Der große Tabak Aktien Vergleich Teil 1 – Japan Tobacco und Philip Morris International

Hallo und herzlich willkommen auf dem Finanzplaneten! Diese Analyse ist die erste von zwei Doppelanalysen. Insgesamt lasse ich heute und im zweiten Teil vier Tabakaktien gegeneinander antreten, um darunter die günstigste Aktie zu küren. Auf die Idee hierzu bin ich gekommen, weil nach den Bewertung des Aktienfinders nach Free Cash Flow unter den günstigsten Aktien alle vier Tabak Aktien ziemlich gut abschneiden. Das stach direkt ins Auge.

Und was ist euer Vorteil? Ihr wollt sicherlich nicht in alle Tabakunternehmen investieren. Aufgrund der Ähnlichkeit der Unternehmen, kann ich euch mit diesem Vergleich aber vielleicht weiterhelfen, wenn ihr euch mit der Entscheidung für ein Unternehmen schwertut. In dieser ersten Analyse wird es um Japan Tobacco und Philip Morris International gehen. In der nächsten Aktienanalyse vergleiche ich dann noch zwei weitere Unternehmen mit diesen beiden, um die insgesamt günstigste Aktie zu finden. Wenn ihr also wissen wollt welche Tabakaktie meiner Meinung nach die günstigste ist, dann wünsche ich euch viel Spaß mit Teil 1 der Tabak Aktien Analyse.

Grundlagen

Bei den grundlegenden Infos zu den Unternehmen ist das Geschäftsmodell natürlich schnell abgefrühstückt, da es in dieser und der nächsten Analyse immer um Tabakunternehmen geht.

Geschäftsmodell

Da das grundlegende Geschäftsmodell von Tabakunternehmen mit dem Ankauf und der Weiterverarbeitung von Tabakwaren schnell erklärt ist, möchte ich in beiden Teilen der Tabak Aktien Analyse mehr auf die Unterschiede zwischen den Unternehmen bzw. auf die Besonderheit je Tabakunternehmen eingehen. Die Besonderheit bei Japan Tobacco ist, dass das Unternehmen neben dem Bereich Tabak auch noch komplett andere Bereiche bedient. So spielt Japan Tobacco ebenfalls bei Nahrungsmitteln und Medizin mit. Die Besonderheit bei Philip Morris International ist, dass das Unternehmen einen starken Schwenk Richtung Tabakersatzprodukte gemacht hat und keine Umsätze in den USA erzielt. Zu den Produkten und regionalen Umsätzen kommen wir aber gleich nochmal in der Produktanalyse.

Historische Eckdaten

Die Geschichte der beiden Unternehmen ist jetzt in der Tat nochmal etwas, das sich bei allen vier Unternehmen unterscheidet. Aus diesem Grund möchte ich hier auch ein wenig Muße reinstecken.

Fangen wir mit Japan Tobacco an. 1898 führte der japanische Staat ein Tabakmonopol ein, das in staatlicher Hand bleiben sollte. Verwaltet wurde es vom japanischen Finanzministerium. 1949 entstand hieraus die Japan Tobacco and Salt Public Corp. Und mit Gründung der heutigen Japan Tobacco Inc. wurde das Unternehmen letztendlich doch noch teilprivatisiert, sodass wir heute darin investieren können. Das japanische Finanzministerium ist immer noch mit 33,4% beteiligt. Um international zu wachsen, akquirierte der teilstaatliche Tabakkonzern mehrere ausländische Tabakunternehmen. Der letzte große Einkauf war die Marke Natural American Spirit der Reynolds American Inc. für 5 Mrd. USD.

Philip Morris International ist heute der internationale Zweig der Marken von Philip Morris. Daneben existiert noch Philip Morris US. Die US-Sparte gehört zum Altria Konzern und verkauft die gleichen Marken aber eben nur in den USA. Philip Morris gründete sich bereits in 1847 durch den gleichnamigen Gründer. Dieser verkaufte selbsthergestellte Zigaretten und wurde später auch der königliche Tabaklieferant. Die Philip Morris Companies Inc. nannte sich 2003 in Altria Group, Inc. um und spaltete das internationale Geschäft 2008 mit Philip Morris International ab. International entwickelte man sich nämlich sehr viel besser als in den USA. In 2019 gab es wieder Fusionsgespräche, die allerdings scheiterten.

Produktanalyse

Nachdem wir nun geklärt haben, was die Unternehmen in Bezug auf andere Tabakunternehmen besonders macht und wo die Unternehmen herkommen, schauen wir uns mal an wie sich der Umsatz jeweils auf die Produkte und die Länder aufteilt.

Geschäftsgebiete

Japan Tobacco teilt seine Umsätze in International und Domestic Tobacco auf, was eigentlich nur der Unterscheidung zwischen nationalen und internationalen Tabakvertrieb entspricht. International macht man 60% und in Japan 28% der Umsatzerlöse. Mit dem Verkauf von Tabakprodukten werden also insgesamt 88% der Umsätze generiert. Weitere 7% kommen aus dem Food- und 4% vom Pharmabereich. Ein nicht weiter definierter Prozentpunkt bleibt dann noch übrig.

Produkte Japan Tobacco

Philip Morris International unterteilt seine Umsätze nur nach zwei Segmenten. Im Bereich Combustible Products, sprich brennbare Produkte, werden 81% der Umsätze erwirtschaftet, während 19% von den sogenannten Reduced-Risk Products kommen. Letztere sind insbesondere snus, schwedische Tabaksäckchen, die man sich unter die Lippe klemmen kann, E-Zigaretten und Vorrichtungen, die den Tabak nur erhitzen, statt ihn zu verbrennen. Mit all diesen Produkten will man auf den Gesundheitstrend bzgl. Tabak aufspringen und alternative Produkte anbieten. Mit 81% ist man etwas weniger abhängig vom Tabakmarkt als Japan Tobacco.

Tabak Aktien

Absatzmärkte

Während Japan Tobacco bei Produkten etwas mehr differenziert hat, ist es bei den Regionen andersherum. Das Unternehmen unterscheidet hier wahrscheinlich historisch bedingt nur nach Japan und Übersee. In Japan macht man als Heimatmarkt 36% der Umsätze, während die übrigen 64% aus dem internationalen Umfeld kommen.

Umsatz Regionen Japan Tobacco Tabak Aktien

Philip Morris International ist das etwas offener mit den Infos. Hier unterteilt man seinen Umsatz in 6 verschiedene Regionen. In der europäischen Union werden mit 33% am meisten Umsätze erwirtschaftet. Dann kommt Ostasien und Australien mit 18% und direkt danach mit 17% Süd- sowie Südostasien. Im mittleren Osten und Afrika macht man zusammen noch 14% der Umsatzerlöse und in Osteuropa 11%. Schlusslicht mit 7% ist Lateinamerika und Canada. Wie bereits gesagt, nicht wundern, das US-Geschäft läuft über Philip Morris US, das jedoch Teil der Altria Group ist, und fehlt deswegen hier.

Tabak Aktien Umsatz nach Region

Auswertung

Weil die Verteilung der Umsätze beider Unternehmen natürlich stark auf Tabak fokussiert ist, bekommen sie einen Punkt Abzug. Nach Regionen sind beide Unternehmen gut diversifiziert.

Branchenanalyse

Die Tabakbranche hatte ich mir bereits im Zuge meiner Altria Aktienanalyse angesehen. An dieser Stelle und im Hinblick auf die nächste Analyse fasse ich sie hier noch einmal kurz für euch zusammen.

Die WHO prognostiziert durch den jahrzehntelangen Kampf gegen Tabakprodukte einen Rückgang der Tabaknutzer weltweit. Auch bei Statista findet man sinkende Zahlen. Hier wird der Rückgang bis 2025 mit 1% beziffert. Auch wenn das ein kleiner Rückgang ist, ist die Tabakbranche doch weit davon entfernt ein wachsender Markt zu sein. Ansonsten gibt es in der Branche viele Wettbewerber und noch mehr einzelne Marken. Die 5 größten Wettbewerber werde ich nach den Analysen alle hier analysiert haben. Die gewerblichen Kunden durch den Großhandel sind zwar eigentlich negativ, da die Endverbraucher aber abhängig sind, dürfte die Preiselastizität doch etwas höher als im Durchschnitt sein.

Nicht alle ehemaligen Raucher hören einfach auf. Ich selbst bin erst zur E-Zigarette umgestiegen, bevor ich ganz aufgehört habe zu rauchen. Für diese neuen rauchfreien Alternativprodukte gibt es ebenfalls einen Markt. Der Schwenk kostet natürlich Geld. Es gibt einiges an Zulieferern durch die viele Tabakbauern und Zwischenhändler wie der Universal Corp., die ich ebenfalls auf dem Finanzplaneten analysiert habe, und bis auf die Produktionsanlagen gibt es keine wirklichen Markteintrittsbarrieren. Insbesondere bei E-Zigaretten ist der Einstieg leicht, wie man an der Fülle der aktuellen Anbieter sieht. Für die Branche gibt es an dieser Stelle zusammengefasst nur 2 von 6 Punkten.

Marktstellung

Bei der Marktstellung gehen wir jetzt wieder auf Japan Tobacco und Philip Morris International separat ein. Hier wird es sicherlich aber auch einige Gemeinsamkeiten geben, sodass ich teilweise eben nicht unterscheiden muss.

Produktentwicklung

Philip Morris hat hier den Trend erkannt und forscht an rauchfreien Alternativen, um auch mit ehemaligen Rauchern noch Umsatz zu generieren. Ich finde das ist ein wichtiger Schritt für einen Tabakkonzern. Japan Tobacco hat zwar ebenfalls seine Umsätze nicht nur auf ein Pferd gesetzt allerdings sind die anderen Geschäftsbereiche neben Tabak in ganz anderen Segmenten. Explizit an Rauchsubstituten wird hier scheinbar nicht geforscht. Punkt für Philip Morris aber nicht für Japan Tobacco.

Möglichkeit einzukaufen

Beide Unternehmen haben durch ihre Größe eine gute Verhandlungsbasis und durch die vielen Zulieferer eine gute Auswahl an Rohstoffen für die Produktion.

Einflüsse auf das Geschäft

Neben dem bereits angesprochenen Rückgang der weltweiten Tabakkonsumenten ist zudem der Klimawandel ein Problem. Tabak wächst nur in bestimmten Regionen und diese sind stark durch klimatische Änderungen beeinflusst.

Marketing

Marketing wird im möglichen Rahmen gemacht. Hier muss man allerdings erfinderisch werden. In einem unregulierten Markt, müsste man dem enormen Gegentrend zu Tabak natürlich mit massiven Werbekampagnen entgegnen. Allerdings schieben die Staaten gerade in den Industriestaaten hier einen Riegel vor. Werbeverbote und Warnhinweise sind hier das Stichwort. Oft wird deshalb auf weniger attraktive Maßnahmen ausgewichen, was die Kosten pro beworbenen Konsumenten steigert.

Wachstumsmöglichkeiten

Die Wachstumsmöglichkeiten sind relativ schlecht. Wenn man hier stillsteht, dann wird man verlieren. In einem schrumpfenden Markt muss man Alternativen angehen. Philip Morris tut dies insbesondere mit der Forschung an rauchfreien Ersatzprodukten, während Japan Tobacco regelmäßigen durch Akquisitionen wächst und neue Märkte erschließt.

Unternehmensführung

Bei Japan Tobacco lässt sich wieder erahnen warum der aktuelle CEO Masamichi Terabatake zu genau dieser Position aufgestiegen ist. Oft ernennen Unternehmen ja ihren CEO der für künftige Herausforderungen die entsprechende Berufserfahrung hat. Terabatake hatte in der Vergangenheit bereits eine tragende Rolle bei großen Unternehmenskäufen. Es scheint also als sei dieser Weg auch weiterhin geplant. Er hat einen Bachelorabschluss in Ingenieurswissenschaften von der Uni in Kyoto und seine Berufserfahrung beschränkt sich leider auf Japan Tobacco, dafür allerdings in mehreren Ländern. Über eine Beteiligung am Unternehmen konnte ich nichts finden. Ich würde mich aber nach Jahrzehnten im Unternehmen wundern, wenn er keine Aktien besäße.

Bei Philip Morris International hat André Calantzopoulos als CEO bereits seit 2013 das Ruder in der Hand. Er war zunächst auf einem anderen Weg, studierte Robotik, machte darin seinen Bachelor in Lausanne und begann auch in der Robotik zu arbeiten. Danach machte er aber noch seinen MBA an der INSEAD in Frankreich und stieg danach 1985 als Business Analyst bei Philip Morris ein. Nicht nur, dass auch er eigentlich Ingenieur ist, auch Calantzopoulos ist über die Jahre an mehreren M&A-Prozessen in Europa beteiligt gewesen, während er in mehreren Ländern Leitungspositionen innehatte. Er selbst ist mit knapp 80 Mio. USD am Unternehmen beteiligt.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Der gesetzliche Rahmen für die Tabakindustrie ist heutzutage natürlich schlecht. Die Werbung und der Vertrieb sind eingeschränkt. Altersbeschränkungen wurden bereits angehoben und nach oben ist noch Luft. Außerdem wird die Tabaksteuer auch immer weiter erhöht. Alles in allem ein sehr kontraproduktives Bild. Natürlich ist die Gesetzgebung je nach Land unterschiedlich, nichtsdestotrotz ist dieser Trend zu erkennen.

Auswertung

Beide Unternehmen haben gute Möglichkeiten einzukaufen und adäquate Vorstände. Philip Morris hat hier aufgrund des rauchfreien Portfolios die Nase etwas vorn. Dementsprechend gibt es für Philip Morris International 3 von 7 möglichen Punkten und für Japan Tobacco leider nur 2 von 7 Punkten.

Support

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Unternehmensbewertung

Dass der Tabakmarkt kein Zukunftstrend ist, weiß man auch ohne sich tiefgehend damit zu beschäftigen. In der vorangegangenen Kategorien gab es aber auch in diesem Hinblick schon einige Punkte Abzug. Nachfolgend schauen wir uns nun die Finanzen der beiden Unternehmen an. Dafür nutzen wir verschiedene Finanzkennzahlen im 5-Jahres-Durchschnitt. Die Entwicklungen beider Unternehmen vergleiche ich auch direkt in einer Tabelle. In der nächsten Analyse kommen dann noch zwei weitere Tabakunternehmen in die Tabelle hinzu, sodass wir einen guten Gesamtüberblick bekommen. Aus den Zahlen leiten wir dann Prognosen für die Zukunft ab, die wir für einen Fair Value nutzen. Jetzt aber erstmal die 5-Jahres-Werte im Vergleich.

Finanzkennzahlen 5-Jahres-Durchschnitt

 Japan TobaccoPhilip Morris International
Oper. Nettobetriebsvermögen+7,6%stagnierend
Umsatzabnehmend+1,5%
Operativer Gewinn / EBITabnehmend+2,5%
Operative Marge24,5%40,4%
Free Cash Flowstagnierend6,7%
Operativer Cash Flowstagnierend4,9%
Eigenkapitalquote51,4%0%
Fremdkapitalkosten+60,8%abnehmend
Dividendenwachstum+10,1% (+10,8%)+3,6% (3,5%)
Dividendenrendite3,9% (7,9%)5,0% (5,5%)
Ausschüttung vom FCF67,3%85,5%
Übergewinnabnehmend2,5%
Finanzkennzahlen im 5-Jahres-Zeitraum
Japan Tobacco Grafik
Die Zahlen von Japan Tobacco…
Finanzen Philip Morris
…und von Philip Morris International.

Erläuterung der Zahlen

Bei beiden Unternehmen muss man im Vorfeld nochmal anmerken, dass innerhalb des Betrachtungszeitraum Unternehmen bzw. Marken akquiriert wurden. Bei Japan Tobacco endet der Betrachtungszeitraum am 31.12.2019 und bei Philip Morris haben wir bereits die endgültigen Zahlen zum 31.12.2020 bekommen.

Bei Japan Tobacco geht der Umsatz und Gewinn erstaunlicher Weise trotzdem zurück, wobei das Nettobetriebsvermögen im Zuge der Akquirierung steigt. Die operative Marge ist bei Japan Tobacco zwar in Ordnung allerdings nur gut halb so hoch wie beim Philip Morris. Die Cash Flows entwickeln sich ebenfalls nicht zufriedenstellend. Hier herrscht aktuell Stagnation. Die Japaner haben zwar eine bessere Eigenkapitalausstattung, benötigen diese allerdings auch, da die Kapitalkosten in letzter Zeit deutlich gestiegen sind und der Übergewinn damit abgenommen hat.

Bei Philip Morris hat die Akquisition vom Konkurrenten Reynolds in den USA besser gefruchtet. Hier sieht man im Zuge dessen verbreitet Wachstum, wenn Philip Morris dadurch auch kein Senkrechtstarter geworden ist. Besonders zu erwähnen ist hier, dass die Fremdkapitalkosten trotz Übernahme in 2017 sogar noch gesenkt werden konnten. Diese Senkung ist allerdings auch nötig, da der Free Cash Flow bereits zu 85% ausgeschüttet wird und durch weitere Zinsen nicht noch mehr belastet werden sollte.

Im direkten Vergleich hat sich Philip Morris International etwas besser entwickelt, wenn auch nicht super, und erhält deswegen einen von zwei Punkten während Japan Tobacco leer ausgeht.

Fair Value

Wie immer habe ich die vorangegangenen Werte in meine Bewertungsmodelle eingepflegt, um auf einen Fair Value zu kommen. Als langfristiges Wachstum habe ich bei den Philip Morris International noch -0,5% angesetzt, was ich bei Japan Tobacco noch mal auf -2% reduzierte. Die Zahl der Raucher reduziert sich in allen Prognosen immer weiter. Bei beiden Unternehmen soll mein Eigenkapital mit 10% verzinst werden. Japan Tobacco zahlt wahrscheinlich aufgrund der besseren Eigenkapitalausstattung weniger Fremdkapitalzinsen. Die Japaner müssen nur 3% für langfristige Anleihen zahlen, während Philip Morris mit 4,5% zur Kasse gebeten wird. Die Ergebnisse jeweils mit dem Kursziel der Analysten glatt gezogen kommen wir bei Japan Tobacco zu einem Fair Value je Aktie von 3674 JPY bzw. 28,66€. Bei Philip Morris International beträgt der faire Wert genau 134,00 $ bzw. 111,22€.

Investmententscheidung

Ein Chancen-Risiko-Profil gibt es diesmal eigentlich nicht. Es geht eigentlich nur darum, ob die Unternehmen bzgl. des Risikos der Branche trotzdem noch unterbewertet sind oder der Kursverlust der letzten Zeit gerechtfertigt ist.  Deswegen ziehe ich an dieser Stelle für Japan Tobacco einfach die 12 Punkte bzw. umgerechnet nach dem üblichen Schema 60% vom fairen Wert ab. Bei Philip Morris ist es mit 10 Punkten bzw. 50% ein etwas kleinerer Sicherheitsabschlag. So kommen wir bei den Japanern auf ein Kauflimit von 11,47€ und bei Philip Morris auf 55,61€. Verkaufen würde ich meine hypothetischen Japan Tobacco Aktien, wenn der Kurs auf über 25,80€ steigt. Bei Philip Morris wäre die Verkaufsschwelle mit 111,22€ genau gleichauf mit dem Fair Value.

Jetzt müssen wir die Unternehmen noch auf ihren prozentualen Abschlag von Kurs zu Kauflimit hin vergleichen. Das wird letztendlich auch ausschlaggebend für den Platz in diesem Tabak Aktien Vergleich sein. Der Kurs von Japan Tobacco liegt aktuell während der Analyse bei 15,29€. Bezogen auf das ermittelte Kauflimit bedeutet das einen Aufpreis von 33,3%. Japan Tobacco ist also schon mal kein Kauf. Ist die Aktie denn trotzdem günstiger als Philip Morris? Hier liegt der aktuelle Kurs bei 71,33€. Auch bei Philip Morris International übersteigt der Kurs also das Kauflimit und somit ist auch diese Aktie meiner Meinung nach überbewertet. Der Aufpreis bei Philip Morris beträgt aktuell 28,3%.

Der Übersichtlichkeit halber und weil ja noch zwei weitere Unternehmen kommen, trage ich die Werte hier nochmal in einer Tabelle zusammen.

 Japan TobaccoPhilip Morris International
Fair Value28,66€111,22€
Sicherheitsmarge60%50%
Kauflimit11,47€55,61€
Verkaufsschwelle25,80€111,22€
Rabatt (Aufpreis)(33,3%)(28,3%)
Platz21
Wer wird letztendlich siegen?
Philip Morris Logo

Fazit

Also die ersten beiden Tabakunternehmen sind schon mal analysiert. Meiner Meinung nach sind zwar beide unter ihrem Fair Value zu kaufen, wobei der Abschlag aber nicht das mit Tabakaktien einhergehende langfristige Risiko deckt. Es bleibt abzuwarten, ob die zweiten beiden Tabaktitel in der nächsten Analyse hier Abhilfe schaffen können. Vielleicht finden wir ja noch einen Titel, in den man investieren kann, wenn unbedingt in der Tabakbranche investiert sein möchte. Bei meiner Altria Aktienanalyse hatte ich noch ein anderes Vorgehen bzgl. der Sicherheitsmarge, deswegen ist das Ergebnis leider nicht wirklich vergleichbar mit den neueren Analysen. Schaut dort trotzdem gern mal rein.

Während wir auf den zweiten Teil der Tabak Aktienanalyse warten, lasst mich doch in den Kommentaren gerne schonmal wissen, wie ihr zu der Branche steht. Würdet ihr hier überhaupt investieren? Und vor allem wenn ja, welcher Titel ist euer Favorit? Um den zweiten Teil dieses großen Vergleichs der Tabakaktien nicht zu verpassen, lasst mir am besten ein Abo da und aktiviert die Glocke. Dann werdet ihr auch sofort informiert, wenn die Analyse online geht. So könnt ihr dann mit als erstes vom Ergebnis profitieren. Ansonsten bedanke ich mich wie immer fürs Reinschauen und sage bis bald!

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