BASF Aktienanalyse – Günstiger Einstieg und Hoffnung auf Turnaround

Hallo und herzlich auf dem Finanzplaneten! Mein Name ist Kai und heute befinden wir uns in der Analyse mit BASF mal wieder genau vor der eigenen Haustür. Regelmäßig läuft einem dieser Aktientipp über den Weg und euer Voting auf YouTube hat den Eindruck nun bestätigt. Scheinbar wollen viele von euch wissen was das deutsche Traditionsunternehmen genau macht und vor allem auch, ob hier aktuell ein günstiger Einstieg möglich ist. Schauen wir uns das mal genauer an. Wenn du dir die gleichen Fragen stellst, dann bleib dran und viel Spaß mit der BASF Aktienanalyse!


Grundlagen

Nachdem wir uns mit dem Geschäftsmodell vertraut gemacht haben, wollen wir uns auch bei der deutschen BASF wieder anschauen wie das Unternehmen entstanden ist und wie es sich über die Jahre gewandelt hat. Dabei probieren wir insbesondere in der jüngeren Vergangenheit einen roten Faden zu entdecken, der andeutet, wie es in Zukunft weitergehen könnte.

Geschäftsmodell

BASF ist ein riesiger Chemiekonzern aus Ludwigshafen am Rhein. Beim Unternehmen sind wirklich fast alle Bereiche vertreten, die man sich in der Chemiebranche vorstellen kann. Gleichzeitig sind die Geschäftsbereiche so gewichtet, dass man keinen Schwerpunkt im Unternehmen ausmachen kann.

Historische Eckdaten

Es begann aber alles im Jahre 1865. Noch vor dem deutschen Kaiser begann man hier mit der Herstellung von Farbstoffen. Durch von Banken gestützte aggressive Expansion erreichte die Badische Anilin und Soda Fabrik, wie BASF mit ganzen Namen heißt, schnell eine tragende Rolle auf dem Weltmarkt. Das Unternehmen erforschte neben der natürlichen Farbherstellung auch die künstliche Synthese der Farbstoffe. Dieser Kraftakt dauerte 17 Jahre, sollte sicher allerdings lohnen. Um die Jahrhundertwende war man das größte Chemieunternehmen der Welt. Mit Bayer und Agfa schloss man sich 1904 zur Interessengemeinschaft Farben zusammen, um in diesem Bereich stärker zusammenzuarbeiten und Synergien zu nutzen.

Aufgrund der schwierigen Absatzlage in der Farbindustrie während des ersten Weltkrieges traten noch weitere Unternehmen bei. 1925 änderte man die Firma zur die I.G. Farben AG, die aber neben Farben später auch Benzin, Kautschuk und Dünger herstellte. Wie viele deutsche Firme bekleckerte man sich in der NS-Zeit nicht mit Ruhm. Das zur Schädlingsbekämpfung entwickelte Zyklon B wurde bspw. genutzt, um den industriellen Massenmord in den Gaskammern zu betreiben. Viele leitende Funktionäre wurden in den Nürnberger Prozessen angeklagt. In der Nachkriegszeit nannte man sich in BASF AG um. Bis in die 70er baute man erst deutsche und dann gezielt auch internationale Produktionsstätten wieder auf.

In den kommenden Jahren und Jahrzehnte bildeten sich insbesondere die heutigen Tätigkeitsfelder heraus, auf die wir gleich noch eingehen. Hier erforschte man immer mehr Produktionen und kaufte immer mehr andere Unternehmen auf. Bis vor kurzem war man auch noch in der Öl- und Gasproduktion tätig. Dieser Geschäftsbereich wurde allerdings ausgegliedert. Hier gründete man auch das Joint Venture Basell, das ein Vorläufer der heutigen LyondellBasell war. Ab 2008 firmiert das Unternehmen als BASF SE. In der jüngsten Vergangenheit übernahm BASF Firmen im Wert von insgesamt über 14 Mrd. USD.

Produktanalyse

Nachdem wir nun wissen, dass sich BASF sein Portfolio gerade in letzter Zeit zusammengekauft hat, wollen wir uns mal anschauen in welcher Verteilung der Umsätze das heute mündet. Dabei schauen wir uns die verschiedenen Tätigkeitsbereiche an und wo der Umsatz auf der Welt generiert wird.

Geschäftsgebiete

Wie man es sich durch die Unternehmensgeschichte schon denken kann, ist das Geschäft von BASF stark diversifiziert ist. Den meisten Umsatz macht BASF mittlerweile mit der Sparte Surface Technologies. Hier geht es um Chemikalien und Techniken zur Bearbeitung und Versieglung von Oberflächen. Neben den anderen zyklischen Bereichen des Unternehmens, war es dieses Geschäftsfeld, das sich auch während Corona sehr gut entwickelt. Aktuell macht BASF hier 28% der Umsätze. Mit Materials macht man als zweitgrößte Position schon nur noch 18% der Umsätze in 2020. Hier werden Grundstoffe für die Kunststoffproduktion hergestellt. Weiter geht’s mit dem Chemicals-Bereich, der 14% der Umsatzerlöse ausmacht und petrochemische Grundstoffe liefert. Die 13% der Umsätze im Bereich Agricultural Solutions werden mit Dünger, Saatgut und Pestiziden gemacht. Der gleichgroße Bereich Industrial Solutions verkauft Zusätze für die Industrie. Hierunter fallen auch die ursprünglichen Pigmente. Der restliche Umsatz wird im Bereich Nutrition generiert. Dieser Bereich liefert die Zusatzstoffe, die ihr auf der Rückseite Nahrungsergänzungsmitteln oder Beauty-Produkten lesen könnt.

BASF Aktienanalyse
Quelle: Marketscreener.com

Absatzmärkte

Auch regional steht man auf mehr als einem Bein. Während 41% der Erlöse aus Europa kommen und weitere 28% aus Nordamerika, folgt der Asien-Pazifik-Raum mit 25% und die übrigen Emerging Markets zusammengefasst mit 6%. Hier auf der Übersicht seht ihr die genannten Positionen noch detaillierter.

BASF Aktien Analyse
Quelle: Marketscreener.com

Auswertung

Sowohl regional als auch über die Produktpalette hinweg ist BASF top diversifiziert. Hier gibt es wenig Risiko eines kompletten Umsatzeinbruches. Damit der Umsatz wie aktuell in 2020 etwas zurückgeht, muss es schon eine weltweite Pandemie gepaart mit einem Ölpreis-Verfall geben. So gibt es aber natürlich 2 von 2 Punkten.

Branchenanalyse

Aufgrund der hohen Diversifikation der Geschäftstätigkeit von BASF müssen wir in der Branchenanalyse eigentlich direkt auf mehrere Bereiche eingehen. Zum Glück habe ich mir auf dem Finanzplaneten bereits einige Branchen angeschaut und kann hier aus den Vollen schöpfen.

Attraktivität der Branche

An dieser Stelle werde ich jetzt einfach die Wachstumsraten, die ich im Zuge anderer Analysen bereits ermittelt habe, hier einbringen, damit wir mit wenig Aufwand möglichst viele Teilbereiche des Konzerns betrachten können. Der größte Teilbereich von BASF ist die Beschichtung. Diese Branche hatte ich mir bereits in der Sherwin Williams Aktienanalyse angesehen und dort kann man mit einem jährlichen Wachstum von 4,3% rechnen. Die Dünger und Pestizide, die im Agriculture-Bereich verkauft werden, habe ich mir wiederum bereits in der Bayer Aktienanalyse angesehen. Hier sind es ebenfalls ca. 5% prognostiziertes Wachstum pro Jahr. Weiter geht es in der petrochemischen Sparte Chemicals von BASF. In der Analyse der bereits erwähnten ehemaligen Tochter LyondellBasell konnte ich in diesem Bereich ein voraussichtliches Wachstum von ca. 3% ausmachen. Da der meiste Umsatz im Zusammenhang mit der Petrochemie gemacht wird, egal wofür die produzierten Rohstoffe dann genutzt werden, setze ich für das gesamte Wachstum die 3% an, welche ich auf 4% aufgrund der einzelnen stärkeren Bereiche erhöhe.

Wettbewerber

Wie in den meisten älteren Branchen gibt es mittlerweile viele wirklich große Unternehmen in diesem Bereich. BASF schafft es allerdings auf Platz 1 weltweit. Das ist natürlich schon ein Vorteil gegenüber den Konkurrenten. Auffällig ist, dass zwar auch aus Deutschland und Europa viele Chemiekonzerne kommen, allerdings auch aus den Emerging Markets, die man sich natürlich lieber selbst als Absatzmarkt erschließen wollen würde.

Kunden

Die Kunden für chemische Rohstoffe genauso wie für Dünger und Pestizide sind gewerblich.

Zulieferer

Analog zum riesigen Produktportfolio eines der großen Chemiekonzerne, ist auch das Spektrum an möglichen Zulieferern enorm groß. Hier wird man immer auf andere Lieferanten ausweichen können und nicht in Abhängigkeit zu einem einzelnen Geschäftspartner geraten.

Ersatzprodukte

Die Chemiekonzerne liefern grundlegende industrielle Produkte. Das heißt, dass sie für die Kundenunternehmen eher seltener komplett ersetzbar sind. Sofern eine gewisse Güteklasse eingehalten wird, ist es für die Kunden aber auch relativ irrelevant, von welchem Lieferanten sie das Produkt nehmen.

Markteintrittsbarrieren

Selbst BASF gründete sich im 19. Jahrhundert ja mit viel Kapital von Banken, die hier ein gutes Geschäft witterten. Auch, wenn man nicht direkt in allen Sparten vertreten ist, sondern erstmal in einem Bereich Fuß fassen möchte, so ist dieses Geschäftsmodell enorm kapitalintensiv. Man muss Produktionsstandorte aufbauen, die ausreichend Produkte herstellen, und notwendiges Personal vorfinanzieren. Von den langjährigen Geschäftsbeziehungen und politischen Freundschaften, die ein fast 200 Jahre altes Unternehmen hat, wollen wir gar nicht erst anfangen.

Auswertung

An sich sieht hier alles gut aus bis auf die gewerblichen Kunden, die hier natürlich probieren werden den Preis zu drücken. Alles andere spielt großen Chemiekonzernen in die Karten. Dafür gibt es an dieser Stelle 5 von 6 möglichen Punkten in der Branchenanalyse.

Marktstellung

Jetzt wollen wir uns dann mal anschauen wie viel Punkte BASF als größter Chemiekonzern der Welt für seine Marktstellung herausholen kann. Während wir uns gerade noch die Branche angesehen haben, legen wir nun noch mehr Augenmerk auf BASF.

Produktentwicklung

In der langen Geschichte der Chemie gingen einige Erfindungen, Erkenntnisse und Patente zu bestimmten Synthesen auf das Konto von BASF. Umso weiter die Verfahren hier optimiert wurden, desto weniger oft kommen solche Quantensprünge durch Forschung. Dafür ist das Unternehmen mittlerweile so groß, dass es sich durch Übernahmen anderer Unternehmen vergrößern kann. Das tut es auch fleißig in der jüngeren Vergangenheit.

Möglichkeit einzukaufen

Analog zum reichhaltigen Produktportfolio und den vielen Lieferanten hierfür, hat man gute Möglichkeiten einzukaufen. Insbesondere als größter Chemiekonzern und somit einer der potenziell größten Abnehmer hat man zudem gute Chancen den Preis beim Lieferanten zu drücken.

Einflüsse auf das Geschäft

Die allgemeine Wirtschaftslage ist eine der größten Einflussfaktoren auf BASF. Gerade aktuell, während der Covid-19 Pandemie, sieht man deutlich wie stark dieser Einfluss ist. Durch die grundlegenden Rohstoffe für andere produzierende Unternehmen, leidet BASF deutlich unter dem Einbruch der Konjunktur. Produktionen wurden auf der ganzen Welt während der Krise heruntergefahren und, da die Kunden auch erstmal ihre Vorräte aufbrauchen bevor sie weitere Rohstoffe bestellen. BASF ist also sehr zyklisch.

Zum anderen entwickelt sich der Umsatz auch abhängig vom Öl-Preis. Sinkt der Öl-Preis, so muss man diese Ersparnis natürlich auch an seine Kunden weitergeben, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Da sich der Umsatz durch Preis mal Menge berechnet, sinkt er somit, selbst bei gleichbleibendem Absatz. In der aktuellen Krise kommt hier beides zusammen.

Marketing

Natürlich braucht man als Unternehmen mit Gewerbekunden ein Außendienst-Team, um die Kunden zu betreuen. Aufgrund der Position als größter Chemiekonzern der Welt, ist das Unternehmen alles andere als neu am Markt und spart sich so zusätzlich Kosten, um den Bekanntheitsgrad zu steigern.

Wachstumsmöglichkeiten

BASF schafft es zuletzt weder von Umsatz noch vom Aktienkurs her zu wachsen. Das liegt zum einen an der Ausgliederung des Öl- und Erdgasgeschäfts in das Joint Venture Wintershall Dea, zum anderen ganz aktuell an den gerade genannten Gründen im Zusammenhang mit Corona. Aufgrund der Branchenanalyse, weiter vielen Akquisitionen und diesen Sondereffekten, sehe ich langfristig aber gute Wachstumschancen.

Unternehmensführung

Seit 2018 ist der CEO von BASF Dr. Martin Brudermüller. Der geborene Stuttgarter ist bzgl. Chemie wirklich vom Fach. Nach seinem Diplom und Doktor in Chemie an der Uni Karlsruhe ging er noch für eine Zeit an die University of California nach Berkeley. Kurz darauf fing er an bei BASF im Labor zu arbeiten. Wiederum nach wenigen Jahren wechselte er aus der Forschung ins Management. Ich finde es aber gut, wenn in einem so fachlich anspruchsvollen Bereich wie der Chemie, die Manager auch Wissen was für Zahlen sie da jonglieren. Danach ging er den typischen Werdegang. Er übernahm zunächst die Leitung für kleinere Bereiche und Tochterunternehmen und stieg dann 1999 in den Vorstand auf. Dort war er ab 2011 stellvertretender Vorstandsvorsitzender und trat letztendlich 2018 den Posten des CEOs an. Über seine Tätigkeit bei BASF hinaus ist er noch in weiteren Wirtschaftsausschüssen und Forschungsorganisationen tätig. Alles in allem ein rundes Bild.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Die meisten rechtlichen Bestimmungen der Chemiebranche stehen im Zusammenhang mit Sicherheitsaspekten. Schon oft ist es in der Geschichte passiert, dass Lagerhallen mit Chemikalien oder Fabrikgebäude explodiert sind. Erst kürzlich ist das noch in Leverkusen passiert. Deswegen gibt es bei der Herstellung und Lagerung berechtigter Weise einige Sicherheitsbestimmungen. Ansonsten sind solche grundlegenden Rohstoffe, insbesondere die auf Grundlage von Öl, immer auch beliebte Ziele für Importzölle.

Auswertung

Für den großen Einfluss der Gesamtwirtschaft auf das Geschäftsmodell und die rechtlichen Beschränkungen gibt es jeweils einen Punkt Abzug. Ansonsten sieht die Marktstellung gut aus und das spiegeln 5 von 7 Punkten auch wieder.

Unternehmensbewertung

Letztendlich wollen wir uns jetzt ansehen was uns die Zahlen von BASF sagen. Ich habe gerade ja schon erwähnt, dass weder der Umsatz noch der Aktienkurs in den letzten Jahren wachsen konnte. Die Frage ist in welchem Verhältnis die beiden Faktoren geschrumpft sind und, ob die künftige diskontierte Ertragskraft das ebenfalls bestätigt. Bei so einem Kursverfall in den letzten Jahren muss man sich aber auf jeden Fall angucken, ob dieser berechtigt ist, oder, ob man hier aktuell einen größeren Gegenwert für den zu zahlenden Preis bekommt.

Finanzkennzahlen 5-Jahres-Durchschnitt

  • Operative Nettobetriebsvermögen +2,1%
  • Umsatz -2,9%
  • Operativer Gewinn n/a (ohne Sondereffekte -8,9%)
  • Operative Marge 8,0%
  • Free Cash Flow -7,4%
  • Operativer CF -8,9%
  • Eigenkapitalquote 40,9%
  • Fremdkapitalkosten -3,1%
  • Dividendenwachstum +2,1% (+2,2% je Aktie)
  • Dividendenrendite 4,3% (aktuell 4,9%)
  • Ausschüttung des FCF 78,7%
  • Übergewinn n/a
  • Kurs-Buchwert-Verhältnis 1,76x
BASF Umsatz
Quelle: Aktienfinder.net

Erläuterung der Zahlen

An den Zahlen sieht man, dass hier aktuell nicht alles rund läuft. Das Nettobetriebsvermögen wurde zwar aufgrund der Akquisitionen noch erhöht, allerdings sinken alle anderen Werte insbesondere aufgrund von Corona. In 2020 wurde auch ein dicker Verlust eingefahren. Hier mussten zuletzt immaterielle Vermögensgegenstände aufgrund von Corona abgeschrieben werden. Das führte dazu, dass das EBIT in 2020 sogar negativ war. Ohne diese Effekte wäre es zwar weiter gesunken, allerdings wäre man noch deutlich im Plus gewesen. Mit diesen Abschreibungen ist die operative Marge in der letzten Zeit aber auch stark in den einstelligen Bereich abgesackt.

BASF Cash Flow
Quelle: Aktienfinder.net

Verblüffender Weise wurde die Dividende von BASF auch für 2020 nicht ausgelassen. Man will den Aktienkurs wohl nicht noch mehr strapazieren. Dabei war die Ausschüttung von 2020 bei 130% des Free Cash Flow und auch insgesamt ist man mit knapp 80% schon auf hohen Niveau unterwegs. Ob hier eine Erholung der Umsätze und damit des Cash Flow bald einsetzt und die Dividende deswegen so weitergezahlt werden kann, bleibt aber offen. Weiter erwähnenswert ist, dass das KBV trotz des massiven Kursrutsches der letzten Jahre nicht unter 1 und somit unterbewertet ist. Für die aktuelle Entwicklung der Finanzwerte bekommt das Unternehmen trotz des immer noch komfortablen Eigenkapitals keinen Punkt.

Fair Value

Trotzdem muss ich sagen, dass ich die aktuelle Umsatzentwicklung absolut nicht repräsentativ finde. Die Branche verspricht eigentlich viel mehr. Die aktuelle Kursentwicklung ist doch ziemlich Corona und dem Öl-Geschäft geschuldet. Langfristig sehe ich das Wachstum eher bei der Branche und auch eine gewisse Aufholung nach Corona. Deswegen setze ich statt der historischen Schrumpfung ein Wachstum von 3% an. Mein Eigenkapital möchte ich wieder mit 10% verzinst haben und setze deswegen entsprechende Eigenkapitalkosten für das Unternehmen an. Aufgrund von langfristigen Anleihen von BASF konnte ich außerdem Fremdkapitalkosten von 3% ausmachen. Geglättet mit dem aktuellen Kursziel der Analysten sehe ich hier aufgrund meiner Bewertungsmodelle einen fairen Wert von 100,02€.

Chancen und Risiken

Als größter Chemiekonzern der Welt stehen einem die Türen zu den meisten Unternehmen weit offen. Man kann hier von der Marktmacht profitieren und günstige Preise sowohl auf Zulieferer- als auch Kundenseite verhandeln. Zudem ist der Umsatz gut in Branchen und auf Regionen verteilt, sodass ein noch stärkerer Einbruch des Umsatzes als in aktuellen Krisenzeiten unwahrscheinlich scheint. Aus Investorensicht sehe ich hier außerdem gerade die Möglichkeit aufgrund des Kursverlustes der letzten Jahre günstig einzusteigen. Langfristig handelt es sich doch um eine bzw. mehrere attraktive Branchen. Der Umsatz dürfte die nächsten Jahre insbesondere nach Corona wieder anziehen und mit besser werdenden Fundamentaldaten auch wieder für Kursgewinne sorgen.

Das größte Risiko ist wohl, dass genau das nicht eintritt. Man könnte weiter auf eine Abwärtsspirale zusteuern. Probleme bei der Liquidität gibt es aufgrund der positiven Cash Flows aktuell zwar nicht, allerdings hält man auch stark an der Dividendenpolitik fest, die zuletzt schon den Kassenbestand angriff.

Investmententscheidung

Aufgrund der aktuellen Situation des Unternehmens und dem Marktumfeld, in dem sich BASF befindet, habe ich in dieser Analyse 5 Punkte abgezogen. Für jeden Punkt ziehe ich hier jetzt wieder 5% Sicherheitsmarge vom Fair Value ab, um auf mein Kauflimit zu kommen. Dieses liegt somit also bei 75,02€. Für meine persönliche Verkaufsschwelle starte ich nicht beim Fair Value, sondern bei 150% des fairen Wertes. Diesen Wert habe ich für mich als maximale Verkaufsschwelle festgelegt. Abzüglich des 25%igen Sicherheitsabschlags lande ich hier bei 125,03€.

Bei einem aktuellen Kurs von ca. 67€ ist die BASF Aktie für mich also unterbewertet. Der Rabatt auf das Kauflimit bewegt sich nach meiner Analyse bei gut 10%.

Fazit

Meiner Meinung nach ist BASF ein alteingesessenes, aber trotzdem zukunftsträchtiges Unternehmen und außerdem breitdiversifizierter Marktführer im Chemiebereich. Der aktuelle Kursrückgang scheint insbesondere am Umsatzrückgang des Unternehmens zu liegen. Dieser wird denke ich die nächsten Jahre nach Corona aber vom aktuellen Level aus wieder ansteigen, sodass der aktuelle Kurs bezogen auf die künftige Ertragskraft für mich günstig erscheint. Die ganze Bewertung steht und fällt aber natürlich mit eurer Ansicht wie sich die Ertragskraft des Unternehmens in Zukunft entwickeln wird.

Was denkt ihr denn genau dazu? Kann das Unternehmen wieder zulegen oder sieht man hier eher den Anfang vom Ende des größten Chemiekonzerns der Welt? Ich habe meine Einschätzung ja fundiert in dieser Analyse dargelegt, um euch bei eurer Recherche zu helfen. Deswegen helft auch ihr euch untereinander. Wenn ihr eure Meinung in den Kommentaren mitteilt, dann tut das bitte immer auch sachlich und begründet, sonst hilft das leider weder mir noch den anderen Zuschauern. Auch andere Meinungen zum Unternehmen sind dabei herzlich willkommen. Ansonsten freue ich mich, dass ihr mich auf dem Finanzplaneten besucht habt, bedanke mich wie immer fürs Reinschauen und sage bis bald!

Inhalte werden geladen

Eine Antwort auf „BASF Aktienanalyse – Günstiger Einstieg und Hoffnung auf Turnaround“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.