AT&T Aktienanalyse – Solider Dividendenwert

AT&T ist ein riesiges Unternehmen und zahlt bereits lange und zuverlässig Dividende. Als waschechter Dividenden-Aristokrat ist AT&T auch ein perfekter Kandidat für meine Aktienanalyse. Schauen wir uns doch mal an, ob es dem Unternehmen gut geht und ob es fair bewertet ist. Viel Spaß!

Grundlagen

Zuerst möchte ich das Unternehmen wie immer kennenlernen. Hierfür stelle ich euch kurz das Geschäftsmodell vor und zeige wo das Unternehmen herkommt. Danach werdet ihr viel besser einordnen können, was ich später in der AT&T Aktienanalyse zu den Finanzkennzahlen erzähle.

Geschäftsmodell

AT&T ist ein US-amerikanisches Unternehmen. Grundlegend hat es sich auf Telekommunikation spezialisiert. Es stellt Netze zur Verfügung, insbesondere für Ferngespräche. AT&T ist wohl am ehesten mit der Deutschen Telekom zu vergleichen, wenn natürlich auch nicht im Details. Mittlerweile hat es allerdings auch Konzernstrukturen und greift damit in andere Sparten. So hat AT&T 2018 Time Warner gekauft und sich selbst somit auch in die Unterhaltungsindustrie eingekauft.

Historie

Gegründet wurde das Unternehmen 1885, wobei bereits Vorläufer ab 1877 kursierten. Die Gründung wurde über die Vorgänger mitunter von Alexander Graham Bell durchgeführt. Dieser ist uns eigentlich als Erfinder des Telefons bekannt und gründete auf Grundlage dessen die Bell Telephone Company, welche sich letztlich zu AT&T (American Telephone & Telegraph Company) entwickelte.

Lange Zeit hatte AT&T in den USA und Kanada eine Monopolstellung. Dies machte teilweise auch den Riesenerfolg des Unternehmens aus und half ungemein beim Wachstum. Meilensteine waren unabhängig davon wohl das erste Tiefseekabel für Ferngespräche im Jahre 1956 und der erste kommerzielle Kommunikationssatellit 1962. Ab 1975 schrieb die Regierung allerdings zunehmend Aufträge aus und es begann ein harter Wettbewerb in der Branche.

Der Wettbewerb mündete 1982 in der Zerschlagung des Unternehmens im Sinne von der Abspaltung einiger Tochtergesellschaften. Später gab es einige Zu- und Verkäufe insbesondere in der Telekommunikationsbranche und bei Radio- und Fernsehsendern in den USA. 2011 wollte AT&T außerdem die US-Sparte der Telekom erwerben, was aber im Zuge des Kartellrechts in Amerika untersagt wurde. Der letzte große Coup war die Übernahme von Time Warner in 2018.

Produktanalyse

Schauen wir uns nun in der Produktanalyse der AT&T Aktienanalyse mal genauer an womit das Unternehmen überhaupt Geld verdient. Wichtig ist, dass wir hierbei auf ausreichende Diversifikation achten.

Dienstleistungen

Grob gesagt geht es bei AT&T hauptsächlich um Mobiltelefonie auf der einen Seite und Festnetztelefonie und Kabeldienste auf der anderen. Letztere Sparte umfasst insbesondere Orts- und Ferngespräche, Internet, E-Mailservice und Satellitenfernseh. 90% des Umsatzes entfällt dabei auf Dienstleistungen und 10% auf den Vertrieb von zugehöriger Ausrüstung. AT&T nennt zusätzlich eine Aufteilung nach Geschäftsbereich wie folgt: 78,5% Communications, 18,5% WarnerMedia, 3,8% Latin America und 1,2% Xandr (Werbedienst). Man sieht also wo die Schwerpunkte liegen.

Absatzmärkte

Schaut man sich an wo der Umsatz gemacht wird, so stellt man mit wenig Erstaunen fest, dass der Großteil mit 89,6% in den USA selbst umgesetzt wird. Die übrigen Kontinente tummeln sich jeweils mit 2% in der Statistik.

Bewertung

Leider muss man sagen, dass AT&T wenig über Produkte diversifiert ist und noch viel weniger Regional. So gibt es hier leider 0/2 Punkte.

Branchenanalyse

Schauen wir uns in der AT&T Aktienanalyse aber zunächst einmal die Branche insgesamt an bevor wir weiter auf das Unternehmen im speziellen eingehen. Wie leicht ist es in der Branche Geld zu machen und wie viel Freiheit haben Unternehmen hier bei der Preisgestaltung? Durch den Kauf von Time Warner gehe ich hierbei immer auf die Telekommunikations- und die Unterhaltungsbranche ein.

Attraktivität der Branche

Die Telekommunikation ist ein grundlegendes Bedürfnis. Auch in Zukunft werden Menschen miteinander über die Distanz sprechen wollen. Zudem kommt, dass das Internet immer wichtiger wird. Nicht nur zum Surfen, sondern auch für immer mehr Geräte wird Bandbreite benötigt. Auf der anderen Seite ist es aktueller denn je sich unterhalten zu lassen. Die Branche rund um Film, Streaming und Gaming wird immer wichtiger und noch ist kein Ende in Sicht.

Wettbewerber

In der Telekommunikationsbranche in den USA gibt es viele teils größere, teils kleinere Unternehmen. Jedes dieser Unternehmen hat seine Spezialität. So ist AT&T auf Ferngespräche spezialisiert und hier die Nummer 1. Im Bereich Internet und Mobilfunk gibt es allerdings starke und größere Konkurrenzunternehmen. Problematisch, da jeder Mensch nur einen Telefon-, Handy- und Internetvertrag braucht. Anders sieht es bei der Unterhaltungsindustrie aus. Hier können Menschen parallel viele verschiedene Anbieter in Anspruch nehmen. Gerade in Zeiten des Binge Watchings nimmt die Nachfrage an Unterhaltung deutlich zu.

Kunden

Im Telekommunikationsbereich sind die Kunden sowohl gewerblich als auch privat. Für gewerbliche Kunden ist es natürlich schwieriger komplette Systeme der Anbieter zu wechseln. Dafür haben die gewerblichen Kunden auch wesentlich größere Verhandlungsmacht als Privatkunden was den Preis angeht. Bei den Unterhaltungsmedien sind die Kunden ebenfalls in beiden Segmenten. Kinos als Abnehmer für Filme werden nicht zuletzt durch Corona immer weiter an Bedeutung verlieren. Streamingdienste sind hier die Zukunft. Private Kunden kaufen die Blue-Ray physisch.

Zulieferer

Das grundlegende Gerüst des Unternehmens sind Satelliten und Kabel. Dieses Fest- und Mobilnetz ist bei AT&T schon lange gut aufgestellt. Insofern gibt es keine Abhängig von Zulieferern wie bei produzierenden Unternehmen. Auch in der projektbasierten Unterhaltungsindustrie kann man Zulieferer sehr gut wechseln.

Ersatzprodukte

Leider hat der Telefon-, Internet- und Handyvertrag den Nachteil, dass es (solang man ausreichende Verbindungsqualität hat) völlig egal ist bei welchem Anbieter man ist. Ähnlich ist es z.B. beim Stromversorgen. Welches Symbol links oben auf meinem Handy angezeigt wird oder welcher Router irgendwo in der Ecke unterm Tisch steht ist völlig irrelevant und hier gibt es auch keinen aktuellen Produkthype wie bei Handys oder Autos. Bei Unterhaltungsmedien gibt es ebenfalls keine Verbindung zum Produzenten. Hier wird alles mitgenommen was angeboten und empfohlen wird.

Markteintrittbarriere

Durch das notwendige Netz ist es entweder notwendig dieses selbst aufwendig aufzubauen oder sich bei bestehenden Netzbetreibern einzumieten. Ersteres ist mit hohen Kosten verbunden, für die man einen Finanzierungspartner braucht. Letzteres macht die ohnehin schon vorhandene Konkurrenz natürlich noch stärker. Auch größere Filmproduktionen brauchen viel Kapital.

Auswertung

Die Branche erhält von mir 4/6 Punkte. Allein die Wettbewerber in Verbindung mit der Austauschbarkeit des Produktes machen die Preisgestaltung schwierig. Die restlichen Punkte lassen ausreichend Freiraum bei der Preisgestaltung.

Marktstellung

Nachdem wir die Branche insgesamt bzgl. der Preisgestaltungsmöglichkeiten analysiert haben, wollen wir nun die Stellung von AT&T innerhalb des Marktes betrachten. Schauen wir uns als nächsten Teil der AT&T Aktienanalyse mal die Marktstellung des Unternehmens an.

Produktentwicklung

Die Produktentwicklung gestaltet sich auf den ausgetretenen Pfaden der Telekommunikation natürlich schwierig. Das Netz wird weiter ausgebaut und verbessert, ansonsten werden hier technologisch allerdings keine großen Sprünge gemacht. Um sich zu verändern wird eher probiert neue Unternehmen wie Time Warner aufzukaufen. Hier wächst der Markt enorm. Auch gibt es viele Produktentwicklungen im Sinne von neuen Filmen durch Warner Bros. und Serien durch HBO.

Einkaufsmöglichkeiten

Wie bereits oben erwähnt eher irrelevant. Soll an dieser Stelle jedoch positiv auffallen, dass es an sich keine notwendigen regelmäßigen größeren Einkäufe gibt.

Einflüsse auf die Produktion

An sich fallen einem wenige Einflussfaktoren auf den Geschäftsbetrieb ein. Lediglich Stromausfälle und Naturkatastrophen können das Netz eventuell schädigen. Corona verzögert allerdings aktuell natürlich Dreharbeiten weiterer Serien und Filme durch Time Warner. Hier kann es zu kurzfristigen Umsatzeinbußen kommen.

Marketing

Bei der Offenlegung durch Edward Snowden kam heraus, dass sich AT&T recht kooperativ gegenüber der NSA gezeigt hatte. Dies hat sicherlich Eindruck im Image hinterlassen. Auf der anderen Seite sagte ich ja bereits, dass Anbieter in der Branche komplett austauschbar sind und emotionslos Verträge abgeschlossen werden, deswegen ist dieser Punkt mittlerweile wohl wieder in Vergessenheit geraten. In der Telekommunikationsbranche ist Marketing wohl eher gleich Preiskampf, was nicht sehr vorteilhaft ist. Besser wird es durch das kombinierte Angebot mit Unterhaltungsmedien. Wobei man auch hier sagen muss, auch wenn Warner Bros. und HBO gestandene Größen der Branche sind, so muss doch für jede neue Serie und jeden neuen Film enormes Marketing betrieben werden, zumindest bis sich eine Fanbasis gebildet hat.

Wachstumsmöglichkeiten

Der Telekommunikationsmarkt bietet eher weniger großen Wachstum. Die Preise werden durch Preiskampf gedrückt und nich erst seit gester ist der Großteil der Bevölkerung bereits mit Telefon und Fernsehen ausgestattet. Bei den Unterhaltungsmedien gibt es allerdings enormen Wachstum. Nicht zuletzt durch aufkommende Streamingdienste wird die Nachfrage nach neuen Filmen und Serien immer größer. Auch die noch kleine Gamingsparte von Time Warner könnte in Zukunft an Gewicht gewinnen, wenn auch hier Streaminglösungen gefunden werden.

Unternehmensführung

Mit Randall Stephenson ist der Vorstandsvorsitzende von AT&T schon langfristig im Unternehmen und vor allem der Branche beheimatet. Er begann direkt nach der Uni in der Branche zu arbeiten und ist seit 2007 CEO bei AT&T. Da er zudem ca. 80 Mio. $ an Aktien des Unternehmens hält, kann man davon ausgehen, dass er im Interesse des Unternehmens handelt. Der versuchte Kauf von US-Telekom und der tatsächliche Kauf von Time Warner zeigt langfristig Überlegungen des Vorstands.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Die wohl größte und auch fast schon einzige rechtliche Bedingung, der sich AT&T seit jeher gegenüberstehen sieht ist das Kartellrecht. Wenn es nur noch Wachstum durch Zukäufe anderer Unternehmen gibt, kann es natürlich kritisch sein, dass diese Teilweise wegen Monopolisierung untersagt werden.

Fazit Marktstellung

Wegen des schwierigen Wachstums vor allem in Kombination mit dem großen Konkurrenzkampf bekommt AT&T in der Marktstellung 5/7 Punkte von mir.

AT&T Aktienanalyse
Die Situation sieht ganz gut aus, kommen wir jetzt zu den Geschäftszahlen!

Finanzkennzahlen

Diese AT&T Aktienanalyse wäre nicht vollständig ohne ein paar nackte Zahlen. Kommen wir als nächstes zu den harten Fakten. Wie schauen denn die Zahlen im 5-Jahresdurchschnitt aus?

Übersicht

  • Operatives Nettovermögen +11,06%
  • Umsatz +7,37%
  • Operativer Gewinn (EBIT) +25,78%
  • Rendite d. oper. Nettovermögens 8,5%
  • Operative Marge 13,9%
  • Kapitalumschlagshäufigkeit 0,58
  • Free Cash Flow +37,7%
  • Operativer FCF +7,1%
  • Dividendenwachstum +2,1%
  • Dividendenrendite 5,4%
  • Prozentuale Ausschüttung 71,1%
  • Übergewinn +18,5%

Bewertung

Einige dieser Kennzahlen muss man etwas ins rechte Licht rücken, da sie durch die Übernahme von Time Warner etwas verzerrt sind. Dennoch sind die Zahlen grundsolide. Außerdem, auch die Kennzahlen die die anderen Werte ins Verhältnis setzen, namentlich die Marge und die Rendite, sehen sehr gut aus. Besonders interessant für Dividendenjäger ist, dass die Dividende seit Jahren jedes Jahr um ca. 2% steigt. Zudem positiv zu erwähnen ist, dass die Ausschüttung nur 71,1% des FCF innerhalb der letzten 5 Jahre ausmacht.

Unternehmenswert

Da wir nun alle notwendigen Fakten betrachtet haben, kommen wir nun dazu eine Investmententscheidung zu treffen. Ich treffe hierzu Annahmen für die Zukunft. Auf Grundlage dieser Annahmen füttere ich mein Discounted Cash Flow- und mein Übergewinn-Modell, nehme hiervon den Mittelwert und komme so schließlich zu einem fairen Wert der Aktie und einen Kaufpreis für mich.

Getroffene Annahmen

Durch den Kauf von Time Warner und die dadurch verzerrten Zahlen, konnte ich leider nicht die historischen Wachstumsraten nehmen, sondern habe diese für Umsatz, Gewinn und FCF auf ca. 2% reduziert. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Zudem habe ich die Abschläge auf die Aussicht auf die nächsten Jahre aufgrund von Corona genommen, auch wenn das Geschäftsmodell nicht so sehr unter die Räder kommen dürfte.

Fair Value

Ich lande bei einem Fair Value von 48,23$ bzw. 40,51€. Schauen wir uns nun noch mal die Chancen und Risiken an und leiten uns so eine Margin of Safety ab. Diese soll uns Sicherheit geben, falls man sich verkalkuliert hat oder unvorhersehbare Dinge eintreten.

Chancen und Risiken

Um das Risikoprofil in die Zukunft zu projezieren, sollte man sich noch mal die Chancen und Risiken vor Augen führen.

Chancen

Time Warner war eine sehr glückliche Übernahme und dürfte auch in Zukunft der Wachstumsmotor sein. Die Branche der Unterhaltungsindustrie ist einfach stark am wachsen und dreht gerade denke ich erst so richtig auf. Das Unternehmen hat außerdem ein Management, das sich in der Telekommunikation auskennt und Perspektiven für die Zukunft sucht.

Risiken

Die ursprüngliche Branche der Telekommunikation ist hart umkämpft und ist insbesondere durch komplett neue Techniken eventuell angreifbar. Dabei denke ich zum Beispiel an das Projekt „Starlink“ von Elon Musk, womit es nicht einfacher wird sich auf dem Markt durchzusetzen. Zusätzlich macht das amerikanische „Kartellamt“ Übernahmen regelmäßig schwierig.

Investmententscheidung

Meine Sicherheitsmarge aufgrund der gerade genannten Chancen und Risiken ist 35%. Zieht man diese Marge vom fairem Wert je Aktie ab komme ich zum Schluss, dass ich persönlich bis 26,33€ einsteigen würde. Da der aktuelle Kurs der Aktie bei 24,90€ ist, habe ich einen neuen Kandidaten für ein Investment! Also nochmal zur Transparenz, wenn diese Analyse online geht werde ich bereits in AT&T investiert sein. Bis 48,62€ werde ich Stand heute die Aktien halten. Man kann auch einen Sparplan machen. Wenn der Preisalarm oben anschlägt, dann würde ich sie dann wieder verkaufen, wenn sonst alle Parameter ähnlich bleiben.

Fazit – Disclaimer

So weit meine Aktienanalyse zu AT&T. Ich hoffe ihr konntet für euch einiges mitnehmen, auch wenn ihr vielleicht das ein oder andere anders seht. Diese AT&T Aktienanalyse ist keine Anlageempfehlung und jeder ist selbst für seine Investments verantwortlich. Diese Analyse dient nur als Information, Inspiration und Beiwerk zu euren eigenen Recherchen, die in eure Investmententscheidung einfließen. Die Daten habe ich nach besten Wissen und Gewissen recherchiert, übernehme dafür allerdings natürlich keine Haftung. Es handelt sich hier explizit um keine Handlungsempfehlung, sondern nur um meine geteilten Gedanken. Wenn du noch Hilfe brauchst dich selbst in Aktienanalysen einzufinden siehe auch diese Blogreihe oder schau mal auf meinem YouTube-Kanal vorbei.

Ansonsten hoffe ich ihr hattet Spaß und freue mich aufs nächste Mal!

Grüße, Kai

2 Antworten auf „AT&T Aktienanalyse – Solider Dividendenwert“

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