Über den Cost-Average-Effekt stolpert man schnell, sobald man sich anfängt über Finanzen zu informieren. Was genau dieser Effekt bewirkt und was das für dich, deine Geldanlage und deinen Vermögensaufbau bedeutet, erkläre ich dir in diesem Beitrag.

Was ist der Cost-Average-Effekt?

Im Grunde heißt der Cost-Average-Effekt bzw. zu deutsch „Durchschnittskosten-Effekt“, dass du durch regelmäßiges kaufen einen durchschnittlichen Preis erzielst. Alle Märkte unterliegen regelmäßig Schwankungen. Hier ist es auch egal, ob wir von Aktien, Benzin oder Butter sprechen. Kaufst du regelmäßig so glättest du diese Kursschwankungen aus.

Wie funktioniert der Cost-Average-Effekt?

Die Glättung der Kursschwankungen klappt sofern man immer die gleiche Sparrate hat. So kauft man automatisch bei teureren Kursen weniger, weil man für sein Geld weniger bekommt und bei günstigeren Kursen mehr, da man hier mehr für sein Budget erhält. Ein kleines Rechenbespiel sollte den Effekt verdeutlichen.

Bei Aktien erhofft man sich von seiner Sparrate natürlich den Erwerb möglichst vieler Anteile eines Fonds oder Aktien. Kaufen wir nun für jeweils 100€ zu drei Terminen, an denen die Kurse 1. bei 150€, 2. bei 100€ und 3. bei 50€ stehen, so hat dies folgenden Effekt: 100€/150€=0,67 Anteile + 100€/100€=1 Anteil + 100€/50€ = 2 Anteile. Man erhält also 0,67+1+2=3,67 Anteile. Hätte man stattdessen jedes mal fix einen Anteil gekauft, so hätte man zwar ebenfalls 300€ investiert, jedoch nur 3 Anteile bekommen.

Die Vorteile

Der Cost-Average-Effekt bringt einige Vorteile mit sich. Einige sind psychologisch, andere sind wirtschaftlich.

Timingrisiko reduzieren

Viele Menschen versuchen durch Markttiming den bestmöglichen Marktein- bzw. -austrittszeitpunkt auszumachen. Aber wann ist dieser? Sind die Aktien jetzt auf einem Höchststand bzw. Tiefstand? Oder sinken oder steigen die Kurse noch weiter? Die passive Portfoliotheorie besagt, dass Markttiming nicht funktioniert. Dies ist empirisch bewiesen. Über 95% der aktiv gemanagten Fonds auf der Welt underperformen nach Kosten gegenüber deren Vergleichsindex. Diese underperformance könnte man sogar als Timingrisiko betiteln. Durch den Cost-Average-Effekt wird diese Risiko eliminiert, da du konsequent in regelmäßigen Abständen in jeder Marktlage investierst. Und ganz automatisch kaufst du bei günstigen Kursen mehr und bei teuren Kursen weniger Anteile.

Sparen automatisieren

Ein erster grundlegender Schritt beim Vermögensaufbau ist es regelmäßig zu sparen. Dies ergänzt sich gut, wenn du den Cost-Average-Effekt ausnutzen willst, denn hierfür musst du regelmäßig gleiche Beträge automatisiert sparen. So hilft er dir psychologisch und rechnerisch dabei deinen Wohlstand zu erhöhen.

Cost-Average-Effekt
Der Cost-Average-Effekt lässt euer Vermögen zuverlässig wachsen!

Mehr Kaufen im Sonderangebot

Wie bereits erwähnt kaufst du, wenn du regelmäßig den gleich Betrag investiert, automatisch günstiger ein. Dies resultiert daraus, dass du bei günstigen Kursen automatisch mehr Anteile kaufst und bei hohen Kursen weniger Anteile erhältst.

Weniger Volatilität

Aktien haben Schwankungsrisiko. Dieses Risiko nennt man Volatilität. Auch wenn der Aktienkurs langfristig nur den Weg nach oben kennt, kann es zwischenzeitlich auch für Jahre nach unten gehen. Gerade jetzt in 2020 im Coronavirus sieht man so eine Abwärtsbewegung sehr gut. Mit jedem Nachkauf durch deinen Sparplan senkst du nun jedoch die durchschnittlichen Kaufpreis in deinem Depot. Dies hat zur Folge, dass deine negative Rendite in einer solchen Situation schneller wieder positiv wird, wenn die Kurse wieder steigen. Man glättet durch die Nachkäufe sozusagen die negativen Schwankungen aus eigener Sicht.

Wie du den Effekt nutzt

Du solltest deine Finanzen soweit organisiert haben, dass du regelmäßig sparst und deine Sparrate automatisiert hast. Ist dies der Fall und hast du bereits einen Notgroschen aufgebaut, so kannst du nun weitermachen. Eröffne anschließend einfach ein Depot beim Broker deiner Wahl und lege ein Sparplan auf einen weltweit diversifizierten ETF an.

Wann ist der Cost-Average-Effekt egal?

Wie gerade bereits erwähnt geht die Börse auf sehr, sehr lange Sicht immer nach oben. Davon ausgehend, dass der Kurs langfristig sehr viel höher ist als heute, kann es natürlich auch sein, dass es punktell sehr viel profitabler sein kann, sein komplettes Geld auf einen Schlag zu investieren. Gerade wenn du am Anfang stehst und regelmäßig sparst und Vermögen aufbauen willst, ist es für dich aber sowieso irrelevant.

Fazit

Der Cost-Average-Effekt ist ein wirksames Instrument. Du kannst mit ihm dein Risiko senken und deine Ertrag steigern. Ähnlich wie es bei ETFs der Fall ist, auch wenn die Funktionsweise eine andere ist. Nutzt du beide Dinge, umso besser. Gerade Kleinsparer können hier profitieren.

Ich hoffe ich konnte dir helfen dich weiter übers Investieren zu informieren. Hoffentlich konnte dieser Artikel etwas die Scheu und Angst beim Investieren eindämmen und mehr Menschen dazu bringen es wenigstens auszuprobieren.

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Bis Bald!

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