlich vorteilhafter, wenn das Vorprodukt kein seltener Rohstoff ist, sondern in ausreichendem Maße produziert wird oder in der Natur vorkommt.

Ersatzprodukte

Welche Ersatzprodukte gibt es? Das heißt was können die Kunden alternativ kaufen, um das gleiche Bedürfnis zu stillen? Perfekt wäre es, wenn es keine Alternative zum eigenen Produkt gibt, da dies wieder mehr Handlungsspielraum in der Preisgestaltung bringt.

Markteintrittbarrieren

Aktuell wenig Konkurrenz zu haben ist nur die halbe Miete. Wieder muss ich darauf hinweisen, dass an der Börse die Zukunft gehandelt wird. Deswegen ist es fast noch wichtiger hohe Markteintrittbarrieren als Burggraben zu haben. Dies verhindert, dass der Markt mit neuen Konkurrenten geflutet wird.

Marktstellung des Unternehmens

Die Branche ist nun als Ganzes analysiert. Wie schaut es nun mit dem Unternehmens von Interesse innerhalb dieser Branche aus.

Produktentwicklung

Wie viel investiert das Unternehmen in Produktentwicklung? Ist oder könnte es bald Marktführer durch technische Neuerungen werden? Welche Vorteile gibt es im Vergleich zur Konkurrenz? Hier können neue Markteintrittbarrieren geschaffen werden.

Möglichkeit einzukaufen

Wenn das Unternehmen eine besonders vorteilhafte Position bei der Bestellung von Rohstoffen oder Produkten bei Zulieferern hat, ist dies natürlich besonders gut. Vorstellbar wäre auch, dass das Unternehmen relativ autark ist.

Einflüsse auf die Produktion

Da es immer darum geht mehr Gewinn beim Umsatz rauszuschlagen, ist es natürlich nur besser, je günstiger das Unternehmen produzieren kann. Hat es hier Vorteile gegenüber der Wettbewerber, so hat es auch einen Vorteil in der Preispolitik.

Marketing

Welche Wege nutzt das Unternehmen, um sein Produkt zu bewerben und zu vertreiben? Ist eine Vertriebsstruktur stärker ausgebaut als bei der Konkurrenz, ist dies natürlich ein Punkt der über den Verkauf entscheiden kann. Ein anderer Punkt wäre ein bereits bestehendes Branding, was für sich ein Verkaufsargument ist. Vorteilhaft wäre es auch, wenn das Unternehmen durch höheren Aufwand bis zu einem gewissen Maße auch dafür sorgen kann, dass der Umsatz äquivalent steigt.

Wachstumsmöglichkeiten

Da man vorab die Branche analysiert hat, kennt man natürlich das Marktvolumen. Welchen Anteil hat das Unternehmen hier bereits? Und vor allem gibt es künftig Möglichkeiten den Markt zu erweitern oder wächst der Markt von sich aus?

Unternehmensführung

Wird hier die für dein Verständnis richtige Strategie verfolgt? Wie wird diese Strategie gefunden? Es ist von Vorteil, wenn bereits Prozesse im Unternehmen vorhanden sind, auf denen neue Strategien entwicklet werden. Warren Buffet sagt, man soll sich Unternehmen suchen, die auch ein Idiot leiten kann, denn es wird eines Tages genau das passieren. Deshalb ist es gut, wenn die Handlungen des Managements in ein gewisses Korsett geschnürt sind.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Gibt es gesetzliche Regulatorien? Einerseits können diese zwar stark einschränken, andererseits können sie auch angenehmen Markteintrittsbarrieren sein, wenn man sie einmal überwunden hat. Das muss man im Einzelfall entscheiden.

Vorgehen bei eigenen Aktienanalysen

Dieser Überblick soll mir auch selbst bei meinen Aktienanalysen als Vorlage dienen. Du kannst also bald anhand dieser Checkliste auch Praxisbeispiele durch meine Analysen für dich mitnehmen. Danach kannst du dich auch selbst versuchen. Zunächst geht es im nächsten Teil dieser Reihe allerdings darum die betriebswirtschaftlichen Zahlen des entsprechenden Unternehmens zu analysieren.

Wichtig zu erwähnen ist auch, dass es an dieser Stelle noch kein Durchfallen oder Bestehen für ein Unternehmen gibt. Alle Infos, die du jetzt in der Analyse ziehst und die dich eventuell verunsichern, kannst du später bei der Preisfindung als Sicherheitsabschlag verwerten. Denn es geht hier nicht darum eine Entscheidung zu finden, ob man ein Unternehmen kaufen will oder nicht, sondern zu welchem Preis.

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Hier findest du meinen Test zu Trade Republic und hier findest du den ersten Teil dieser Blogreihe!

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In diesem Sinne bis bald!

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