In diesem Beitrag erkläre ich dir wofür Aktienkennzahlen nötig sind. Ich erkläre dir ihre Berechnung und was sie bedeuten. Wann ist die Entwicklung einer Kennzahl als gut zu definieren und wann als schlecht? Lies weiter und finde es heraus!

Was sind Aktienkennzahlen?

Aktienkennzahlen setzen verschiedene Werte aus Gewinn- und Verlustrechnung, der Bilanz und der Börse gegenseitig ins Verhältnis. So können einzelne Werte irreführend sein, wohingegen Kennzahlen die Werte ins richtige Verhältnis setzen. Beispielsweise kann der Gewinn absolut sehr hoch sein. Im Verhältnis zum Umsatz kann sich jedoch zeigen, dass das Unternehmen doch nicht viel daraus macht.

Wofür sind Aktienkennzahlen gut?

Wie bereits beschrieben können Aktienkennzahlen absolute Werte in ein rechtes Licht rücken. Zusätzlich sind diese Kennzahlen in der Regel leicht zu errechnen. Um dir einen schnellen ersten Eindruck zu schaffen sind Aktienkennzahlen perfekt. Danach kannst du dir überlegen, ob das Unternehmen so interessant für dich ist, dass sich eine Fundamentalanalyse lohnt.

Unterschiede der Aktienkennzahlen

Unter Aktienkennzahlen als Überbegriff kann man natürlich noch Unterscheidungen treffen, da die Kennzahlen sich auf verschiedene Bereiche eines Unternehmens beziehen. Hier sind vor allem 3 Bereiche zu nennen. Zum einen gibt es Ertragskennzahlen und Strukturkenn zahlen, die sich auf GuV und Bilanz beziehen sowie Bewertungskennzahlen, die darauf abzielen, ob ein Unternehmen als Investment interessant ist oder nicht.

Ertragskennzahlen

Ertragskennzahlen zielen hauptsächlich darauf ab den Umsatz und den Gewinn zu anderen Dingen ins Verhältnis zu setzen. Dies ist besonders wichtig, da diese beiden Werte je nach Unternehmen ganz unterschiedlich zu bewerten sind.

Umsatzwachstum

Das Umsatzwachstum ist die prozentuale Steigerung des Umsatzes im Vergleich zum Vorjahr. Ihr berechnet es also durch aktueller Umsatz/letzter Umsatz*100. So sehr ihr welches Wachstum das Unternehmen vollzogen hat. Besonders bei Growth-Unternehmen sollte dieser Wert also hoch sein. Generell gilt jedoch, dass höheres Umsatzwachstum immer gut ist.

Aktienkennzahlen
Aktienkennzahlen sind super geeignet für eine erste Einschätzung!

Marge

Durch die Marge siehst du wie viel Cent du je umgesetzten Euro an Gewinn herausbekommst. Die Berechnung lautet Gewinn/Umsatz*100. Je höher die Marge desto besser. Produzierende Branchen haben hier natürlich weniger Marge als Dienstleistung-Unternehmen, da erstere viel mehr Kosten durch die Produktion haben.

Eigenkapital-Rendite

Was Eigenkapitalrendite ist und wie man sie berechnet, habe ich bereits in diesem Artikel erklärt. Diese ist nicht nur für dich privat sondern auch für Unternehmen sehr wichtig, da so der Gewinn im Verhältnis zum selbst eingesetzten Kapital gezeigt wird. Und im Eigenkapital steckt ja auch der Nennwert der Aktien. Im gewissen Maße kannst du also hierdurch sehen, wie effizient dein investiertes Kapital genutzt wird.

Strukturkennzahlen

Strukturkennzahlen zielen eher auf den Aufbau eines Unternehmens bezogen auf das Kapital ab. Sie zeigen dir wo dein Unternehmen sein Kapital beschafft hat.

Eigenkapitalquote

Diese Quote setzt das Eigenkapital in Bezug auf das Gesamtkapital bzw. zur Bilanzsumme. Die Formel lautet Eigenkapital/Gesamtkapital*100. So siehst du auf einen Blick wie viel Prozent des Kapitals Eigenkapital ist und im Umkehrschluss wie viel Fremdkapital im Unternehmen arbeitet.

Verschuldungsgrad

Der Verschuldungsgrad ist eine Aktienkennzahl, die in Prozent angibt wie viel Fremdkapital dem Eigenkapital gegenübersteht. Man könnte auch sagen du kannst ablesen wie viel Euro Fremdkapital einem Euro Eigenkapital gegenüber stehen.

Bewertungskennzahlen

Diese Aktienkennzahlen gehen darauf ein wie rentabel ein Unternehmen ist. Dies sind die besonders interessanten Kennzahlen für Investoren. Möchtest du also einen schneller Überblick darüber gewinnen, ob ein Unternehmen interessant ist, sind diese Aktienkennzahlen sehr gut dafür geeignet.

Marktkapitalisierung

Die Marktkapitalisierung ist der Wert aller Aktien, die im Umlauf sind. Sie berechnet sich durch Aktienkurs*Anzahl der Aktien. Je höher die gesamte Marktkapitalisierung, desto geringer ist die Chance, dass ein einzelner Großaktionär das Unternehmen aufkauft, um so seine Politik durchzusetzen. Hohe Marktkapitalisierungen sind also als Übernahmeschutz zu sehen.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV soll zeigen wie die Aktie relativ im Preis steht, sprich ob sie günstig oder teuer ist. Es berecht sich Marktkapitalisierung/Gewinn oder Aktienkurs/Gewinn je Aktie. Anders könnte man auch sagen wie viele Jahre dauert es bis sich die Investitionen in die Aktien rentiert.

Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)

Der Kurs kann jedoch auch in Bezug zu anderen Dingen gesetzt werden. Eines davon ist der Buchwert. Der Buchwert sind alle Anlage- und Vermögensgegenstände laut Bilanz abzüglich der Schulden. Das KBV berechnet sich folglich aus Marktkapitalisierung/Buchwert. Besonders Unternehmen mit einem KBV unter 1 sind interessant. Dies bedeutet in der Theorie nämlich, dass das Unternehmen selbst bei einer Insolvenz und anschließender Liquidation je Aktie mehr Wert erwirtschaftet als die Aktie im Kurs steht. Hier sollte man auf jeden Fall eine genaue Analyse des Unternehmens fahren.

Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Besonders für Dividendeninvestoren ein interessanter Wert. Der Free-Cashflow wurde ebenfalls bereits von mir in der Reihe zur Aktienanalyse erläutert. Kursgesagt ist es das Geld welches Unternehmen letzten Endes zur Verfügung steht, um es an Aktionäre auszuschütten. Die Formel für diese Aktienkennzahl lautet Marktkapitalisierung/FCF. Je niedriger das Verhältnis, desto günstiger scheint das Unternehmen bewertet zu sein.

Fazit

Aktienkennzahlen sind ein super Werkzeug, um langfristige Tendenzen offenzulegen oder um einen ersten Eindruck von Unternehmen zu gewinnen. Um größere einzelne Investments zu tätigen eignen sie sich jedoch nicht. Findet man ein Unternehmen, welches aufgrund der Kennzahlen interessant erscheint, so sollte man das Unternehmen kennenlernen und durch eine Fundamentalanalyse einen genaueren Unternehmenswert bestimmen und nach einem persönlichen Sicherheitsabschlag überlegen, ob sich das Investment lohnt oder nicht. Aber arbeite dich über die Aktienkennzahlen ruhig in der das Thema ein und für Sparpläne reicht auch eine gröbere Einschätzung wie teuer Unternehmen bewertet sind. Hauptsache man fängt an sich mit der Materie zu beschäftigen.

In diesem Sinne bleibe ein treuer Leser und bis bald!

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