Apple Aktienanalyse – Wann kommt die nächste große Innovation?

Hallo und herzlich willkommen auf dem Finanzplaneten! Mein Name ist Kai und heute haben wir ein für mich mehrfach interessanten Titel. Zum einen handelt es sich bei dem Kandidaten um das wertvollste Unternehmen der Welt, es ist wieder ein Dividendenzahler aus dem Technologiebereich, ich nutze die Produkte teilweise selbst und die Aktie ist in letzter Zeit so richtig durch die Decke gegangen. Die Rede ist natürlich von Apple. Ich bin gespannt, ob das wertvollste Unternehmen der Welt aufgrund seiner künftigen Ertragskraft überhaupt noch unterbewertet sein kann. Finden wir es heraus. Viel Spaß mit der Apple Aktienanalyse!

Grundlagen

An sich kann es sich ja schon jeder denken, weil jeder das Unternehmen wahrscheinlich bereits kennt, ich möchte meiner Analyselinie allerdings treu bleiben. Deswegen schauen wir uns als erstes an wie die Grundlagen aussehen, damit wir einen Überblick erhalten. Vielleicht entdeckt man ja noch Dinge, die man nicht erwartet hätte.

Geschäftsmodell

Auch, wenn Apple ja schon in der letzten Analyse von Microsoft erwähnt wurde, weil es neben Microsoft den einzig nennenswerten Anteil an Betriebssystem hat, ist das aber nur ein kleiner Teil des Geschäftsmodells. Apple ist ein Konsumgüterhersteller. Sie stellen verschiedene technische Geräte her und liefern diese mit der eigenen Software aus.

Historische Eckdaten

Vorab kann ich jedem den Film „Jobs“* empfehlen, der die Geschichte von Apple kennenlernen möchte. Dieser Film beschreibt mit Ashton Kutcher in der Hauptrolle das Leben vom Apple Gründer Steve Jobs und so bekommt man natürlich sehr schön den Werdegang des Unternehmens mit. Ich verlinke euch den Film mal unterm Video. Für alle anderen hier die Eckpunkte:

Apple Park Aktie Analyse
Der Apple Park in Cupertino, Kalifornien

Gegründet wurde das Unternehmen 1976 in einer Garage. Heute ist der Sitz von Apple etwas pompöser. Es sitzt im Apple Park in Cupertino, Kalifornien. Mit Gründung in den 70ern ist das Unternehmen auch ähnlich alt wie Microsoft. Das Unternehmen nahm schnell eine Vorreiterrolle ein. Dazu zählte, dass Apple eines der ersten Unternehmen war, das Computer für zu Hause zusammenlötete und dann verkaufte. Man sieht also schon hier eher den Hang zur Hardware, statt zur Software. Schon Anfang der 80er Jahre fing Apple damit an an Computern zu basteln, wie wir sie heute kennen. Sprich mit grafischer Nutzeroberfläche, die mit Maus und Tastatur benutzt wird.

Nach einem Streit mit dem neuen Firmenchef verließ Steve Jobs Apple vorrübergehend im Jahre 1985. In seiner Abwesenheit lief es nicht so gut bei Apple, so stand das Unternehmen 1996 kurz vor der Insolvenz. Als Ausweg kaufte man im gleichen Jahr das neue Unternehmen von Steve Jobs mit dem passenden Namen „NeXT“, um auf seiner Arbeit weiter aufzubauen. So war Jobs auch bei Apple wieder mit Entscheidungsträger. Mit dem iPod aus 2001 und besonders dem iPhone aus 2007 fand Apple dann den Weg raus aus der Krise hin zum wertvollsten Unternehmen, das es heute ist.

Produktanalyse

Wirklich ein sehr interessanter Werdegang des Unternehmens. Wer den entsprechenden Film dazu guckt, wird zudem feststellen wie dramaturgisch es teilweise zuging. Wirklich sehr spannend. Ebenfalls spannend ist es auch womit Apple genau wie viel Geld verdient. Das wollen wir uns als nächstes anschauen. Was genau sind die einzelnen Geschäftssegmente und wie genau verteilt sich der Umsatz auf diese?

Geschäftsgebiete

Im Geschäftsbereich „iPhone“ werden natürlich die Smartphones des Unternehmens verkauft. Das ist auch wirklich das Apple Produkt, welches ich immer schon genutzt habe, seit ich 2009 mein erstes iPhone gekauft habe. Damals war es noch das 3Gs. Ich hatte zwar übergangsweise mal ein Android aber mir gefiel die Nutzeroberfläche von iOS sehr viel besser. Hier werden ca. 50% der Umsätze generiert. Die Handysparte ist also ganz klar die Cashcow von Apple.

Apple Aktienanalyse Produkte

Der nächstgrößere Bereich ist „Services“ mit 20% der Umsätze. Hier fallen alle Dienstleistungs- und Softwareeinnahmen herein. Das Segment „Wearables, Home and Accessoires“ ist seit Durchbruch mit der Apple Watch ziemlich stark im Kommen. Zusätzlich werden hier noch die bekannten AirPods verkauft. In diesem stark wachsenden Bereich werden 11% der Umsätze generiert. Im Bereich „Mac“ kommen die Laptops und PCs des Herstellers zusammen, womit sie 10% der Umsätze machen. Die restlichen 9% kommen über die Sparte „iPad“. Neben dem iPad werden hier auch iPods vertrieben.

Absatzmärkte

Auch regional ist der Umsatz gut verteilt. Während im Heimatmarkt USA 40% vom Umsatz erwirtschaftet werden, entfallen 25% auf Europa, 15% auf China, 8% auf Japan, 7% auf den restlichen Asien-Pazifik-Raum und letztlich die übrigen 5% auf die restlichen amerikanischen Kontinente.

Apple Produktanalyse

Auswertung

Man sieht also, dass Apple viele erfolgreiche Produkte auf dem Markt hat und nicht nur von einem einzelnen abhängig ist. Zudem ist das Unternehmen nicht nur von einer Region abhängig. Vielmehr ist man auf der ganzen Welt beheimatet. So kann es natürlich nur 2 von 2 Punkten in der Produktanalyse der Apple Aktienanalyse geben.

Branchenanalyse

Basierend darauf, womit Apple seinen Umsatz generiert, schauen wir uns jetzt mal die entsprechende Branchen an, in denen Apple beheimatet ist. Besonders Smartphones und Watches sind hier interessant.

Attraktivität der Branche

Beim Absatz vom Smartphones sieht man aktuell einen stagnierenden Absatz. Mit den steigenden Gerätepreisen könnte so ein leichtes Umsatzwachstum stattfinden. Smart Wearables sind aber ganz SciFi-typisch scheinbar die Zukunft. Besonders Uhren sind hier im Kommen. In den nächsten Jahren wird hier weiterhin mit sprunghaften jährlichen Anstiegen gerechnet.

Wettbewerber

Nachdem der Smartphone Markt jahrelang mehr oder weniger von Apple und Samsung dominiert wurde, treten aktuell immer mehr Spielgefährten auf den Plan. Vor allem der Niedrigpreissektor wird zunehmend von chinesischen Herstellern versorgt. Schon bei den Umsätzen in der Produktanalyse sah man, dass die Umsätze aus dem Smartphone Segment zuletzt um 3% gesunken sind. Das hat sicher auch mit der steigenden Konkurrenz zu tun. Glücklicherweise stiegen die Umsätze in den anderen Bereichen deutlich an und vor allem im Bereich Smartwatches ist Apple Marktführer.

Kunden

Die Kunden der Unternehmen sind sowohl privat als auch gewerblich. Das kommt ganz darauf an wie die Produkte vertrieben werden. Wird ein Unternehmen mit neuen Macs ausgestattet ist der Kunde gewerblich. Wurden die Produkte über den Großhandel an den Einzelhandel verkauft sind die Kunden ebenfalls gewerblich. Kauft eine Privatperson allerdings über den Onlineshop oder den eigenen Flagshipstore, dann war der Kunde privat.

Zulieferer

Zulieferer sind sehr verschieden. Hier gilt es insbesondere die externen Hersteller der Produkte zu beachten. Diese sitzen meist in Asien und produzieren für die Hersteller dann ihre Smartphones und Gadgets. Zulieferer der Zulieferer sind auch nicht ganz unwichtig. Hier gibt es nämlich starke Marktanteile insbesondere unter den Chipherstellern. Wie man beim Rechtsstreit zwischen Qualcomm und Apple sieht, haben die Zulieferer der Chips keine gänzlich untergeordnete Rolle, sondern selbst mitunter auch starke Marktstellungen.

Ersatzprodukte

Wenn man nicht gerade im Ruhestand ist, dann ist ständige Erreichbarkeit eigentlich fast ein Muss. Zum einen verlangt dies oft der Job, zum anderen möchte man bei Freunden und Familie alles mitbekommen. Dass mittlerweile 3 von 4 Deutschen ein Smartphone haben, zeigt mir, dass ich hiermit nicht ganz falsch liege. Das Smartphone liefert außerdem ganz nebenbei noch die Möglichkeit ins Internet zu gehen und bietet so für Menschen, die nur wenig im Internet zu tun haben, einen kompletten Computer-Ersatz. Wearables sind denke ich nur nette Gadgets, die für sich allein allerdings keine Notwendigkeit haben und aktuell einfach im Trend sind. Hier nutzen genügend Leute statt Smartwatches einfach normale Uhren. Bis ich zum Geburtstag eine Apple Watch geschenkt bekommen habe, hatte ich über ein Jahrzehnt lang einfach eine Casio für 20€. Diese gibt es auch immer noch. Neben Aktien wahrscheinlich eine meiner besten Investitionen.

Markteintrittsbarrieren

Aufgrund des technischen Knowhows auf der einen Seite und der notwendigen Vorleistung bei Forschung- und Entwicklung auf der anderen Seite ist es sehr schwer technisch so ausgereifte Gadgets wie Smartphones oder Smartwatches zu entwickeln. Das funktioniert auf jeden Fall nicht von heute auf morgen. Besonders aber auch der Markenwert der einzelnen Hersteller, insbesondere Apple ist hier anzumerken. Um zum Beispiel einen ähnlichen Markenkult um sich zu schaffen wie Apple, bräuchte man Unmengen an Kapital und eine exzellente Marketingstrategie und auch dann ist nicht gesagt, dass es klappt.

Auswertung

Summa summarum gibt es in der Branchenanalyse 3,5 von 6 Punkten. Hier tummeln sich mittlerweile wirklich viele große Fische, und zwar nicht nur unter der Konkurrenz, sondern auch unter den Zulieferern. Das mindert die Margen genauso wie die teilweise gewerblichen Kunden.

Marktstellung

Jetzt soll es aber darum gehen, welche Stellung Apple denn genau hat. Schafft es Apple sich in der hart umkämpften Smartphone und Computerbranche zu behaupten? Wie kann man die Zukunft des Unternehmens einschätzen? Können auch in Zukunft noch Gewinne erzielt werden? Das alles schauen wir uns jetzt an.

Produktentwicklung

Ich denke zur Produktentwicklung bei Apple muss ich wenig sagen. Jeder kennt die Produkte und weiß wahrscheinlich auch wie oft Updates für die jeweiligen Produktreihen kommen. Es gehört schon fast zum Unternehmen wie die Butter aufs Brot, dass regelmäßig innovative neue Produktreihen entwickelt werden. Gibt es eine neue Reihe so wird diese, dann auch regelmäßig durch weitere Neuerungen ergänzt und konkurrenzfähig gehalten. Mittlerweile gibt Apple 13 Milliarden Dollar im Monat für Forschung und Entwicklung aus. Dieses Geld wird aktuell hauptsächlich in die Wearables und neue Dinge wie KI und autonomes Fahren gesteckt.

Möglichkeit einzukaufen

Aufgrund des großen Marktes und aufgrund der deshalb vielen Zulieferer hat Apple gute Möglichkeiten auszuweichen. Zudem fangen sie an die Wertschöpfungskette weiter abzuschöpfen, indem sie selbst beispielsweise Chips entwickeln. Das macht einen unabhängiger von Zulieferern wie Qualcomm. Auf der anderen Seite ist Apple natürlich auch ein Kunde, den man mit seinen Großbestellungen gern als Großkunden gewinnen möchte.

Einflüsse auf das Geschäft

Der größte Einfluss auf das Geschäft ist das Konsumverhalten der Bevölkerung. Sind Laptops im Trend oder vielleicht doch wieder kleinere Smartphones? Zusätzlich kann es natürlich sein, dass mal nicht Apple, sondern ein anderes Unternehmen als erstes eine technische Innovation vorweist und Apple nur hinterherrennt. Auch das wäre nicht Möglichkeit, wie sich das Blatt für Apple wenden könnte.

Marketing

Apple hat viele Ausgaben für Marketing, aber das zeigt auch absolut Wirkung. Apple ist eine der wertvollsten Marken der Welt und Apple aus diesem Grund auch berechtigter Weise zumindest eines der wertvollsten Unternehmen. Um die Marke herum ist ein richtiger Hype entstanden. Als die ersten iPhones rauskamen reichten die Schlangen bis aus dem Laden raus und um die Häuserblöcke herum. Zudem musste man die maximale Verkaufszahl pro Person begrenzen, damit kein Schwarzmarkt entsteht. Das kennt man heute nur noch vom Toilettenpapier.

Wachstumsmöglichkeiten

Der Smartphonemarkt stagniert aktuell etwas. Alle anderen Sparten von Apple verzeichnen momentan Umsatzwachstum. Besonderes Wearables versprechen sehr ertragreich zu werden. Gut, dass Apple hier mitunter Marktführer ist. Besonderen Wachstum würde es natürlich bringen, wenn zusätzlich noch gänzlich neue Produkte entwickelt werden würden.

Unternehmensführung

Nachdem er Steve Jobs bereits ab 2004 des Öfteren vertreten hatte, als er den CEO-Posten aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr wahrnehmen konnte, übernahm Tim Cook die Position des CEOs in 2011 dann komplett. Die Vorbildung von Tim Cook finde ich perfekt. Erst ein technisches Studium und darauf aufbauend, um Führungskraft werden zu können, einen MBA. Gut finde ich außerdem, dass er bereits währenddessen Berufserfahrung bei IBM sammeln konnte. Auch sein weiterer Lebenslauf war nicht gradlinig, sondern sehr differenziert. Nach IBM hatte er noch einige weitere Zwischenstationen und kam dann letztendlich 1998 zu Apple. Seine Apple Aktien sind mittlerweile über 400 Mio. USD wert und lassen ihn so sicher immer im Interesse des Unternehmens handeln. Neben seinem ohnehin schon attraktiven Lebenslauf sammelt er bereits seit 2005 Erfahrung im Aufsichtsrat von Nike.

Apple CEO Tim Cook Aktie Analyse
CEO, Tim Cook

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Der gesetzliche Rahmen für Apple ist günstig. Ihr größter Markt ist in den USA und bei Huawei sieht man ja, dass Konkurrenten teilweise nach Belieben des Präsidenten ausgestochen werden können. Ansonsten gibt es zu dem keine strengen gesetzlichen Auflagen. Lediglich der Datenschutz ist wie bei allen Unternehmen, die auch Software vertreiben ein Thema. Hier ist Apple allerdings eher Vorreiter als uneinsichtig. Wir erinnern uns, dass sie dem FBI das iPhone eines Terroristen nicht entsperren wollten, da es sich hier um einen widerrechtlichen Eingriff in den Datenschutz gehandelt hätte. So musste das FBI zwei Wochen lang selbst das iPhone hacken.

Auswertung

Für die Marktstellung von Apple gibt es von mir 6 von 7 Punkte. Apple ist mitunter Marktführer, vor allem bei Smartphones und Watches. Das kommt nicht von ungefähr. Sie haben sich über die Zeit wirklich sehr gut positioniert und haben gute Voraussetzungen neue Konkurrenz auszustechen.

Newsletter

An dieser Stelle möchte ich mal wieder auf meinen Newsletter hinweisen. Wenn du regelmäßig über neue Aktienanalysen wie der Apple Aktienanalyse informiert werden möchtest ist dieser perfekt für dich. Wenn du dich angemeldet hast, bekommst du monatlich die neusten Analysen zusammengefasst. Zusätzlich setze ich dir alle meine bisherigen Kauflimits ins Verhältnis zu aktuellen Kurs und zeige dir somit auf meinem Einkaufszettel, welche Aktien ganz aktuell am günstigsten bewertet sind. On Top erhältst du als Abonnent meines Newsletter auch noch exklusiven Einblick in mein eigenes Depot. Bei Interesse trage dich doch einfach über die Sidebar auf dem Blog dafür ein. Der Link ist in der Videobeschreibung. Ansonsten jetzt wieder zurück zur Apple Aktienanalyse!

Unternehmensbewertung

Jetzt wollen wir dann auch in dieser Analyse zur konkreten Bewertung von Apple kommen. Dazu schauen wir uns erstmal wieder die Finanzkennzahlen im 5-Jahresdurchschnitt an, welche dann später die Basis für den fairen Wert je Aktie bilden. Schätzen wir hier aber erstmal grob ein, in welche Richtung sich das Unternehmen entwickelt.

Finanzkennzahlen 5-Jahres-Durchschnitt

  • Operative Nettobetriebsvermögen negativ
  • Umsatz +3,7%
  • Operativer Gewinn stagnierend
  • Operative Marge 26,2% (abnehmend)
  • Free Cash Flow +1,3%
  • Operativer FCF stagnierend
  • Eigenkapitalquote 32,1% (abnehmend)
  • Fremdkapitalkosten +58,4%
  • Dividendenwachstum +4,8% (je Aktie +12,7%)
  • Dividendenrendite 1,6% (aktuell 0,6%)
  • Ausschüttung des FCF 20,9%
  • Übergewinn stagnierend
Apple Ertragswerte Umsatz EBIT Free Cash Flow
Ertragszahlen im 5-Jahresvergleich

Erläuterung der Zahlen

Also hier bin ich ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Ich dachte Apple weist als teuerstes Unternehmen der Welt enorme Wachstumszahlen auf. Dem ist leider ganz und gar nicht so. Auch, wenn der Umsatz in einzelnen Sparten wie den Wearables um 25% gestiegen ist, steigt er insgesamt nur mit 3,7%. Ich hatte mir wenigstens erhofft, dass man ähnlich stark wie Microsoft wächst. Aber die Zahlen sind mittlerweile wahrscheinlich einfach zu hoch, um weiterhin so starkes Wachstum an den Tag zu legen. Leider munden auch die restlichen Zahlen nicht wirklich. Sie sind jetzt nicht richtig schlecht aber sehr stagnierend, dafür, dass Apple so gehypt wird. Zudem nahm zuletzt das Eigenkapital deutlich ab und die Fremdkapitalkosten sind enorm gestiegen. Apple hat nämlich massiv Aktien zurückgekauft. Auf der anderen Seite konnte dadurch aber ein für Anleger attraktives Dividendenwachstum von 12,7% geschaffen werden, während man die Gewinnausschüttung insgesamt nur um 4,8% steigern musste. Hierbei wurden angenehme 20,9% des Free Cash Flows ausschüttet.

Zusammengefasst hat Apple zwar gesunde wirtschaftliche Verhältnisse, allerdings stagniert das Geschäfts innerhalb der letzten 5 Jahre. Aus diesem Grund erhält Apple von mir nur einen von zwei möglichen Punkten in der Finanzanalyse.

Fair Value

Auf Grundlage der ermittelten Finanzkennzahlen habe ich meine Bewertungsmodelle befüllt. Als Umsatzwachstum habe ich mit einem Auge auf die Wearables blickend, statt der erreichten 3,7% sogar 5% angesetzt. Mein eingesetztes Kapital möchte ich mit 10% verzinst haben und habe deswegen Eigenkapitalkosten von genau diesen 10% angesetzt. Hinzu kommt, dass ich aufgrund von langfristigen Anleihen Fremdkapitalkosten von ca. 4% ermitteln konnte. Der ermittelte durchschnittliche Satz an Kapitalkosten liegt bei Apple somit bei knapp 6%. Den Output aus meinen Modellen habe ich anschließend noch mit dem aktuellen durchschnittlichen Kursziel der Analysten geglättet. Im Ergebnis bedeutet das, dass ich für Apple einen Fair Value von 112,14$ bzw. 91,96€ ermitteln konnte.

Chancen und Risiken

Jetzt brauchen wir hier natürlich noch einen Sicherheitsabschlag. Wie sieht es hier denn bei Apple aus? Vorab muss man wie bei allen Unternehmen, die mit Daten hantieren, auf den Datenschutz hinweisen. Das ist rechtlich auf jeden Fall die größte Herausforderung und das größte Risiko. Da Apple hier aber hauptsächlich private Daten speichert, halte ich das Risiko für geringer als bei Microsoft mit ihren großen Cloudspeichern. Zudem sehe ich kritisch, dass das Hauptgeschäft von Apple, dem iPhone, zurückgeht. Tatsächlich sehr verständlich, da die Welt mittlerweile mit Smartphone versorgt ist. Wenn 50% der Umsätze aus diesem Bereich kommen, möchte man ihn aber nicht schwächeln sehen. Darunter leidet mittlerweile auch die Marge des Unternehmens.

Deutliche Chancen sehe ich hingegen in der kultigen Marke, der Abhängigkeit, die Apple mit seinen Produkten schafft, und der Innovationskraft. Wer vorm iPod oder gerade vorm iPhone bei Apple investiert war, konnte sich freuen. Wenn man die Aktie besitzt und Apple nochmal so eine innovative Neueinführung vom Stapel lässt, beispielsweise ein sehr intelligente Siri, die wirklich hilft, oder ein selbstfahrendes Auto, dann wird man einiges an der Aktie mitverdienen können.

Investmententscheidung

Durch insgesamt 4,5 Punkte Abzug in der Analyse multipliziert mit jeweils 5%-Punkte Sicherheitsabschlag, lande ich bei 22,5% Sicherheitsmarge. Ziehe ich diesen Wert von meinem ermittelten Fair Value ab, so komme ich auf ein Kauflimit von 72€. Bezüglich des Verkaufslimit ziehe ich die gleichen Prozentpunkte von 150% des fairen Wertes ab und lande somit bei einer Verkaufsschwelle von 117€. Bei einem aktuellen Kurs von 105€ werde ich also leider kein Apple-Aktionär. Bei enormen Interesse könnte man höchstens einen Sparplan einrichten. Wäre ich bereits investiert, würde ich die Aktie aktuell halten.

Fazit

In Apple hätte ich wirklich gern investiert, da ich selbst mehrere Produkte besitze und wertschätze. Leider finde ich die Aktie aktuell zu teuer. Nach der Apple Aktienanalyse scheint es mir, als ob der aktuelle hohe Kurs eine Wette auf künftige bahnbrechende Neueinführungen darstellt. Die Entwicklung der aktuellen Produktreihen und Absatzmengen rechtfertigen meiner Meinung nach nämlich nicht den hohen Preis. Es wirkt als würde sich das ultimative Marketing von Apple und der Markenkult auch beim Aktienkurs bemerkbar machen. Ich probiere aber weiter rational zu investieren und meine Begeisterung für die Marke nicht mit einfließen zu lassen.

Wie steht es denn aber um eure Meinung? Nutzt ihr Apple-Produkte und habt die Aktie? Oder vielleicht auch nur eins von beiden? Ich würde mich wirklich über einen regen und sachlichen Austausch in den Kommentaren freuen! Ansonsten lasst doch direkt ein Abo da, wenn ihr schon unterm Video unterwegs seid. Dann verpasst ihr künftig auch keine Analysen mehr. Wenn ihr dann noch die Glocke aktiviert, dann erfahrt ihr auch immer als erstes meine Meinung zu den Aktien, die ich analysiere. Ansonsten bedanke ich mich wie immer fürs Zusehen und sage bis bald!

*Affiliate-Link

Inhalte werden geladen

5 Antworten auf „Apple Aktienanalyse – Wann kommt die nächste große Innovation?“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.