FedEx Aktienanalyse – Kaufchance zwischen boomenden Onlineshops und Einmaleffekten

Hallo und herzlich willkommen auf dem Finanzplaneten! Mein Name ist Kai und heute freue ich mich wieder aus mehreren Gründen auf diese Analyse. Es ist zum einen wieder ein Wunsch aus der Community und zum anderen eine ganz neue Branche, die ich noch nicht untersucht habe. Das wird für mich auf jeden Fall sehr spannend und ich hoffe für euch natürlich auch. Genauer gesagt geht es um FedEx und die Logistikbranche. Kann diese vom steigenden Onlinehandel profitieren oder verhageln Kontaktbeschränkungen das Geschäft? Finden wir es heraus. Viel Spaß mit der FedEx Aktienanalyse.

Grundlagen

Hierzulande kennt man FedEx ja eigentlich maximal aus dem Film „Cast Away – Verschollen“ mit Tom Hanks. Nebenbei, super Film, kann ich nur empfehlen. Ansonsten trifft man in Deutschland seltener auf das Unternehmen. Deswegen ist es umso wichtiger in der Kategorie Grundlagen das Geschäftsmodell und die Historie des Unternehmens zu erforschen. Danach können wir aktuelle Ereignisse und langfristige Trends viel besser verstehen und die Zahlen besser einordnen.

Geschäftsmodell

FedEx ist ein globales Logistikunternehmen. In Puncto Luftfracht ist FedEx sogar das größte Unternehmen der Welt. Der Fokus liegt also ganz klar auf dem Transportweg über eine Flugzeugflotte und Schnelligkeit, genauso wie es im angesprochenen Film gezeigt wird.

Historische Eckdaten

Das Unternehmen wurde 1971 gegründet und hat seinen Sitz seit 1973 in Memphis. Die Federal Express Corporation, wie das Unternehmen mit ganzem Namen heißt, wird bis heute durch den Gründer Frederick Smith geführt. Auf ihn gehen wir später noch genauer ein. Der Name FedEx ist erst seit dem Jahrtausendwechsel offizieller Name des Unternehmens. Man setzte von Anfang an auf Jets und das als erstes Unternehmen überhaupt. Schnell konnte man wachsen und ab 1989 folgten einige Akquisitionen, die das Wachstum noch beschleunigten. In 2008 war das Unternehmen auf Platz 7 der am meisten bewunderten Unternehmen im Fortune Magazine. In 2016 wurde der Konkurrent TNT übernommen und der Umsatz damit noch einmal deutlich gesteigert. Alles weitere schauen wir uns dann in dieser Analyse an.

Produktanalyse

Wie immer fangen wir mit der Produktanalyse an, um die Dienstleistung und ihre Wichtigkeit für FedEx besser greifen zu können. Anschließend können wir Einflüsse auf die Branche im Hinblick auf FedEx viel besser einordnen.

Geschäftsgebiete

FedEx hat mehrere Divisionen, die jeweils für einen bestimmten Bereich an Frachttransport steht. FedEx Express ist beispielsweise die größte Division und kümmert sich um Post- und Expressversand. Hier werden 51% der Umsätze gemacht. Weitere 33% spielt FedEx Ground ein. Diese Division steht für die Lieferung von kleineren Paketen, wie man sie beispielsweise von Amazon kennt. Größere Pakete liefert FedEx Freight. Mit großen Frachtpaketen werden noch 10% der Umsatzerlöse generiert. Die restlichen 6% werden dann mit kleineren Dienstleistungen eingespielt.

FedEx Aktienanalyse

Absatzmärkte

Bei den Regionen unterscheidet FedEx nur zwischen den USA und dem Rest der Welt. Während man in den USA 70% der Umsätze generiert, entstehen die anderen 30% in anderen Ländern.

FedEx Aktie

Auswertung

Da Pakete branchenübergreifend verschickt werden und auch beim Heimatmarkt USA nicht nur darauf ankommt wer sie verschickt, sondern auch wo die Pakete hinwandern, gebe ich in der Produktanalyse noch 2 von 2 möglichen Punkten.

Branchenanalyse

In der Branche wollen wir uns jetzt auf Logistikunternehmen ähnlich zu FedEx spezialisieren. Wir untersuchen globale Zulieferer, die insbesondere Post und kleinere Pakete liefern. Es geht explizit nicht um Frachtcontainer oder ähnliches.

Attraktivität der Branche

Bisher ist der Logistikmarkt insgesamt jährlich ca. mit 3% gewachsen. Hierbei geht es aber zum einen insbesondere auch um große Fracht und zum anderen ist Corona nicht eingemünzt. Zusteller von Paketen in Größen wie sie von Onlineshops geliefert werden, sind absolute Coronagewinner. Während große Fracht aufgrund schwächelnder Wirtschaftsleistung zurückgeht, konnte beispielsweise die Deutsche Post aufgrund des Lockdowns ein neues Rekordjahr verzeichnen. Anders dürfte es beim amerikanischen Pendant und anderen Konkurrenten auch nicht sein. Da der Trend auch ohne Corona schon lange Richtung Onlinehandel geht, sehe ich hier großes Potenzial für die Branche. Insbesondere durch den aber insgesamt noch kleinen Anteil am gesamten Einzelhandel, kann der Onlineversand noch deutlich zulegen.

Wettbewerber

Die größten Konkurrenten von FedEx sind DHL, UPS und USPS. Im Vergleich zu anderen Branchen tummeln sich hier tatsächlich weniger Wettbewerber. Die Top 3 sind in dieser Rangordnung von der Marktkapitalisierung her UPS, FedEx und die Deutsche Post. Erwähnenswert finde ich, dass ja auch Amazon angefangen hat die Pakete selbst auszuliefern. Hier sehen die Branchenführer auch eine wachsende Gefahr.

Kunden

Da die Versandhäuser die Pakete in Auftrag geben, sind die Kunden Großteils gewerblich. Auch Privatleute versenden Pakete und Briefe, im Vergleich zum Aufkommen bei Amazon oder dem Briefversand von Behörden oder Banken und Versicherungen, dürften die Privatkunden allerdings nur eine Minderheit ausmachen.

Zulieferer

Für die Branche wie wir sie untersuchen, sind vor allem die Flotten wichtig. Diese bestehen aus Fahrzeugen und Flugzeugen. Künftig sind auch Drohnen immer öfter im Gespräch. Automobilhersteller gibt es viele, die sich wohl die Finger danach lecken, eine Flotte einem der größten Paketzulieferer zu bauen. Bei den Flugzeugen sieht es mit Airbus und Boeing weniger divers aus. Haben beide hier Lieferprobleme wirkt sich das sofort auf den Umsatz aus. Vor allem ist die Flugzeugflotte besonders wichtig, wenn man sich die Umsatzverteilung von FedEx anguckt.

Ersatzprodukte

Selbst Pakete zu Kunden zu fahren ist natürlich an sich keine Alternative. Lediglich Amazon führte bisher einen eigenen Lieferdienst ein. Wenn selbst der größte Onlineshop der Welt erst vor nicht allzu langer Zeit einen eigenen Zustelldienst einführte, dann kann man sich schon denken, dass sich dieser Schritt erst ab einer enormen Paketmenge lohnt.

Markteintrittsbarrieren

Örtlich oder regional kann mit einer kleinen Flotte an Transportern vielleicht noch Marktanteile abringen, insbesondere, wenn man sich bzgl. der Kunden auf eine kleine Nische konzentriert. Global gesehen aber keine Chance. FedEx und UPS haben beide eine Flugzeugflotte von knapp 700 Flugzeugen. Das ist so unfassbar viel gebundenes Kapital, dass es hier ausgeschlossen ist von heute auf morgen gleichwertige Konkurrenz zu bekommen.

Auswertung

Für die Branchenanalyse erhält die Kleinpaket- und Luftfrachtbranche aufgrund der hauptsächlich gewerblichen Kunden einen Punktabzug. An sich also eine sehr attraktive Branche mit 5 von 6 möglichen Punkten. Die Kapitalintensität für Personal und Flotten führt allerdings zu wenig globalen Playern.

Marktstellung

Nachdem wir die Branche jetzt untersucht habe, werfen wir einen Blick auf FedEx innerhalb der Branche. Wir gut konnte sich das Unternehmen etablieren und wir zukunftsträchtig ist der Zustelldienst.

Produktentwicklung

Forschung und Entwicklung ist für das laufende Geschäft zu vernachlässigen. Allerdings sollte man ja auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben. Oft hört man in diesem Kontext von der Zustellung durch Drohnen. Amazon preschte hier bereits 2016 vor und DHL lieferte sogar schon 2014 ein Paket per Drohne aus. Neben Drohnen forscht FedEx auch an autonomer Lieferung durch Lieferroboter. Hier ist man auf jeden Fall am Puls der Zeit. Zudem kann hier investierte Forschung und Entwicklung künftig Personalaufwand einsparen.

Möglichkeit einzukaufen

Bei den Fahrzeugen und künftig auch bei Drohnen gibt es diverse Hersteller, sodass man seine Flotten notfalls auf eine anderen Marke umstellen kann. Auch bezüglich des Preises kann man hier viele Unternehmen vergleichen. Bei der Flugzeugflotte, die den meisten Umsatz für FedEx generiert, sieht es allerdings anders aus. Die großen Cargoflugzeuge, die für die Lieferung benötigt werden, werden eigentlich nur von Boeing und Airbus hergestellt. So bleibt, wie in 2006 geschehen, bei Lieferproblemen nur das Ausweichmanöver zum Konkurrenten.

Einflüsse auf das Geschäft

Das internationale Konsumverhalten hat großen Einfluss auf FedEx. Die Briefe und kleineren Pakete reduzieren sich insbesondere, wenn weniger durch Endkonsumenten bestellt wird. Gegenläufig ist die Internationalisierung des Handels heutzutage. Schon vor Corona lief diese auf Hochtouren und hier bleibt neben dem Schiff, welches aber wesentlich längere Lieferzeiten hat, nur das Flugzeug. Durch Corona und die boomenden Onlinebestellungen nahm die Anzahl der gelieferten Pakete außerdem deutlich zu. Handelseinschränkungen durch die US-Regierung drängen dafür in eine andere, negative Richtung.

Marketing

Möchte man Pakete versenden und das vielleicht noch sehr häufig als Gewerbetreibender, dann wird man wohl zumindest die größten Anbieter mit dem größten Leistungsangebot vergleichen. Gut, dass man insbesondere bei Luftfracht zu genau diesen Branchenführern gehört. Aufgrund dessen ist der relative Marketingaufwand im Vergleich zu einem kleineren Unternehmen relativ gering. Einen ganzen Film zu produzieren, um das Unternehmen weltweit bekannter zu machen, war allerdings ziemlich clever.

Wachstumsmöglichkeiten

Besonders international hat FedEx noch die Möglichkeit zu wachsen. Hier kann man Unternehmen, die jeweils nur national agieren bestimmt noch ein paar Marktanteile abluchsen. Ansonsten wird der Onlinehandel und die Anzahl der gelieferten Pakete künftig sicher noch wachsen. Somit sollte auch das Stück vom Kuchen auch größer werden, wenn es anteilig gleichbleibt. Besonders neue Technologie wie Drohnen, kann zudem durch Personaleinsparung künftig für eine höhere Marge und somit mehr freien Kapital für Investitionen noch mehr das Wachstum befeuern.

Unternehmensführung

Wie eingangs bereits erwähnt ist FedEx gründergeführt. Gründer, Präsident und CEO ist Frederick Smith. Der heute 76-jährige hatte die Idee zu FedEx während einer Semesterarbeit in seinem Wirtschaftsstudium in Yale. Nach seinem Bachelor war er 5 Jahre beim Militär und schaute sich die Logistiksysteme dort ab, um 1971 die Federal Express Corporation zu gründen. Bei Gründer finde ich immer schön, dass sie das Unternehmen mit aufgezogen haben und deswegen jeden Bereich zur Gänze verstehen. Durch seine Anteile an FedEx ist Smith Milliardär geworden, denn seine Anteile sind heutzutage ca. 4 Mrd. Dollar wert.

Aber ebenfalls ein schöner Nebeneffekt bei Gründern ist, dass der ideelle Wert meist noch höher ist und sie sich komplett für das Unternehmen aufopfern. Trotz seiner langen Geschichte mit FedEx hat Smith trotzdem viel unterschiedliche Erfahrung sammeln können, da er bei diversen Unternehmen Treuhänder, Direktor oder Aufsichtsratsmitglied war und ist. Letzten Endes gibt Smith der Erfolg aber auch schlicht und ergreifend recht.

CEO Fred Smith

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Gesetzliche Einschränkungen treffen das Unternehmen insbesondere durch Handelsbeschränkungen mit ganzen Ländern, sowie sicherheitstechnische Einschränkungen bei neuen Liefermethoden. Beide Punkte sind aktuell aber akzeptabel. Der Handelskrieg mit China ist für FedEx weniger schlimm als man denken würde. Hier gibt es lediglich eine Untersuchung durch chinesische Behörden wegen fehlgeleiteter Sendungen von Huawei, hinter der man Spionage durch die US-Regierung vermutet. Bzgl. der neuen Liefermethoden haben diverse Staaten in den USA bereits Gesetze erlassen, die die Lieferungen mit Robotern gestatten oder leichter machen.

Auswertung

Da die Möglichkeit seine Flotte zu unterhalten und zu vergrößern durch die wenigen Hersteller eingeschränkt ist, sowie der Probleme durch mögliche Handelsstreits mit China oder der EU und den USA, ziehe ich hier zwei Punkte ab und lande so bei 5 von 7 möglichen Punkten.

Unternehmensbewertung

FedEx ist ein etabliertes Unternehmen in einer zukunftsträchtigen Branche. Die bisherige Recherche verspricht schon viel. Jetzt wollen wir mal sehen, ob es dem Unternehmen auch auf dem Papier gut geht. Dafür habe ich die Finanzen der letzten 5 Jahre durchforstet und die prozentualen durchschnittlichen Steigerungen pro Jahr untersucht. Hieran sieht man dann sehr gut die mittelfristige Entwicklung, kann Prognosen für die Zukunft treffen und so eine fairen Wert ableiten. Davor schauen wir uns jetzt aber erstmal die Finanzkennzahlen im 5-Jahres-Durchschnitt an.

Finanzkennzahlen 5-Jahres-Durchschnitt

  • Operative Nettobetriebsvermögen +18,3%
  • Umsatz +9,2%
  • Operativer Gewinn +4,4%
  • Operative Marge 6,8%
  • Free Cash Flow negativer Verlauf
  • Operativer FCF konstant
  • Eigenkapitalquote 33,0%
  • Fremdkapitalkosten +37,2%
  • Dividendenwachstum +39,3% (+45,0% je Aktie)
  • Dividendenrendite 1,0% (aktuell 1,0%)
  • Ausschüttung des FCF über 100%
  • Übergewinn konstant
Finanzen FedEx

Erläuterung der Zahlen

Bei den Zahlen von FedEx bekommt man gemischte Gefühle. Ich nenne jetzt erstmal die positiven Punkte und dann das Aber. Also positiv hervorzuheben ist auf jeden Fall der stetige große Wachstum des operativen Nettobetriebsvermögens sowie das Wachstum beim Umsatz und dem EBIT. Wenn auch nicht komplett sind diese Wachstumswerte aber natürlich stark durch die Akquisition von TNT in 2016 getrieben. Die Eigenkapitalquote ist trotz des teuren Unternehmenskauf immer noch auf guten Niveau. Die Dividende ist in den letzten Jahre stark angestiegen. Insbesondere pro Aktie gesehen stieg die Dividende noch stärker, da gleichzeitig viele Aktien zurückgekauft wurden.

Jetzt kommen wir allerdings zum Aber. Da der Free Cash Flow teilweise sogar negativ war, schüttet FedEx teilweise mehr aus als es tatsächlich einnimmt. Wie ich schon bzgl. der Markteintrittsbarriere angemerkt habe befindet sich das Unternehmen in einem sehr kapitalintensiven Markt. Zwar ist der operative Cash Flow konstant sehr gut, auch, wenn er aktuell nicht wachsen konnte, davon bleibt nach den Investitionen allerdings nicht viel für die Aktionäre übrig. Da die Dividende nichtsdestotrotz stark gestiegen ist, ging das nur auf Kosten des Verschuldungsgrads.

Die liquiden Mittel von FedEx sind aktuell mit über 8 Mrd. $ aber ausreichend, denn selbst in schlechten Jahren belief sich der Cash Flow nur auf -0,8 Mrd. $. Zu allem Überfluss ist die Marge auch noch sehr mickrig. Mit durchschnittlich 6,8% operativer Marge, darf nicht mehr viel an zusätzlichen Kosten auf einen zukommen. Auch, wenn ich hier immer nur auf das operative Ergebnis eingehe, noch der kurze Hinweis, dass der ausgewiesene Gewinn 2018 aufgrund von Einmaleffekten deutlich eingebrochen ist. Nur damit ihr euch während eurer eigenen Recherchen nicht wundert.

Interessant ist jetzt noch, ob und wie die Entwicklung des Unternehmens an der Börse bereits eingepreist ist. Gibt es aufgrund dieses Einmaleffekts vielleicht immer noch einen Abschlag oder haben die Anleger den Zukunftstrend des Onlinehandels erkannt? In der Finanzanalyse gibt es jedenfalls einen Punkt Abzug und somit nur einen von zwei möglichen Punkten.

Fair Value

Um das herauszufinden wollen wir jetzt einen fairen Wert für das Unternehmen und somit auch für die einzelne Aktie zu ermitteln. Dafür ziehe ich die bisherigen Wachstumswerte heran und mache einen Abschlag, da die Umsätze bisher auch stark durch M&A-Prozesse beeinflusst sind. Der Umsatz ist mit seinen 9,2% langfristig wenig repräsentativ, wenn man sich die Vorhersagen für die Branche mal anschaut. Deswegen habe ich dann 6% als langfristiges Wachstum zugrunde gelegt. Zusätzlich möchte ich wie immer mein Eigenkapital mit 10% verzinst haben und konnte für das langfristige Fremdkapital einen Zinssatz von ca. 4,5% ausmachen. Bei der durchschnittlichen Kapitalquote kommt man so zu einem WACC von 6,3%. Mit diesen Werten habe ich über mein Discounted Cash Flow- und mein Übergewinn-Modell in Kombination mit dem durchschnittlichen Kursziel je Aktie einen fairen Wert von 271,17$ oder 225,07€ ermittelt.

In der FedEx Aktienanalyse kommt die Stärke meines Analyseverfahrens mit seinen zwei Berechnungsmodellen zum Vorschein. Das DCF-Verfahren weist hier nämlich fast einen Wert von 0$ aus, da der freie Cash Flow nicht zu den Stärken des Unternehmens gehört. Dieser Cash Flow fließt über die Investitionen aber ins operative Nettobetriebsvermögen ein. Dieses wird wieder vom Übergewinnmodell aufgegriffen und eingewertet. Hier ergibt sich deshalb ein sehr hoher Unternehmenswert. Im Durchschnitt habe ich so wieder einen plausiblen Unternehmenswert, den mir ein einzelnes Verfahren nicht liefern könnte.

Chancen und Risiken

Jetzt schauen wir uns aber nochmal das Chancen- und Risikoprofil im Vergleich an und nehmen dann einen entsprechenden Sicherheitsabschlag, um auf ein Kauflimit für die FedEx Aktie zu kommen.

Die größten Chancen für FedEx sehe ich in der steigende Anzahl an verschickten Kleinpaketen durch den wachsenden Onlinemarkt. Weiter bieten technische Weiterentwicklungen bald vielleicht die Möglichkeit einiges an Personal abzubauen. Von Logistikzentrum bis hin zur Lieferung könnte man in 10 Jahren bereits einen komplett autonomen Prozess aufgebaut haben.

Auf der anderen Seite ist die Marge enorm gering und die ohnehin schon großen Investitionskosten durch die Flotten werden durch eine Drohnenflotte nicht geringer. Jeder Zeit könnte zudem ein Handelskrieg vom Zaun brechen, da man seinen Standort nun mal in einer der großen konkurrierenden Wirtschaftsmächte hat.

Investmententscheidung

In denke insgesamt überwiegen die positiven Punkte des Unternehmens. Das spiegelt sich auch in den Punkten wider, die FedEx in der Analyse einspielen konnte. Es gab nur 4 Punkte Abzug, also gibt es vom Fair Value auch nur 20% Abzug, um auf das Kauflimit zu kommen. Hiermit landen wir dann bei 180€. Ziehen wir die 20% wiederum von der maximalen Verkaufsschwelle von 150% ab, kommen wir bei 293€ raus. Dazwischen würde ich die Aktie halten, wenn ich sie schon hätte. Bei einem aktuellen Kurs von 210€ bewegt sich FedEx meiner Meinung nach zwar unterm Fair Value, allerdings nicht weit genug, als, dass ich hier einsteigen würde.

Fazit

Mit FedEx habe ich eine neue Branche kennengelernt. Ich finde die Logistikbranche sehr interessant. Ich denke sie ist äußerst zukunftsträchtig. Insbesondere die Internationalisierung auf der ganzen Welt und die Vernetzung der einzelnen Staaten sorgt in Kombination mit steigenden Onlinekonsum immer mehr für steigenden Logistikaufwand. Sehr gut für Logistikunternehmen. Ich hoffe demjenigen, der sich FedEx gewünscht hat, hat diese Analyse auch zugesagt.

Jetzt würde mich noch gern eure Meinung zum Unternehmen und der Branche interessieren. Teilt ihr meine Einschätzungen oder seht ihr das ganze vielleicht ganz anders? Mich interessiert es diesmal besonders, weil man zur Logistikbranche und FedEx im speziellen jetzt nicht so viel hört wie beispielsweise zu Tech-Unternehmen. Wenn ihr bei den Kommentaren unterwegs seid, dann lasst mir doch gern auch noch ein Abo da und aktiviert die Glocke, damit ihr die nächsten Analysen auch nicht verpasst. Ansonsten bedanke ich mich fürs Reinschauen und sage bis bald!

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