Aktienarten im Überblick

Allein schon was eine Aktie ist weiß nicht jeder. Eine Aktie ist ein Anteil an einem Unternehmen. Sie verbrieft verschiedene Rechte des Aktionärs. So weit, so gut. Allerdings gibt es auch eine ganze Reihe verschiedener Aktien. Wenn du mehr über die Unterschiede bei Akien lernen willst, dann bleib dran und lies diesen Post.

Aktien – Definition

Wie bereits in der Einleitung erläutert, sind Aktien verbriefte Rechte an einem bestimmten Unternehmen. Zwar auch, aber nicht einfach nur ein Anteil an einem Unternehmen. Deswegen ist auch klar, dass sich ein solches Recht unterscheiden kann und nicht allgemeingültig für alle Aktien ist. Eine Aktie unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht bezüglich ihrer Ausgestaltung. Auf diese Unterschiede gehen wir im folgenden ein.

Aktienarten nach Beteiligung am Grundkapital

Als Aktionär ist man an einem Unternehmen beteiligt. Ein Teil des Unternehmens, also auch dem Grundkapital gehört somit dem Aktionär. Jedoch gibt es genau hier die erste mögliche Unterscheidung.

Stückaktie

Hier ist der Aktionär zu einem bestimmten Bruchteil am Grundkapital beteiligt. Die Gesamtzahl der Aktien, welche ausgegeben wurden, ist in der Satzung zu finden. Diese Aktien besitzen keinen Nenntwert, sondern man kann den Anteil am Grundkapital rechnerisch ermitteln, indem man das Grundkapital durch die Anzahl der Aktien teilt. Dieser rechnerische Anteil muss mindestens 1€ betragen.

Nennbetragsaktie

Das Gegenstück zur Stückaktie ist die Nennbetragsaktie. Diese Aktien werden zu einem bestimmten Nennbetrag emittiert. Folglich ergeben alle Aktien zusammen auch die Summe des Grundkapitals des Unternehmens. Auch hier muss der Mindestnennbetrag 1€ sein. Hier lässt sich dann wiederum der prozentuale Anteil am Unternehmen rechnerisch ermitteln indem man den kummulierten Nennbetrag der eigenen Aktien durch das Grundkapital teilt.

Aktienarten
Aktien gibt es in den verschiedensten Ausführungen!

Aktienarten nach Umfang der Rechte

Wie eingangs erwähnt gibt es Unterschiede in den Rechten, die ein Unternehmen über die Aktien verbrieft. Oft geben Unternehmen auch mehrere Aktienarten aus, wovon eine günstiger ist als die andere, um sie mehr Investoren zugänglich zu machen oder Stimmrechte bei den ursprünglichen Besitzern zu halten.

Stammaktien

Stammaktien sind schnell erklärt. Diese verbriefen alle satzungsmäßigen und gesetzlichen Rechte eines Aktionärs an einem Unternehmens. Dies ist sozusagen der normale Standard.

Vorzugsaktie

Nun gibt es allerdings auch noch einen Sonderfall. Eine Vorzugsaktie hat bestimmte Vorrechte gegenüber der Stammaktien bei Gewinnbeteiligung und Liquidationserlös. So erhalten Vorzugsaktien einen Aufschlag auf die Dividende und eine Mindestdividende ist auch möglich. Jedoch sind die Rechte nicht „kostenlos“. Der Aktionär einer Vorzugsaktie verzichtet dafür auf sein Stimmrecht auf der Hauptversammlung des Unternehmens. Man sieht also, dass hier bestimmte Ziele des Emittenten verfolgt werden. Für einen Privatanleger ist dieses Opfer wahrscheinlich irrelevant und er nimmt lieber die höhere Dividende mit. Großinvestoren möchten aber gern auch Einfluss auf das Unternehmen nehmen, was über Vorzugsaktien nicht direkt möglich ist.

Aktienarten nach Form der Übertragung

Aktien sind handelbar. Sprich sie können von einem Besitzer zum anderen übergehen. Dies ist der letzte große Punkt, in dem sich die Aktienarten unterscheiden.

Inhaberaktien

Diese Aktien gehören dem Besitzer. Die Person, die diese Aktie im Depot hat, also den tatsächlichen Besitz über die Aktien hat, ist auch Eigentümer. Hier geschieht die Übertragung durch Einigung und Übergabe der Aktie. Dies geschieht meist über Börsen. Die Vorteile liegen auf der Hand. Inhaberaktien sind leicht zu übertragen und der Inhaber bleibt anonym. Kommt euch das bekannt vor? Genau, auch bei Bargeld hat man genau diese Vorteile, denn auch Bargeld ist ein Inhaberpapier. Derjenige, der den Besitz hat, dem gehört auch das Bargeld.

Namensaktien (Orderpapiere)

Anders ist dies bei Namensaktien. Hier wird sich natürlich auch auf Übergabe der Aktie geeinigt, allerdings wird der Übergang inklusive alten und neuen Aktionär protokolliert. Der Aktionär wird mit seinen persönlichen Daten in das Aktienregister des jeweiligen Unternehmens aufgenommen. Für den Unternehmen hat dies den Vorteil, dass mögliche feindliche Übernahmen schnell ausgemacht werden können. Ein zu höher Aktienanteil einer Person oder eines Unternehmens fallen sofort auf. Außerdem kann das Unternehmen zu den Investoren direkt kommunizieren, da es sie namentlich kennt. Auch für die Börsenaufsicht ist dies praktisch, da sie nun Insidergeschäfte leicht ausfindig machen kann.

Sonderfall vinkulierte Namensaktie

Der Vollständigkeit halber ist noch die vinkulierte Namensaktie zu erwähnen. Diese erfordert zusätzlich bei Wechsel der Aktionäre eine Zustimmung des Vorstands. Die dient wieder dem Schutz des Unternehmens vor ungewünschten Großaktionären.

Fazit

Es gibt einige Aktienarten. Sie unterscheiden sich in verschiedenen Punkten und so können die oben genannten Formen natürlich auch kombiniert werden, z.B. eine Stamminhaberaktie. Für uns als private Kleinanleger sind die Unterschiede meist unbedeutend. Wichtiger ist unter steuerlichen Gesichtspunkten in welchem Land das Unternehmen seinen Sitz hat und ob man Sonderrechte bei der Dividende hat. Alles was das Stimmrecht betrifft ist wohl eher irrelevant, da hier sowieso nie solche Stückzahlen gehalten werden würden, dass es in der Abstimmung der Hauptversammlung ins Gewicht fällt.

Ich hoffe ihr konntet was lernen und würde mich freuen, wenn ihr auch beim nächsten Mal wieder dabei seid. Wenn du auch mehr über deine privaten Finanzen lernen möchtest, dann schau auch hier vorbei!

Bis bald, euer Kai

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