Anheuser-Busch InBev Aktienanalyse – Die Fußball Europameisterschaft als Startschuss?

Hallo und herzlich willkommen auf dem Finanzplaneten! Mein Name ist Kai und diese Woche schauen wir uns neben Sportartikeln eine weitere Branche an, die von sportlichen Großereignissen profitiert. Was ist denn neben den Fußballschuhen für die Fußball Europameisterschaft mindestens genauso wichtig? Richtig, Bier. Deswegen schauen wir uns diese Woche mal zwei große globale Brauereien an. Auch diese beiden Analysen in dieser Woche weichen von der normalen Herangehensweise auf diesem Kanal ab. Ab nächste Woche machen wir dann wieder wie gewohnt weiter hier. Jetzt aber erst viel Spaß mit der Anheuser-Busch InBev Aktienanalyse!

Grundlagen

Man findet im Netz zwar auch noch Anheuser-Busch als einzelnen Titel, aber hier geht es um die Anheuser-Busch InBev. Diese stellt das Mutterunternehmen im Konzern dar. Bei Konzernen analysiere ich eigentlich immer nur das Mutterunternehmen, da sie meist gehörigen Einfluss auf die Töchter haben.

Geschäftsmodell

Anheuser-Busch InBev oder AB InBev ist die größte Brauereigruppe der Welt. Dabei hat man sich insbesondere auf Bier spezialisiert und vertreibt diverse Marken. Die hierzulande bekanntesten Marken sind beispielsweise Budweiser, Beck’s, Corona, Franziskaner Weissbier, Hasseröder und Diebels. Außerdem kommt das PerfectDraft System von AB InBev. Dieses entspricht einer kleinen Zapfanlage für zu Hause.

Historische Eckdaten

Seine Anfänge macht das Unternehmen als Bavarian Brewery bereits 1852 in St. Louis in den USA. Nach der Übernahme durch den namensgebenden Eberhard Anheuser trat später auch sein Schwiegersohn Adolphus Busch dem Unternehmen bei. 1876 führte das Unternehmen dann seine Marke Budweiser ein. Von hier an wuchs man stark, bis die Prohibition in Amerika einen Strich durch die Rechnung machte. Aber auch hier schaffte man es sich durch alkoholfreie Alternativen zu Bier über Wasser zu halten und überlebte die Zeit in den 1910er bis 1930er Jahren. 1957 galt Anheuser-Busch als die größte Brauerei in den USA. 1981 wurde für die internationalen Geschäfte dann Anheuser-Busch International gegründet. Ab hier expandierte man auch international sehr stark.

2008 fing die frisch gemergte belgisch-brasilianische Brauerei InBev an mit Anheuser-Busch zu liebäugeln und nach einigem hin und her vollzog man noch im gleichen Jahr die Fusion zur heutigen Anheuser-Busch InBev. Mit diesem Schritt wurde man auf einen Schlag die nach Umsatz größte Brauerei der Welt. Danach ging man auf radikalen Sparkurs, um profitabler zu werden, und konnte so die operative Marge von 23,6% in 2008 auf in der Spitze 31,4% in 2018 steigern. Zusätzlich wurden Assets von Anheuser-Busch verkauft, um Schulden aus dem Unternehmenskauf zu tilgen. Die wichtigste jüngste Übernahme war dann die des nächstgrößeren Konkurrenten SAB Miller in 2016. Sie kostete 96 Mrd. USD. Zum Vergleich kostete die Mehrheitsbeteiligung an der südkoreanischen Oriental Brewery in 2014 nur 5,8 Mrd. USD. Nach dem Kauf von SAB Miller wurde analog zu Fusion vorgegangen und Assets zu Gunsten der Kredittilgung verkauft, wie man hier am operativen Nettobetriebsvermögen sieht.

AB InBev Aktienanalyse
Quelle: Aktienfinder.net

Produktanalyse

In der Produktanalyse wollen wir uns jetzt nochmal genauer anschauen mit womit die Anheuser-Busch InBev ihr Geld für die ganzen Akquisitionen verdient. Dabei gehen wir insbesondere auf die Produktvielfalt des Unternehmens ein und wo die Produkte verkauft werden. Dabei hoffen wir dann auf möglichst viel Diversifikation.

Geschäftsgebiete

Zu satten 92% kommen die Einnahmen von AB InBev aus dem Verkauf von Bier. Soft Drinks und übriges macht lediglich 8%. Es steht und fällt hier also alles mit dem Bierkonsum der Bevölkerung.

Anheuser-Busch InBev Aktienanalyse
Quelle: Marketscreener.com

Absatzmärkte

Die Frage ist jetzt noch, um welche Bevölkerung es denn hier genau geht. Schauen wir uns die Umsatzverteilung auf die Regionen an, so sehen wir, dass insbesondere die USA als Heimatmarkt von Anheuser-Busch stark vertreten sind. Hier werden 30% der Umsätze eingespielt. Der Anteil stieg zuletzt in 2020 sogar noch von vorher 26% in 2019, weil der Umsatz in Nordamerika deutlich weniger unter Corona gelitten hat. Weitere 21% kommen aus Mittelamerika, 14% aus dem EMEA-Bereich und 13% allein aus Brasilien sowie 12% aus dem Asien-Pazifik-Raum.

Anheuser-Busch InBev Aktie Analyse
Quelle: Marketscreener.com

Um jetzt noch etwas Transferleistung zu erbringen, summiere ich die Zahlen mal global gesehen nach Kontinenten auf. Lateinamerika ist dann mit 39% Spitzenreiter und Nordamerika folgt mit 34%. Der EMEA-Bereich glänzt noch mit 15% der Asien-Pazifik-Raum wie gesagt mit 12%.

Auswertung

Während man also im wahrsten Sinne des Wortes bei Anheuser-Busch ein Global Player ist, so ist man leider komplett abhängig vom Bierkonsum der Menschen auf der ganzen Welt. Auch die zahlreichen Marken des Unternehmens diversifizieren aus meiner Sicht nur bedingt das Risiko. Für mich heißt das, dass ich aufgrund des Produktportfolios einen Punkt abziehe und somit in der Produktanalyse nur einen von zwei möglichen Punkten vergebe.

Branchenanalyse

In der Branchenanalyse schauen wir uns nun die Bierbranche an, da das quasi das einzig relevante Getränk für AB InBev ist. Die Frage ist wie gut man hier Geld verdienen kann. Wichtig dabei ist immer natürliches Wachstum der Nachfrage und möglichst große Freiheit bei der Preisgestaltung.

Attraktivität der Branche

Nach einer ziemlichen Durststrecke ab Mitte der 2010er Jahre, wo die jährliche Wachstumsrate negativ war, wird erwartet, dass der weltweite Biermarkt von 189 Mrd. USD in 2020 bei einer jährlichen Wachstumsrate von 8,2% auf 281 Mrd. USD in 2025 steigt. Aber auch nach dieser Erholungsphase soll der weltweite Bierumsatz um 5,7% p.a. wachsen, sodass er 2030 bei 730 Mrd. USD steht. Da Discos nach Corona wahrscheinlich gestürmt werden und auch private Feiern wie Hochzeiten oder runde Geburtstage nachgeholt werden, sobald man wieder Planungssicherheit hat, denke ich ebenfalls, dass es einen Aufholungseffekt geben wird. Die Fußball-EM könnte hier durchaus eine erste Initialzündung bewirken.

Wettbewerber

Wir man auf der nachfolgenden Grafik sieht, gibt es einige Brauereien. Ich war ganz verwundert, dass in den oberen Rängen keine deutsche Brauerei ist. In der Tat ist mit der Radeberger Gruppe die größte deutsche Brauerei erst auf Platz 21 der größten Brauereien auf der Welt. Was man aber ebenfalls sieht ist, dass die größten drei Wettbewerber hier schon fast 50% des Weltmarkts unter sich aufteilen. Insbesondere Anheuser-Busch InBev ist hier mit weitem Abstand der Spitzenreiter, gefolgt von der Heineken N.V., die immer doppelt so groß ist wie der Drittplatzierte aus China.

Bierbranche Wettbewerber
Quelle: Wikipedia.de

Kunden

Da die Brauereien keine eigenen Geschäfte besitzen, können sie ihre Biere nicht direkt an den Kunden bringen. Dafür brauchen sie den Großhandel und den Einzelhandel als Vertriebspartner. Das hat allerdings auch zur Folge, dass die Kunden gewerblich sind und die Preisverhandlung somit schwieriger werden.

Zulieferer

Zulieferer sind weltweit regionale Bauern, die Hopfen und Malz produzieren. Das sind zumindest in Deutschland die einzigen Zutaten bei einem Bier. In anderen Ländern komme noch andere Zutaten hinzu, allerdings sind die Lieferanten meist die örtlichen Bauern oder Bauernverbände. Über Terminkontrakte an der Rohstoffbörse kann man sich außerdem preislich absichern.

Ersatzprodukte

Wer Bier trinkt, der trinkt es nicht, weil es keine Alternative gibt. Es kommt denke ich darauf an, was gerade im Trend ist. Als ich Teenager war, waren es die Alkopops, dann kamen die Shots beim Feiern und später waren es Longdrinks und Mischgetränke haben sich auch heute neben Bier ihren Platz eingeräumt. An sich gibt es aber natürlich keine Notwendigkeit Alkohol zu trinken, sodass man diesen Punkt kritisch sehen muss. Greift in Zukunft ein Gesundheitstrend noch mehr als aktuell schon, dann könnten die Zahlen hier sinken. Der steigende Wohlstand in China und Indien führt aber aktuell zu steigendem Absatz.

Markteintrittsbarrieren

Die großen Brauereien haben zwei Vorteile. Zum einen haben sie sich bereits die großen Produktionsanlagen und das globale Vertriebsnetz aufgebaut, zum anderen haben sie Marken aufgebaut. Beides braucht enorm viel Zeit und finanzielle Mittel. Hinzukommt, dass die Herstellung von Alkohol in vielen Ländern mit rechtlichen Hürden verbunden ist. Auch Genehmigungsverfahren könne Zeit und somit auch Geld kosten.

Auswertung

In Summe heißt das, dass wir aufgrund der Wettbewerber, der gewerblichen Kunden und der reichhaltigen Auswahl an anderen Getränken hier 3 Punkte abziehen. Damit landen wir bei 3 von 6 möglichen Punkten.

Marktstellung

So und nachdem wir uns nun die Branche der Brauereien angeschaut haben, kommen wir nun zur Marktstellung von Anheuser-Busch InBev. Wir konnten ja bereits sehen, dass das Unternehmen die größte Brauereigruppe der Welt ist. Schauen wir mal, ob das Unternehmen daraus Vorteile ziehen kann.

Produktentwicklung

Die Produktentwicklung teilen wir wieder auf. Zum einen in neue Produkte aus der eigenen Schmiede und dann in Unternehmenszukäufe. Als Schüler habe ich in einem Getränkemarkt gearbeitet. Ich weiß also gut wie viele Sorten Bier es so gibt und vor allem wie viele neue Dinge ständig auf den Markt geworfen werden. Speziell bei AB InBev denke ich da beispielsweise an Beck’s mit seinem Beck’s Gold und Beck’s Ice sowie Beck’s Green Lemon. Daneben entwickelten sie ja auch das PerfectDraft-System mit Philips. Ja und zu den Unternehmenskäufen brauche ich ja nicht wirklich viel sagen. Wie ihr der Unternehmenshistorie entnehmen könnt, handelt es sich bei Anheuser-Busch um ein Unternehmen, dass aus Fusionen entstand und traditionell viel zukauft.

Möglichkeit einzukaufen

Hopfen und Malz sind keine Mangelware. Im Umkreis jeder Brauerei sollte es einige Bauern dieser Art zu finden geben. Zusätzlich mit den Rohstoffhandel an der Börse, kann man hier denke ich gut Möglichkeiten finden sich mit Rohstoffen zu versorgen.

Einflüsse auf das Geschäft

Den Gesundheitstrend sowie die rechtlichen Bedingungen habe ich ja schon erwähnt. Aktuell ist man außerdem sehr stark von Corona gebeutelt. Global gesehen sind die Emerging Markets ein enormer Markt, den man vielleicht noch stärker angehen sollte. Insgesamt ist Alkohol ja ein Luxusgut, vor allem Bier, was man nicht einfach in einer Scheune selber brennen kann. Von daher profitiert die Branche und somit auch Anheuser-Busch vom steigenden Wohlstand in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Marketing

Marketing ist ein großer Posten bei den Brauereien. Wenn die Biere gegen andere Getränke schon gut austauschbar sind, dann sind sie es gegeneinander noch viel mehr. Das führt dazu, dass man mit Hilfe von Marketingmaßnahmen starke Marken aufbauen muss. Von den wertvollsten 8 Biermarken der Welt, vereint Anheuser-Busch InBev 6 unter ihrem Dach. In dieser Übersicht seht ihr die angesprochenen Marken und außer Heineken und Guinness gehören alle Marken zu AB InBev.

Wertvollste Biermarken

Wachstumsmöglichkeiten

Dass der Markt in nächster Zeit große Sprünge machen dürfte, haben wir ja bereits gesehen. Daneben finde ich die Strategie vom Unternehmen super, große Unternehmen kaufen, mit dem Verkauf unnötiger Assets die Schuldenlast reduzieren und durch Synergien und Kostensparmaßnahmen die Marge steigern, umso mehr aus dem Kaufpreis rauszuholen.

Unternehmensführung

Ganz aktuell wurde der Posten des CEOs nach langjähriger, guter Arbeit neu besetzt. Der vorherige CEO Carlos Brito, der sogar während der Fusion zu AB InBev im Chefsessel saß, übergab den Posten an seinen Nachfolger Michel Doukeris. Nachdem Brito es also geschafft hatte den Konzern zum größten Bierhersteller der Welt zu formen, muss Doukeris nun den Schuldenberg abbauen. Besonders schön beim neuen CEO ist seine Erfahrung in Asien und insbesondere in China. Hier leitete er die Geschäfte und schaffte es in allen Ländern die Biere des Konzerns als Premiummarke zu etablieren. Doukeris hat einen Bachelor als Chemieingenieur und einen Master in Marketing. Im Bereich Marketing hat er sich auch noch mit weiteren Programmen fortgebildet. Bereits seit 1996 ist der heute 48-jährige im Unternehmen bzw. dessen Vorgängern.

Von links nach rechts: Ehemaliger CEO Carlos Brito, neuer CEO Michel Doukeris

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Alkoholherstellung ist in vielen Ländern streng reguliert. Oft braucht man Genehmigungen und Lizenzen, auch, wenn der große Konzern daran wohl nicht scheitern sollte. Außerdem kann man das Bier ja auch exportieren. Daneben unterliegt auch der Ausschank staatlichen Kontrollen, sodass man nicht wahllos neue Zielgruppen ausmachen kann. Und als dritten Punkt sehe ich das Kartellrecht als Problem. Mit 30% Marktanteil sehe ich schon die Klagen hereinflattern, dass die Marktmacht missbraucht wird.

Auswertung

Die starken externen Einflüsse und insbesondere die rechtlichen Rahmenbedingungen sehe ich negativ. Bezüglich des hohen Marketingaufwands ist Anheuser-Busch InBev wohl die einzige Brauerei, die hier keinen Punkt abgezogen bekommt. Hier hat man einfach einen riesigen Vorteil durch die starken etablierten Marken. Zudem kommt der neue Marketing-lastige CEO. Alles in allem gibt es also zwei Punkte Abzug, sodass wir für die Marktstellung auf 5 von 7 Punkte kommen.

Unternehmensbewertung

Um im nächsten Schritt auf einen fairen Wert je Aktie zu kommen, schaue ich mir hier wie immer vorab erstmal die Finanzkennzahlen im 5-Jahres-Vergleich an. Diese Wachstumsraten und Durchschnitte setze ich dann für die Zukunft an und passe das historische Umsatzwachstum noch anhand der Prognosen an.

Finanzkennzahlen 5-Jahres-Durchschnitt

  • Operative Nettobetriebsvermögen +9,1%
  • Umsatz +0,8%
  • Operativer Gewinn -1,0%
  • Operative Marge 29,0%
  • Free Cash Flow -7,2%
  • Operativer CF -6,1%
  • Eigenkapitalquote 29,4%
  • Fremdkapitalkosten +12,5%
  • Dividendenwachstum -10,9% (-13,6% je Aktie)
  • Dividendenrendite 3,2% (aktuell 1,6%)
  • Ausschüttung des FCF 75,5%
  • Übergewinn +1,2%
  • Kurs-Buchwert-Verhältnis 2,05
AB InBev Umsatz
Quelle: Aktienfinder.net

Erläuterung der Zahlen

Man sieht an den Zahlen deutlich den Kauf von SAB Miller in 2016. Das operative Nettobetriebsvermögen und der Umsatz sind gestiegen und das trotz Corona. Beim EBIT sieht es leider leicht negativ aus, wobei die Marge insgesamt für ein produzierendes Unternehmen in einem zufriedenstellenden Bereich ist. Die Cash Flows sind zuletzt allerdings deutlich gesunken. Neben dem gesunkenen Jahresergebnis spielen hier natürlich auch Kosten für die Umstrukturierung mit rein. Auch, wenn die Schulden sich wegen der Akquisitionen aufgetürmt haben, ist eine Eigenkapitalquote von rund einem Drittel auf jeden Fall gut. Man muss hier nur leider feststellen, dass aufgrund der M&A-Prozesse der Vergangenheit mittlerweile rund die Hälfte der Aktiva immateriell sind. Kommt es hier bei den Marken zu Werteverlusten, so kann das Eigenkapital schnell mal abrauschen. Aktuell ist das Unternehmen mit einem KBV von 2,05 allerdings nicht sehr spekulativ bewertet.

Anheuser-Busch InBev Dividende
Quelle: Aktienfinder.net

Die Maßnahmen gegen gestiegene Kapitalkosten erkennt man auch an der gesunkenen Dividende. Diese hat ein ganzes Stückchen nachgelassen, sodass zuletzt mit 55% auch deutlich weniger vom Free Cash Flow ausgeschüttet wurde als im Durchschnitt. Man muss das Geld halt beisammenhalten. Ich denke, wenn die Schulden etwas getilgt sind, wird man auch wieder mehr Dividende zahlen. Aktuell liegt die Nettoverschuldung beim 4,8-fachen des EBITDAs. Bis zum 3,5-fachen sind Unternehmen in der Regel gut refinanzierbar. Man sollte hieran also richtiger Weise zuerst arbeiten. An sich gebe ich für die Zahlen einen von zwei möglichen Punkten.

Fair Value

Statt der historischen 0,8% Wachstum setze ich aufgrund der rosigen Aussichten in der Branchenanalyse 3% an. Meine Eigenkapitalrendite soll wie immer bei 10% liegen und die Fremdkapitalkosten konnte ich aufgrund von langfristigen Anleihen bei 4% ausmachen. Daneben habe ich alle anderen Werte in mein Discounted Cash Flow- und Übergewinnmodell eingepflegt und das Ergebnis mit dem mittleren durchschnittlichen Kursziel der Analysten geglättet. Heraus kommt ein fairer Wert je Aktie von 103,91€.

Chancen und Risiken

Die Chancen bei AB InBev sehe ich zum einen auf Branchenebene mit dem starken prognostizierten Wachstum sowie der Stellung als Platzhirsch. Beinahe alle der erfolgreichsten Biermarken auf der Welt gehören dem Branchenprimus an. Man ist also sozusagen das Nike des Bieres. Zusätzlich ist meiner Meinung nach die seit der Fusion in 2008 gesteigerte Marge sehr gut.

Kontraproduktiv sind natürlich gesetzliche Beschränkungen was Alkohol angeht und auch die Schuldenlast ist drückend. Unter anderem deswegen und auch wegen ausbleibender Umsätze in der Pandemie wurde auch die Dividende gekürzt. Bleibt zu hoffen, dass das dem Unternehmen langfristig guttut.

Investmententscheidung

Aufgrund der bisher vergebenen bzw. nicht vergebenen Punkte in der Fundamentalanalyse, möchte ich bei Anheuser-Busch InBev einen Sicherheitsabschlag von 35% nehmen, also 5% für jeden Minuspunkt. Diese Sicherheitsmarge ziehe ich nun vom Fair Value ab, um auf ein Kauflimit zu kommen. Damit kommen wir auf ein Kauflimit von 67,54€. Um auf die Verkaufsschwelle zu kommen, ziehe ich die Marge von einer persönlichen maximalen Verkaufsschwelle von 150% des Fair Value ab. Hier landen wir dann bei 119,50€.

Aktuell liegt der Kurs des Unternehmens bei 60,84€, sodass wir auf einen Abschlag zum Kauflimit von rund 10% kommen. Ich persönlich finde, dass es hier günstige Investments gibt, allerdings kann man ja vielleicht auch aus Leidenschaft hier gerne einsteigen möchten. Ich denke dann ist der Zeitpunkt relativ günstig. Die Aktie wird unter Umständen nach Corona und mit steigender Dividende wieder deutlich anziehen.

AB InBev Logo

Fazit

Soweit also die erste Aktie der Bierbranche. Ich war relativ verblüfft, dass der Biermarkt so deutlich steigt, auch, wenn ich selbst mit einer Erholung nach Corona gerechnet habe. Langfristig so starkes Wachstum kann ja eigentlich nur an den Emerging Markets liegen. Ich denke mit einem neuen CEO, der lange Zeit in China gelebt hat und auch andere Märkte in Asien erobert hat, ist man hier gut aufgestellt seinen Teil vom Kuchen mitzunehmen. Insbesondere als Branchenführer hat man hier ein breites Standing.

Soweit aber mein erster Eindruck zur Branche und mein Eindruck zum Unternehmen selbst. Hattet ihr euch schonmal mit der Branche beschäftigt? So oder so, lasst mir doch gern mal eure Meinung zum Unternehmen und zur Branche da. Bei neuen Branchen bin ich immer besonders daran interessiert, wie die Community diese einschätzt. Ansonsten bedanke ich mich wie immer fürs Reinschauen und sage bis bald!

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