Eigenkapitalrendite berechnen – Was bringt dir Fremdkapital?

Heute möchte ich das Thema Eigenkapitalrendite besprechen. Ich erkläre wie man seine prozentuale Eigenkapitalrendite errechnet und wie du diese Rechnung auf deine aktuelle Situation beziehen kannst. So erfährst du deine ganz persönliche Eigenkapitalrendite. Außerdem gehe ich darauf ein wann das Hebeln mit Fremdkapital überhaupt Sinn macht bzw. wann es üblich ist.

Berechnung der Rendite

Wie du deine absolute Rendite berechnest habe ich dir ja bereits in einem separaten Post gezeigt. Dort kannst du sehen wie du deine Rendite in Euro berechnest und welche Faktoren sie beeinflussen. In diesem Beitrag soll es jedoch um die prozentuale Rendite gehen. Stellen wir die Gleichung aus dem älteren Post nach der Verzinsung (also nach der prozentualen Rendite) um, so erhalten wir folgende Formel: Verzinsung = Rendite absolut/Kapitaleinsatz*100.

Formel für Eigenkapitalrendite

Setzt man nur eigenes Geld ein, so ist die Eigenkapitalrendite genau das gleiche wie die Gesamtkapitalrendite. Setzt man für Investitionen allerdings auch Fremdkapital ein, möchte jedoch nur die Rendite auf das eingesetzte Kapital ermitteln, so hilft einem die normale Formel für die Rendite nicht weiter. Möchte man nun diese prozentuale Eigenkapitalrendite herausfinden gestaltet sich die Formel entsprechend wie folgt: EK-Rendite = (Rendite absolut – Fremdkapitalkosten) / eingesetztes Eigenkapital*100.

Eigenkapitalrendite beeinflussen

Wie du siehst kannst du deine Eigenkapital nach dieser Formel über 3 Faktoren beeinflussen. Zum einen kannst du deine erhaltene Rendite steigern, was natürlich nur bedingt beeinflussbar ist. An der Renditemaximierung versucht man ja ohne am laufenden Band. Zum anderen kannst du deine Zinsen für das Fremdkapital senken. Das geht natürlich auch nur bis zu einem Gewissen Maße, da dies von deiner Bonität abhängig ist und zu welchen Konditionen Geldgeber dir Geld leihen. Zu guter letzt kannst du natürlich noch den prozentualen Anteil deines Eigenkapitals am Gesamtkapital senken, um so auf das Eigenkapital gesehen eine höhere Rendite zu erwirtschaften.

Wie du deine Eigenkapitalrendite berechnest

Für dich als Privatperson kannst du deine eigene Eigenkapitalrendite wie folgt berechnen. Nehme all deine Kapitalerträge für einen bestimmten Zeitraum. Davon ziehst du dann alle Zinsen ab, die du für Fremdkapital zahlst. So erhältst du im ersten Schritt deine Nettorendite (bezogen auf Kosten, nicht auf Steuern). Diese setzt du dann ins Verhältnis zum eingesetzten Eigenkapital, indem du deine Nettorendite durch dein Eigenkapital teilst.

Das generelle Ziel

Den oben beschrieben Einsatz von Fremdkapital für Investments nennt man auch Investitionen hebeln. Das Ziel hiervon ist es seine Eigenkapitalrendite zu steigern. Dies soll funktionieren, indem man Fremdkapital aufnimmt und für dieses Fremdkapital weniger zahlt als man durch seine damit getätigte Investition erhält. Bei gleichem Eigenkapital kannst so deine Rendite namensgebend hoch-„hebeln“.

Eigenkapitalrendite berechnen
Jetzt geht es darum deine eigene Eigenkapitalrendite zu berechnen!

Wann macht das Hebeln mit Fremdkapital Sinn?

Das Hebeln mit Fremdkapital macht nur Sinn, wenn die zu erwartende Rendite relativ sicher bzw. berechenbar ist und die Kosten für das Fremdkapital relativ niedrig sind. Mit einem Privatkredit in Aktien oder P2P-Kredite zu investieren oder mit Kryptowährungen oder Gold zu spekulieren ist also nicht zielführend. Generell kann man sagen, überall wo es in der Praxis sind macht seine Investition zu hebeln, wird es auch getan.

Wann wird in der Praxis gehebelt?

Wenn man wissen will wo in der Praxis mit Fremdkapital, kann ich euch mit meiner Berufserfahrung als Bankkaufmann natürlich Einblicke in diese Praxis liefern. Und generell gibt eine Bank eigentlich nur Kredite für Investitionen von Firmen und Immobilien. Diese beiden Investment machen Sinn, da man durch die Sicherheit der Immobilie zum einen sehr geringe Zinsen zahlt und zum anderen durch die unternehmerische Tätigkeiten im Optimalfall sehr hohe Renditen erzielt.

Rendite-Risiko-Verhältnis

Es ist ein Naturgesetz, dass man höhere Renditen nur durch höheres Risiko erhält. Wäre dies nicht so, würde jeder Investor dieses magische Investment tätigen, wodurch die Rendite wegarbitriert werden würden und man wieder auf dem gleichen Renditeniveau wie vorher wäre.

Beim Hebeln besteht das Risiko zum größten Teil aus der Fremdkapitalkomponente. Zusätzlich zum grundlegende Risiko, das euer Investment sowieso hat, habt ihr nun zusätzlich das Risiko, dass wenn euer Investment ausfallt, ihr immernoch das Fremdkapital zurückzahlen müsst.

Mein Ratschlag

Haltet euch beim Einsatz von Fremdkapital an professionelle Investoren. Entweder sollte es eure Immobilieninvestments finanzieren oder eurer Unternehmen. Alles andere hat offensichtlich ein zu schlechtes Rendite-Risiko-Profil. Wäre das nicht der Fall, dann würden viele professionelle Investoren genau diese anderen Wege gehen.

In diesem Sinne erlangt finanzielle Freiheit lieber durch finanzielle Bildung und bleibt deswegen treue Lesen!

Bis bald!

Inhalte werden geladen

Eine Antwort auf „Eigenkapitalrendite berechnen – Was bringt dir Fremdkapital?“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.