Fresenius Se & Co. KGaA – Unterbewerteter deutscher Dividenden Aristokrat mit riesigen Dividendenwachstum

Heute sind wir mal patriotisch unterwegs und kümmern uns, um einen der wenigen deutschen Dividendenaristokraten. Die Rede ist von Fresenius. Die Fresenius SE erhöht bereits seit 27 Jahren jedes Jahr die Dividende. Vor allem in den letzten Jahren ist der Aktienkurs unter die Räder gekommen. Nun wollen wir einschätzen, ob das zu Recht passierte oder, ob man die Gelegenheit nutzen kann, um günstig in den Titel einzusteigen. Wenn du auch gerne mehr über dieses Investment erfahren möchtest, dann ist dieser Beitrag genau richtig für dich! Viel Spaß bei der Fresenius Aktienanalyse!

Grundlagen

Wie immer kommen an dieser Stelle erstmal grundlegende Dinge zum Unternehmen. So hast du später, wenn es um Umsätze und Gewinne geht, auch bildlich dazu vor Augen, was die Zahlen für das Unternehmen bedeuten.

Geschäftsmodell

Die Fresenius SE & Co. KGaA ist ein deutscher Konzern aus der Gesundheitsbranche. Es hat mehrere Sparten, auf die ich gleich nochmal genauer eingehe. Darunter fallen allerdings Krankenhäuser und speziell Dialysegeräte. Der Sitz des Unternehmens ist in Bad Homburg. Es hat über 300.000 Mitarbeiter in 100 Ländern.

Historische Eckdaten

Nachdem bereits im Jahre 1462 die Hirsch-Apotheke gegründet wurde, kam es 1912 dann dazu, dass Dr. Eduard Fresenius diese kaufte und daraus über ein erweitertes Apotheken-Laboratorium einen kleinen Produktionsbetrieb formte. Bis hier war der Standort noch Frankfurt am Main. Da die Produktion nun aber von der Apotheke getrennt werden sollte, suchte man sich Bad Homburg als neuen Unternehmenssitz aus.

1966 streckt das Unternehmen die Fühler weiter aus und beginnt mit dem Vertrieb von Dialysegeräten. Dialyse ist die Filterung des Bluts bei nierenkranken Menschen, was eigentlich die Niere übernimmt. Nach Gründung mehrerer Standorte wird Fresenius 1982 in eine AG umgewandelt, um dann letztendlich 1986 an die Börse zu gehen. In der nächsten Unternehmensphase wächst Fresenius vor allen Dingen aufgrund von Unternehmenszukäufen. Hierunter fallen Beispielsweise Kliniken und Unternehmen im Bereich Dialyse.

Produktanalyse

Nachdem ich bereits die Geschäftsfelder angedeutet habe, möchte ich sie dir jetzt in der Produktanalyse der Fresenius Aktienanalyse nochmal genau nach Umsatz aufschlüsseln.

Geschäftsgebiete

Bei den Geschäftsgebieten kann man zwischen Dialyse, Krankenhäuser bzw. medizinische Gesundheitszentren und deren Verwaltung sowie medizinischen Verbrauchsgütern wie Infusionen und Nahrung unterscheiden. An dieser Stelle tut uns Fresenius einen Gefallen bezüglich der Übersichtlichkeit, da diese Bereiche auch abgrenzend in Tochterunternehmen unterteilt sind.

Fresenius Medical Care führt den Dialysegerätebereich und hat 2019 einen Anteil von 49,2% vom Umsatz, Fresenius Helios führt Krankenhäuser und Gesundheitszentren und erzeugt damit 26% des Umsatzes, Fresenius Kabi stellt die klinische Nahrung und Infusionen her und ist darüber mit 19,4% am Umsatz beteiligt und Fresenius Vamed ist das Projektmanagement für Krankenhäuser bezüglich Verwaltungs- und technischen Aufgaben. Letztere haben einen Anteil von 5,3% am Umsatz und bilden das Schlusslicht.

Fresenius Aktienanalyse

Absatzmärkte

Die Umsätze sind sehr international. Der Löwenanteil wird in den USA getätigt. Hier werden 40,2% des Umsatzes generiert. Deutschland ist mit 21,6% der zweigrößte und das restliche Europa mit 21,3% der drittgrößte Markt. Insgesamt ist Europa also ein ähnlich großer Absatzmarkt wie die USA. Ein untergeordneter Anteil am Umsatz von 10,5% wird auch noch im Asien-Pazifik-Raum und zu 4,4% Lateinamerika gemacht. Afrika und das übrige Nordamerika bilden das Schlusslicht mit 1,2% bzw. 0,8%.

Fresenius Aktienanalyse

Auswertung

Man kann das Produktportfolio von Fresenius als diversifiziert als auch krisensicher ansehen. Gleiches gilt für die regionale Verteilt. So ist es weniger stark von einzelnen Ländern abhängig. Dafür gibt es in der Produktanalyse 2 von 2 möglichen Punkten von mir.

Branchenanalyse

Bevor wir speziell auf die Marktstellung vom Unternehmen eingehen, schauen wir uns in der Fresenius Aktienanalyse erstmal die Branche insgesamt an. Wie steht es um die Gesundheitsbranche?

Attraktivität der Branche

Die Gesundheitsbranche wächst. Auf der ganzen Welt geben Menschen immer mehr Geld dafür aus gesund zu bleiben. Vor allem auch Regionen ohne Zugang zum Gesundheitssystem schwinden immer mehr, sodass auch gänzlich neue Märkte gebildet werden. Die Bevölkerung wächst und wird immer älter. So steigt auch der Bedarf und Konsum an Medizinprodukten.

Wettbewerber

Um den Wettbewerb zu analysieren, muss man das Geschäftsmodell etwas aufgliedern. Im Dialysebereich ist es so, dass hier einige Big Player unterwegs sind. Gerade in den USA sind die Märkte schon etwas abgekühlter. In anderen Ländern findet noch mehr Kampf um die Marktanteile statt. Hier muss man mit verschiedensten Kliniken konkurrieren. Im Bereich der Arzneimittel tummeln sich ebenfalls viele Bewerber wie Pfizer und Sanofi. Bei intravenöser Krankenhausernährung und normaler Ernährung sind ebenfalls große Player am Markt, die teils auch normale Nahrung herstellen wie beispielsweise Nestlé. Der Krankenhausbereich wird in Deutschland zu rund 80% von öffentlichen und gemeinnützigen Krankenhäusern dominiert. In Spanien ist der Markt noch fragmentierter. Dies bietet Konsolidierungspotenzial.

Kunden

Die Kunden im Markt sind hauptsächlich gewerblich. Natürlich empfangen letzten Endes Privatmenschen die Dialyseleistung oder die Medikamente, bezahlt werden sie allerdings meist über die Krankenversicherungen. Dialysegeräte werden auch von Kliniken und Praxen gekauft, statt von den Patienten.

Zulieferer

Eine besondere Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten gibt es in keinem der Branchen.

Ersatzprodukte

Im Dialysebereich ist die Dialyse nur durch eine Nierentransplantation ersetzbar. Da diese auf die Zahl der Spender begrenzt ist, ist der Markt zukunftssicher. Auch intravenöse Ernährung hat an sich keine Alternative, wenn Patienten komatös sind. Es gibt allerdings ein breites Angebotsspektrum in der Branche und innerhalb der Produktarten.

Markteintrittsbarrieren

Ein Markteintritt erfordert zumindest mal Produktionsstätten. Zudem erfordert es jahrelanges Knowhow und auch, wenn man dieses besitzt, müssen Produkte in diesem Bereich oft zuerst staatlich geprüft und genehmigt werden.

Auswertung

Die Gesundheitsbranche wächst weltweit und ist zukunftssicher, weswegen sich allerdings auch viel Konkurrenz in diesem Bereich tummelt. Nicht zuletzt wegen der Alternativlosigkeit zu den einzelnen Produkten und Dienstleistung ist die Branche attraktiv. Zusätzlich zu starken Konkurrenz machen hauptsächlich gewerbliche Kunden machen die Preisgestaltung schwieriger. Zum Glück sind die Markteintrittsbarrieren im medizinischen Bereich hoch, sodass die Konkurrenz nicht übertrieben groß wird. Deshalb gibt es bei der Branchenanalyse 4 von 6 möglichen Punkten.

Marktstellung

Da wir die Branche nun kennen schauen wir uns in der Fresenius Aktienanalyse einmal genauer an wo Fresenius innerhalb der Branche positioniert ist.

Produktentwicklung

Fresenius als Konzern möchte nachhaltig erfolgreich bleiben. Deswegen probiert das Unternehmen ständig die Ausgaben für Forschung und Entwicklung voranzutreiben. Dies gelang zuletzt im Jahr 2019 auch abermals. Das Unternehmen hat bereits großes fachliches Knowhow und erweitert es durch diese Ausgaben ständig.

Möglichkeit einzukaufen

In den einzelnen Branchen des Unternehmens gibt es keine Abhängigkeit von einzelnen Unternehmen. Technische Zulieferer und Lieferanten für Lebensmittel und Infusionen können gewechselt werden. Zulieferer von Krankenhäusern sind zudem regional unterschiedlich.

Einflüsse auf das Geschäft

Leider ist man als Gesundheitsunternehmen stark abhängig von gesetzlichen Rahmenbedingungen. So können beispielsweise Krankenhäuser direkt betroffen sein oder durch fehlende staatliche Anreize für ausländische Fachkräfte an Personalmangel leiden. Besonders die abermalige Änderung des amerikanischen Gesundheitssystem könnte starke Auswirkungen auf ein dort tätiges Gesundheitsunternehmen haben. Ähnlich war es auch bei der Walgreens Boots Alliance.

Marketing

Ein internationales Vertriebsnetz ist bereits aufgebaut und etabliert. Besonderes Augenmerk fällt vor allem bei den europäischen Krankenhäusern auf das Personalmarketing. Personalmangel ist vor allem in den Krankenhäusern überall anzutreffen.

Wachstumsmöglichkeiten

Da der Markt insgesamt wächst, sind auch die Wachstumsmöglichkeiten insgesamt sehr gut. Darüber hinaus gibt es für Fresenius Märkte, welche noch gar nicht erschlossen sind. Hier denke ich an Asien und Afrika. Bei zunehmend besserer medizinischer Versorgung ist auch hier die Ausrichtung auf Wachstum gestellt.

Unternehmensführung

Das Management insgesamt schafft es seit Jahren und Jahrzehnten Fresenius auf Wachstums- und Erfolgskurs zu halten. Der aktuelle CEO Stephan Sturm ist zwar erst seit 2016 CEO, war zuvor allerdings schon 11 Jahre CFO von Fresenius. Zuvor hat er 13 Jahre im Investment Banking gearbeitet, weswegen ich denke, dass man sich als Aktionär auf einige weitere Unternehmensakquisitionen freuen können wird. Mit seinen 57 Jahren ist Stephan Sturm noch weit entfernt vom alten Eisen und kann das Unternehmen noch lange auf Kurs halten.

Fresenius Aktienanalyse
Stephan Sturm, CEO, Fresenius SE & Co. KGaA

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Wie bereits erwähnt sind gesetzliche Rahmenbedingungen das A und O in dieser Branche. Sowohl in der Produktzulassung als auch im Vertrieb geht kein Weg an gesetzlichen Themen oder am Staat selbst vorbei. Grundsätzlich ist hier festzuhalten, dass besonders die USA in den nächsten Jahren interessant werden, da hier die gesundheitliche Pflichtversicherung (Obama Care) wieder zumindest in Teilen abgeschafft werden könnte. Somit hätten auch weniger Menschen Zugriff auf die Leistungen von Fresenius.

Auswertung

Aufgrund der gerade aufgeführten Punkte gibt es für die Marktstellung von Fresenius 5 von 7 möglichen Punkten von mir.

Unternehmensbewertung

Widmen wir uns nun der Unternehmensbewertung. Bevor wir einen Fair Value berechnen schauen wir uns die Finanzkennzahlen der letzten Jahre grundlegend an, um Entwicklung des Unternehmens auszumachen. Es bleibt abzuwarten, ob der in den letzten Jahren immer weiter fallende Aktienkurs gerechtfertigt ist. Dieser fiel nämlich von knapp 60€ in 2015 auf aktuell knapp 40€.

Finanzkennzahlen 5-Jahres-Durchschnitt

  • Operatives Nettobetriebsvermögen +10,68%
  • Umsatz +6,62%
  • EBIT +3,74%
  • Operative Marge 13,9%
  • Free Cash Flow -0,5%
  • Operativer FCF +5,4%
  • Eigenkapitalquote +0,2%
  • Fremdkapitalkosten +5,3%
  • Dividendenrendite 1,1% (aktuell 2,1%)
  • Dividendenwachstum +17,2%
  • Proz. Ausschüttung des FCF 18,8%
  • Übergewinnwachstum -3,26%

Erläuterung der Zahlen

Die Zahlen von Fresenius sind sehr solide. Höchstens den leichten Rückgang des Free Cash-Flows könnte man kritisieren. Am operativen Cash Flow, der aus der laufenden Geschäftstätigkeit entsteht, sieht man jedoch, dass auch der FCF insgesamt gesteigert werden kann. Die Dividende hat auf jeden Fall noch gut Luft nach oben, da hier nicht mal ein Fünftel des FCF ausgeschüttet wird. Auch, wenn die Dividendenrendite hier eher niedrig angesiedelt ist, ist Fresenius äußerst interessant für Dividendeninvestoren. Aufgrund des hohen Dividendenwachstums und, dass Steigerungen auch in Zukunft gut bezahlbar sein werden, kann man davon ausgehen, dass bei einem Kauf die persönliche Dividendenrendite bald höher sein dürfte.

Fair Value

Ich habe die Daten wieder in mein Discounted Cash Flow- und Übergewinn-Modell eingepflegt. Als weitere Kriterien habe ich Eigenkapitalkosten von 10% angesetzt und Fremdkapitalkosten von 4%. Zudem habe ich die Cashflows wegen Corona in diesem und nächsten Jahr etwas nach unten korrigiert, auch, wenn Fresenius aktuell nicht so stark betroffen ist. Zusätzlich habe ich die Bewertung des Aktienfinders genommen und zusammen mit diesen den Durchschnitt gebildet. Das Ergebnis war eine fundamentale Bewertung des Unternehmens von 62,7 Mrd. € oder aber 113,56€ je Aktie. Um jetzt eine Investmententscheidung treffen zu können müssen wir in diese noch die Chancen und Risiken einbeziehen.

Chancen und Risiken

Spezielle Herausforderungen des Unternehmens bestehen in der Personalgewinnung und dem Konkurrenzkampf besonders in Europa. Besonders in den USA gibt es allerdings das Risiko der politischen Verwerfung. Hier könnten viele Menschen durch Wegfall ihrer Krankenversicherung den Zugang zu Fresenius‘ Dienstleistungen Verlieren, sodass auch Krankenhäuser weniger nachfragen.

Besondere Chancen sehe ich allerdings in der Notwendigkeit des Geschäftsmodell in Verbindung mit der guten Marktstellung als Marktführer in vielen Bereichen und großen Markteintrittsbarrieren. So können langfristig gute Geschäfte gewährleistet werden.

Investmententscheidung

Unter Einbezug der Chancen und besonders der Risiken nehme ich einen Sicherheitsabschlag von 30% auf den errechneten fairen Wert der Aktie. Dadurch komme ich auf einen maximalen Kaufkurs von 79,49€. Bis 130% des Fair Values würde ich die Aktien halten, wenn ich sie bereits hätte. Auch, wenn ich die Aktie aktuell noch nicht halte, heißt diese Bewertung für mich, dass ich bei einem aktuellen Kurs von rd. 40€ einsteigen werde. Meiner Meinung nach ist die Aktie deutlich unterbewertet. Wenn man sich die historischen Aktienkurse anschaut, dann sehe ich das Unternehmen eher vor den Kursrutschen als fair bewertet an, als es bei rd. 80€ stand. Für mich ist zusätzlich interessant, dass ich damit mein Portfolio an Einzeltiteln sowohl von der Branche her als diesmal auch regional weiter diversifiziere. Bisher kommen alle Werte aus den USA.

Fresenius Aktienanalyse – Fazit

Also hat diese Analyse wieder einen neuen Kandidaten für mein Portfolio ergeben. Es kann sein, dass du dich wunderst, dass meine Analysen oft zum Ergebnis haben, dass ich investiere. Dabei muss man erwähnen, dass ich natürlich eine Vorabrecherche mache und schon nur Unternehmen analysiere, die ich interessant und günstig finde. Erst dann kommt die Fundamentalanalyse. Wenn du willst, kann ich ja auch mal ein Video dazu machen, wie ich interessante Titel recherchiere. Wenn dich das interessieren würde, dann lass es mich doch einfach in den Kommentaren wissen.

Ansonsten hoffe ich, dass du Spaß beim Lesen hattest und was lernen konntest. Wenn du weiter Investmenttipps und Aktienanalysen wie diese erhalten möchtest, dann lass doch am besten einfach ein Abo bei YouTube da und aktiviere die Glocke, damit du möglichst schnell über heiße Kandidaten für dein Depot informiert bist oder du schaust einfach regelmäßig auf dem Blog vorbei, wo es immer neue Analysen gibt!

Habe vielen Dank fürs Reinschauen und bis bald! Liebe Grüße, Kai

6 Antworten auf „Fresenius Se & Co. KGaA – Unterbewerteter deutscher Dividenden Aristokrat mit riesigen Dividendenwachstum“

  1. Friedhelm,
    Danke für deine Analyse zu Fresenius, die ich mit einer ersten Position zu 39€ bereits im Depot habe und nach dem Kursrutsch weiter aufstocken werde.
    Mich würde deine Selektion von Kaufkanditaten sehr interessieren, denn mir fehlt noch etwas Systematik in der eigenen Suche nach unterbewerteter Substanz.

    1. Hallo Friedhelm, danke für dein Kommentar!

      Also grundsätzlich musst du natürlich entsprechend deiner eigenen Investmentstrategie nach Kaufkandidaten suchen. Zusätzlich kannst du dir noch schnell zu überprüfende Rahmenbedingungen setzen.

      Ich bin zum Beispiel bin Dividendeninvestor mit langen Anlagehorizont. Meine Beuteschema sind daher Dividenden Aristokraten oder Unternehmen auf dem Weg dorthin mit hohem Dividendenwachstum.

      Schnäppchen findet man wie bei Fresenius nun über Kursrutsche oder unüblich hoher Dividendenrendite. Danach schaue ich eigentlich nur, ob das Unternehmen liquide genug für die Dividende ist, und bewerte sie dann anhand von DCF- und Übergewinnverfahren. Die Bewertung hängt dann ganz von der eigenen Erwartung des zukünftigen CF/Übergewinn ab.

      Ich hoffe ich konnte dir mit der Antwort 🙂

      LG Kai

  2. Hallo Kai,

    erstmal vielen Dank für deine umfangreiche Analyse. Ich bin zum Ende des Coronacrashs im April eingestiegen bei ungefähr nem Kurs von 39€. Ich hatte dann später im Juli die Aktie wieder verkauft ungefähr Kurs 45€, da ich einen für mich persönlich interessanteren Kandidaten mit Novo Nordisk ins Depot genommen hatte (vielleicht hast Du ja Lust auf eine Analyse davon :)) Mich hatte der Wert was Wachstum + Dividende angeht etwas mehr überzeugt (auch der Qualitätsscore bei aktie.traderfox.com, 14/15 vs Fresenius 9/15). Im Zuge des zweiten Lockdown Light und der Korrektur, bin ich aber sowohl bei FMC (Kurs ca. 68€) als auch bei Fresenius (ca. 34€) erneut eingestiegen. Nach wie vor überzeugt mich das Abomodell von FMC (das Netflix für Dialysepatienten) und die starke Unterbewertung von Fresenius. Mich würde gerne deine Einschätzung interessieren, wie Du die von der Regierung zugesagten Lohnerhöhungen i.H.v. 10% beim Krankenhaus + Pflegepersonal für den künftigen Aktienkurs siehst. Ich meine das ist kein Pappenstil und die höheren Personalkosten werden den Gewinn ordentlich schmälern. Was denkst Du, ist die Talfahrt der Aktie schon erreicht? Sehen wir einen Turnaroundkandidaten und Kursziele Longterm von 90€+? Entwickelt sich die Aktie der Tochtergesellschaft FMC nicht besser als die der Muttergesellschaft? Ich würde mich über einen Kommentar von Dir freuen. Mach weiter so, tolle Analysen :).
    Vielen Dank & LG Lukas

    1. Hallo Lukas,

      vielen Dank für den ausführlichen Kommentar und das Lob! Du weißt, der Applaus ist des Künstlers Lohn ;P

      Zu deinen Fragen:
      1) Vorab muss ich sagen, dass deine Haltedauern scheinbar sehr viel kürzer sind als meine. Der FV, den ich errechne realisiert sich eventuell erst über längere Zeiträume. Kurzfristig ist mir zu viel Psychologie in der Börse, das kann man nicht berechnen, bin ein Zahlenmensch 😀 nutze nur Kursrutscher, um günstig zu kaufen, halte dann aber länger.
      2) Novo Nordisk hatte ich mir noch nicht angesehen, kann ich dann aber gern mal machen, gern auch mit Vergleich 🙂
      3) Weiß nicht genau, welche Lohnerhöhungen du meinst. Habe jetzt nur gefunden, dass ein höherer Mindestlohn explizit im Pflegebereich eingeführt wird. Das würde dann ja auch eh nur Pflegehilfskräfte betreffen, da Pflegefachkräfte und Ärzte ohnehin mehr Gehalt bekommen. Solang man aber nicht mehr Köpfe einstellt ist aber ohnehin alles unproblematisch, da man das Personal über die Krankenkassen refinanziert bekommt. Ich habe u.a. Krankenhäuser bei meinem alten Arbeitgeber geprüft. Die refinanzieren sich über die Krankenkassen mit sog. Case Mix Punkten je abgerechneter Behandlung (bei Alten-/Pflegeheimen übrigens je Pflegetag). Komplizierte Sache, heißt im Endeffekt aber, dass nur nicht zu viele Leute eingestellt haben darf für die Anzahl der Behandlungen. Wenn das Durchschnittsgehalt steigt, zahlen das am Ende die Krankenkassen (zum. in Deutschland, Spanien weiß ich nicht). Sonst schreib nochmal was du genau meinst 🙂 Aber kritischer sehe ich hier Pflegeuntergrenzen, sprich eine Mindestanzahl an Pflegekräften. Wird aber sicher auch auf die Krankenkassen abgewälzt. Können sich sonst viele öffentlich Krankenhäuser nicht leisten.
      4) Ob das die Talsohle ist weiß ich nicht, ist ja nochmal ordentlich seit der Analyse gefallen. Meiner Meinung nach aber komplett ungerechtfertigt. Weiß auch nicht wann ein Turnaround kommt aber m.M.n. sieht man aktuell echt nur den Preis der Aktie und bei weitem nicht den Wert. Einfach kaufen solang alles günstig bewertet ist und dann warten bis der Markt einem zustimmt, das ist mein Motto 🙂
      5) Nur die Töchter von Konzernen zu kaufen sehe ich kritisch. Musst es mal aus Sicht des Managements sehen. Wenn die Tochter besser läuft, dann kann man sie melken (auch ohne GAV). Wenn die Tochter schlecht läuft, dann kann man sie einfach abstoßen. Als Besitzer der Konzernmutter ist man immer in einer angenehmeren Situation. Aber denk dabei dadran, dass ich das immer +10 Jahre betrachte 🙂 Kurzfristig kann das sein, dass Töchter besser laufen als die Mütter, ganz klar.

      Ich hoffe ich konnte helfen und du bleibst ein treuer Leser, vielen Dank nochmal! LG Kai

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