Fortbildungen im Finanzbereich

Oft sind die Mitglieder in der Finanzcommunity sehr jung und Neulinge an der Börse. Beim Thema Aktien kann das fehlende wirtschaftliche Knowhow allerdings schnell zu Fehleinschätzungen führen. Meiner Meinung nach erfordern Investments in Aktien, anders als ETFs, eine Fundamentalanalyse. Für diese wiederum ist es wichtig zumindest grundlegende wirtschaftliche Kenntnisse haben. Wenn du wissen willst, wie du dich finanziell und wirtschaftlichen fortbilden kannst, dann lies dir am besten mal diesen Artikel durch. Ich bin mich sicher auch die alten Hasen können hier noch Ideen zu Fortbildungen im Finanzbereich für sich mitnehmen!

Warum sollte ich mich fortbilden?

Man lernt das ganze Leben lang. Und das ist wichtig. Damit steigerst du deinen Wert für deinen Arbeitgeber und kannst für dich selbst wertvoller handeln. Das nennt man dein Humankapital. Dein Humankapital ist also der Wert deiner lebenslangen Arbeit. Und dieser Wert ist zum einen dein größter Vermögensgegenstand, zum anderen kannst du diesen durch Weiterbildungen immer weiter steigern.

Beispiele Wertsteigerung Humankapital

Absolvierst du zum Beispiel ein Studium, könntest du leicht eine Gehalterhöhung von 5.000€ jährlich raushandeln. Spätere Steigerung und Karrieresprünge lasse ich mal außer Acht. Gehst du nach dem Studium noch 35 Jahre arbeiten, so hat das Studium dein Humankapital um 175.000€ steigern. Das ist das gängigste Beispiel für die Steigerung des Humankapitals.

Was viele nicht bedenken, ist, dass auch Bildung in den persönlichen Finanzen dein Humankapital steigert. Kannst du durch Fortbildung in diesem Bereich deine Sparrate um 300€ erhöhen und investierst diese für 35 Jahre, statt sie aufs Sparbuch zu legen, so ist der Effekt sogar noch größer als im Angestelltenverhältnis. So erhöhst du in diesem Beispiel dein Humankapital sogar um gut 370.000€.

Fortbildungsbereiche

Grundlegend kannst du dich also in zwei Bereichen fortbilden, wenn es um den Finanzbereich geht. Da ist einmal das Thema Finanzen und Geldanlage. Hier fallen alle Investmentthemen rein und auch die private Finanzplanung. Zum anderen ist hier der Wirtschaftsbereich. Hier fällt besonders die interne und externe Rechnungslegung hinein. Wo und wie das geht erkläre ich dir jetzt.

Selbststudium

Der einfachste Weg das Humankapital zu steigern ist das Selbststudium. Gerade heutzutage ist es einfach wie nie an Informationen zu kommen. So kannst du entweder online recherchieren und auch YouTube ist eine super Möglichkeit sich fortzubilden, statt sich nur unterhalten zu lassen. Ich selbst bin vor ein paar Jahren während Recherchen meines Studiums auf den Kanal von Finanzfluss gestoßen und so nahm die Geschichte seinen Lauf. Besonders für die persönliche Finanzplanung reicht das Internet meiner Meinung nach Großteils auch schon. Möchtest du fachlich tiefer einsteigen oder möchtest Themen gern besser strukturiert haben, dann empfehle ich dir aber Fachliteratur, Videokurse oder Seminare. Hier sind Themenbereiche deutlich besser aufbereitet und erklärt als in die Bruchstücken, die man verstreut über das Internet findet. Besonders empfehlenswert sind hier Grundlagenbücher bezüglich privater Finanzen wie „Der reichste Mann von Babylon“ oder „Rich Dad Poor Dad“.

Fortbildungen im Finanzbereich
Wo und wie kannst du dich am besten finanziell und wirtschaftlich fortbilden?

Berufsausbildung

Eine gute Berufsausbildung war bei mir der Grundstein für finanzielle und wirtschaftliche Fachwissen. Bei mir war es die Ausbildung zum Bankkaufmann. Neben Grundlagen der Geldanlage und des Kreditwesens, bekommt man hier auch ein gutes Grundverständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge in Betrieben und in Volkswirtschaften.

Es muss allerdings nicht der Bankkaufmann sein. Eine weitere Ausbildung, die ich fachlich sehr empfehlen kann, ist die Ausbildung zum/zur Industriekaufmann/-frau. Beim Industriekaufmann ist bekommt man noch viel mehr Buchhaltung mit und kann nach der Ausbildung wahrscheinlich sehr viel mehr mit Bilanzen anfangen als mit der Bankausbildung. Möchtest du eine Ausbildung machen und interessieren dich besonders Buchführung und Bilanzen kannst du außerdem die Ausbildung zum Steuerfachangestellten absolvieren. Hier kommen zusätzlich noch steuerliche Aspekte dran.

Studium

Interessierst du dich mehr für Wirtschaft an sich als für deine persönlichen Finanzen, so bringt dich ein Studium an einer Universität wohl am meisten voran. Hier bekommst du von den Professoren, die fachlich top ausgebildet sind, 3 bzw. 5 Jahre lang Lernstoff eingehämmert. Besonders, wenn das gelernte während oder nach dem Studium mit Praxiserfahrung gefestigt wird, finde ich ein Studium sehr sinnvoll. Besonders an Universitäten ist das Lernen teilweise sehr wissenschaftlich und praxisfern. So kannst du das Gelernte besser einordnen und im Zusammenhang sehen.

Typische Studiengänge sind BWL oder VWL. Beide gibt es allerdings mittlerweile in allen möglichen Spezifikationen. So habe ich beispielsweise Wirtschaftspädagogik studiert und an meiner Universität gab es auch noch Ostasienwissenschaften. Beides war zum Großteil deckungsgleich mit BWL. Nur die fachfremden Schwerpunkte waren vorausgewählt. Auch sind wirtschaftliche Studiengänge mit besonderem Augenmerk auf Nachhaltigkeit im Kommen.

Nebenberufliche Fortbildungen

Dieser Punkt ist besonders interessant für alle, die kein Abitur haben und somit nicht an einer Universität studieren können. Aber auch Menschen, die gern praxisnähere Fortbildungen im Finanzbereich machen möchten, sind hier gut aufgehoben. Es können zwar auch Studiengänge nebenberufliche angeschlossen werden, ich meine hier aber besonders zwei andere Fortbildung.

In den meisten wirtschaftlichen Berufen gibt es Fortbildungen in zwei Schritten. Zum einen existiert als erster Schritt der Fachwirt und als nächstes darauf aufbauend der Betriebswirt. Diese Fortbildungen im Finanzbereich führen die Inhalte der Ausbildung weiter und gehen dabei auch auf besondere Bereiche ein. So ist der Bankfachwirt auch zusätzlich noch ein Vertriebstraining und auch die Abschlussprüfung ist ein Verkaufsgespräch. Der Betriebswirt geht dann betriebswirtschaftlich noch tiefer und auch Führungsaspekte werden besprochen.

Fachlich gesehen muss ich sagen, dass ich denke, dass der Betriebswirt ungefähr mit dem Bachelor einhergeht. Der Fachwirt ist also quasi eine Vorstufe zum Bachelorstudium. Geht man nach Deutschen Qualifikationsrahmen ist der Fachwirt äquivalent zum Bachelor und der Betriebswirt zum Master. Liegt allerdings auch einfach daran, dass sie ebenfalls der erste und zweite Studienzyklus nach der Ausbildung sind. Nichtsdestotrotz sind diese Fortbildungen im Finanzbereich alternativ zum Studium sehr interessant, da man wie gesagt keine Fachhochschulreife (Abitur) für die Zulassung benötigt.

Titel und Berufsexamina

Möchte man nach einigen Jahren Berufserfahrung noch einen draufsetzen, dann kann man Berufsexamina oder sonstige Titel anstreben. Besonders in meiner Branche der Wirtschaftsprüfung, führt die Karriere je nach Ambition unweigerlich an den Examina zu Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Das WP-Examen gilt hierzulande mit rund 50% Durchfallquote im Erstversuch inoffiziell als schwerste staatliche Prüfung. Aber soweit muss man auch gar nicht gehen, zumal man den Titel verliert, wenn man aus der Wirtschaftsprüfung in die Wirtschaft wechselt. Außerdem sind diese Examina sehr auf Steuern beziehungsweise externe Rechnungslegung ausgelegt.

Weitere Titel, die man im wirtschaftlichen Bereich erwerben kann, sind beispielsweise der Finanz- und Bilanzbuchhalter oder der CFA. Während die Buchhalter natürlich in die gleiche Kerbe schlagen wie Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, geht es beim CFA (Chartered Financial Analyst) auch stark um betriebswirtschaftliche Analysen, Vermögensanlage und Portfoliomanagement. Sowohl für die Berufsexamina Steuerberater und Wirtschaftsprüfer als auch für den CFA ist je nach Vorbildung eine gewissen Anzahl relevanter Berufsjahre nachzuweisen.

Welche Fortbildungen im Finanzbereich sind am besten?

Das kommt nur auf dich an. Ich würde sagen es ist ein Mix daraus wo du beruflich stehst und wo deine persönlichen Interessen liegen. So würde mich am meisten der CFA reizen, da ich aktuell Kreditanalysen von Banken prüfe und deswegen fit in Bilanzanalyse sein muss. Zusätzlich erstelle ich hier auf dem Blog selbst Aktien-/Unternehmensanalysen, kümmere mich um Themen der Vermögensanlage und könnte mir später auch vorstellen als Portfoliomanager oder Kreditanalyst zu arbeiten. Von daher passt der CFA perfekt auch meine beruflichen und privaten Interessen.

Fazit

Ich finde das allerwichtigste ist, dass du das machst, was dir Spaß macht. Das Leben ist zu kurz, um stumpf irgendwelchen ausgetretenen Karrierepfaden zu folgen, die dich eigentlich gar nicht interessieren. Arbeitest du mit Eigeninteresse und Leidenschaft, so ist das für dich und deinen Arbeitgeber eine Win-Win-Situation. Du lieferst bessere Arbeit ab und für dich fühlt es sich nicht wie Arbeit an. Ähnlich sieht es mit einer für dich interessanten Weiterbildung aus. Diese fühlt sich eher an als würdest du für dich etwas im Internet recherchieren, nicht wie damals in der Schule hinter in der Klasse zu sitzen, während der Lehrer eines ungeliebten Faches einen Monolog hält. Insofern ist mein zusammengefasster Tipp: Überlege dir was dich interessiert und dann gehe einfach in diese Richtung.

Ich hoffe du konntest etwas für dich mitnehmen und hast jetzt einen besseren Überblicküber dei Fortbildungen im Finanzbereich, falls du dich im Bereich Finanzen und Wirtschaft weiterbilden willst. Schau dir für weitere Themen auch gern meinen YouTube-Kanal an. Ansonsten bedanke ich mich dafür, dass du reingeschaut hast und würde nun gern in den Kommentaren wissen, was du von den Fortbildungen hältst.

Liebe Grüße, Kai

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