Home Depot Aktienanalyse – Gesunder und günstiger Dividendentitel im Wachstum

Hallo und herzlich willkommen auf dem Finanzplaneten! Mein Name ist Kai und der nächste Titel, den ihr in die Analyse gevotet habt, ist Home Depot. Da das Unternehmen bereits seit über 30 Jahren seine Dividende nicht gesenkt hat, ist der Titel insbesondere für eine Dividendenstrategie interessant. Ich werde das Unternehmen jetzt erstmal vorstellen, Stärken und Schwächen aufzeigen sowie anschließend mit meinen Bewertungsmodellen den Fair Value berechnen. Zum Schluss teile ich euch auch meine Kaufentscheidung mit. Wenn euch dann interessiert, dann bleibt dran und viel Spaß mit der Home Depot Aktienanalyse!

Grundlagen

Bevor wir uns im Detail mit dem Unternehmen beschäftigen, wollen wir nun erstmal das grundlegende Geschäftsmodell umreißen und wie es zu dem heutigen Unternehmen gekommen ist. So ist es meiner Meinung nach besser möglich das Unternehmen zu verstehen und die Zahlen später besser einzuordnen.

Geschäftsmodell

Home Depot betreibt eine spezialisierte Einzelhandelskette. Das Unternehmen hat sich auf Baumärkte spezialisiert und verkauft entsprechende Produkte in seinen knapp 2.300 Filialen in den USA, Kanada und Mexiko.

Historische Eckdaten

1978 wurde The Home Depot mit einem Konzept gegründet. Man wollte Superstores bauen, größer als alle anderen und dabei exzellenten Kundenservice bieten. Aus der Idee wurden ein Jahr später schnell die ersten beiden Märkte, aber man wollte mehr. Über einen frühen Börsengang in 1981 sammelte man mehr Geld ein und 1984 hatte man bereits 19 Märkte eröffnet. Schon 1989 übertraf man von der Größe her den Konkurrenten Lowe’s.  In den 90ern investierte man auch schon in die erste ausländische Beteiligung in Kanada. Die erworbene Kette wurde dann später in Home Depot Läden umgewandelt. Neben weiteren eigenen Läden erweiterte man auch sein Produktportfolio durch weitere Zukäufe.

So kaufte man um das Jahr 2000 rum Reparaturzubehör- und Sanitärunternehmen. 2002 trat man mit dem Kauf einer mexikanischen Kette auch in die dortige Baumarktbranche ein. Kurz darauf in 2005 führte man auch bereits einen Onlineshop ein und stellte sich damit auf das wechselnde Kaufverhalten ein. Erst die Finanzkrise stoppte die starke Expansion. Hier musste man einige Läden schließen und die Rückkehr zum ursprünglichen Umsatz dauerte bis 2017. Unterstützende Wirkung hatte dabei ein weiterer interessanter Zukauf in 2015. Hier wurde nämlich ein Großhändler der eigenen Produkte erworben, sodass man seine eigenen Wertschöpfungskette verlängerte. Letztlich wurde in 2017 noch zusätzlich zum eigenen Onlinestore ein weiterer Onlinehändler mit ähnlich Produkten erworben. So ist man nun auch digital noch besser aufgestellt.

Produktanalyse

Jetzt haben wir schon einen guten Überblick darüber bekommen, wo das Unternehmen aktuell steht. Womit es aktuell seinen Umsatz generiert, wollen wir nun schauen. Die Umsätze kommen zwar alle aus den Baumärkten, allerdings ist es eventuell ja auch interessant aus welchen Produktgruppen die Umsätze kommen und vor allem auch wie sie sich regional aufteilen.

Geschäftsgebiete

Wir ihr hier seht vertreibt The Home Depot alle möglichen typischen Baumarktartikel. Dabei ist man von keinem Produkt besonders abhängig und auch innerhalb der Kategorien gibt es viele einzelne Produkte. Die Aufgliederung ist hier aber so detailliert, dass ich die einzelnen Bereiche nicht weiter erläutern muss, denke ich.

Home Depot Aktienanalyse
Quelle: Marketscreener.com

Absatzmärkte

Bei den Regionen sieht es schon anders aus. Die Märkte in den USA spielen mit 92,5% den Großteil der Umsatzerlöse ein. Über Kanada und Mexiko kommen also nicht wirklich viele Einnahmen zu Home Depot.

Home Depot Aktie Analyse
Quelle: Marketscreener.com

Auswertung

The Home Depot erhält von mir einen von zwei möglichen Punkten in der Produktanalyse. Die Umsatzerlöse sind zwar auf Produktgruppen gut aufgeteilt, allerdings werden sie fast komplett in den USA generiert. Regional hat man also ein gewisses Klumpenrisiko.

Branchenanalyse

In der Branchenanalyse wollen wir nun einen genaueren Blick auf den Einzelhandel und insbesondere auf die Baumärkte werfen. Gefühlt ist der Markt ja im Kommen und jeder möchte selbst sein Haus oder seine Wohnung individuell gestalten. Aber schauen wir mal, wie es tatsächlich aussieht.

Attraktivität der Branche

Aktuell ist es so, dass der globale DIY- und Heimwerkerbedarf in den letzten Jahren um durchschnittlich 3,5% gestiegen. Dadurch, dass während der Pandemie Baumärkte als systemrelevant galten, da auch professionelle Handwerker hier einkaufen, brummte das Geschäft. Hornbach in Deutschland konnte seinen Umsatz beispielsweise um 15% steigern. Das ist natürlich kein langfristiger Effekt aber erwähnenswert. Die 3,5% jedoch können auch weiterhin erreicht werden.

Wettbewerber

In den USA sind mit enormem Abstand die größten beiden Baumärkte Home Depot und Lowe’s. Hätten sie noch etwas mehr Marktanteil, könnte man ihre Marktstellung fast schon als Duopol bezeichnen, auch, wenn es sowas bei Baumärkten natürlich nicht gibt. Der Abstand zwischen den Umsätzen der beiden verlagerte sich in den letzten Jahren allerdings zugunsten von The Home Depot.

Kunden

Die Kunden kann man privat nennen. Ich habe zwar gerade ja schon erwähnt, dass auch gewerbliche Kunden in Baumärkten einkaufen gehen, allerdings wird hier nicht bei den Preisen gefeilscht und das ist es, worum es in diesem Punkt geht.

Zulieferer

Aufgrund der riesigen Produktpalette ist auch die Auswahl an Lieferanten wirklich groß. Abhängigkeit von einem einzelnen Zulieferer sollte es deswegen nicht geben.

Ersatzprodukte

Bei den Alternativen darf man sich nun nicht auf die einzelnen Produkte fokussieren. Man muss hier Alternativen überlegen, die es zum Einkauf im Baumarkt gibt, um die entsprechenden Materialien oder Produkte zu erwerben. Mir fällt hier eher nichts ein. Die Produkte sind doch eher spezifisch für Baumärkte oder Gartencenter. Auch, wenn The Home Depot einen Onlineshop hat, sehe ich diesen weniger als in anderen Bereichen als Alternative. Vor allem bei Handwerkern ist es ja so, dass sie schnell das weitere Material brauchen, um Aufträge fertigzustellen. Für den Privatkunden fehlt es online dafür etwas an Beratung.

Markteintrittsbarrieren

Die Markteintrittsbarrieren sind typischer Weise im Handelsbereich immer relativ gering. Man braucht hier einfach viel weniger Kapital und Fachwissen, um den ersten Markt auf die Beine zu stellen, als, wenn man ein neues Produkt entwickeln und anschließend in ausreichender Stückzahl produzieren möchte.

Auswertung

In der Branche der US-amerikanischen Baumärkte gibt es in diesem Fall jeweils einen Punkt Abzug für den nicht vorhanden Burggraben und die Wettbewerber. Man gehört zwar zu den großen Ketten allerdings ist der Einzelhandel immer recht fragmentiert. Hier kann man einfach zu schnell mit dem ersten Baumarkt einsteigen, insbesondere, wenn man ein bereits großes Unternehmen ist, dass einfach in einen neuen Bereich expandieren möchte. Wir landen als bei 4 von 6 möglichen Punkten.

Quelle: Pixabay.com

Marktstellung

Nachdem wir nun wissen, dass die Branche durchaus vorzeigbar ist und sich hier bei attraktiven Risikoprofil gutes Geld verdienen lassen sollte, wollen wir uns jetzt anschauen, wie gut The Home Depot diese Chance nutzt.

Produktentwicklung

In der Geschichte von Home Depot sieht man schon, dass von Anfang an der Kurs auf Wachstum stand. Mit kurzem Hänger während der Finanzkrise ging es immer nur bergauf. Das Produktportfolio wurde regelmäßig organisch und auch durch Unternehmenskäufe erweitert. Auch die Anzahl der Stores erhöhte sich nach und nach. Stores wurden ebenfalls selbst eröffnet oder man kaufte fremde Ketten und wandelte sie in Home Depot Stores um.

Möglichkeit einzukaufen

Aufgrund des riesigen Kundenstamms, den Home Depot besitzt, dürften sich alle Hersteller die Finger danach lecken hier Fuß zu fassen. Die Möglichkeit des Einkaufs hier seine Preisvorstellungen durchzusetzen ist sehr gut. Neue und innovative Produkte anzubieten oder ungefragte Produkte von jetzt auf gleich nicht mehr einzukaufen, ist ein großer Vorteil von Einzelhändler im Vergleich zu Produzenten.

Einflüsse auf das Geschäft

Zuerst möchte ich auch hier erstmal wieder Corona nennen. Baumärkte sind allerdings eher Corona-Profiteure. Heißt aktuell gibt es dadurch einen großen Push. Aktuell gibt es noch weitere Trends in der Bevölkerung, die Baumärkte begünstigen. Der Do-It-Yourself-Trend existiert ja schon länger. Hinzu kommt, dass nun auch Menschen ihre Balkone durch Home Gardening erweitern. Auch hier bietet man entsprechende Produkte an. Das erklärt auch das überdurchschnittliche Branchenwachstum.

Marketing

Man muss regelmäßig Angebote anbieten und diese wöchentlich über diverse Medien bewerben. Das ist aufwendig und teuer.

Wachstumsmöglichkeiten

The Home Depot streckt bereits die Fühler Richtung Ausland aus. Hier sehe ich auch die größten Chancen zu wachsen. Innerhalb der USA hat man bereits 2.000 Läden. Es dürfte einiges leichter fallen, beispielsweise in Kanada oder Mexiko zu expandieren. Märkte in anderen Ländern sind allerdings immer schwierig. Gerade in Deutschland sieht man ja, dass bereits diverse große Ketten den Markt beherrschen. Hier sein Glück zu versuchen könnte ähnlich schwierig werden, wie für Walmart, die gegen Aldi und Co. gescheitert sind.

Unternehmensführung

CEO von The Home Depot ist Craig Menear. Er studierte in Michigan und arbeitete fortan bei verschiedenen Unternehmen der Branche. So war er bereits bei IKEA, Builders Emporium und Grace Home Centers tätig. Zu Home Depot kam er auch schon in 1997. Dort arbeitete er sich weiter hoch und war ab 2007 der Marketing-Chef. Ab 2014 ist er auch CEO von The Home Depot. Ich finde es gut, dass der ehemalige Marketingleiter hier CEO geworden ist, wo dem Marketing in dieser Branche doch so eine große Bedeutung zukommt. Seine Anteile am Arbeitgeber belaufen sich mittlerweile auf ca. 60 Mio. USD.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Handelsunternehmen haben tendenziell weniger gesetzliche Vorschriften, zumindest solang man keine gefährlichen Güter verkauft. Das ist bei einem Baumarkt eher weniger der Fall.

Auswertung

Auch die Marktstellung sieht gut aus. Für mich gibt es hier nur einen Punkt weniger, aufgrund des aufwendigen Marketings. Insgesamt also 6 von 7 möglichen Punkten.

Unternehmensbewertung

Nach dem bisherigen Vorgeplänkel und indirekten Wertschätzung von Home Depot gehen wir jetzt dazu über Zahlen sprechen zu lassen. Ich werde nachfolgend diverse Kennzahlen des Unternehmens im 5-Jahres-Zeitraum darlegen und anschließend beurteilen. Darauf aufbauend werde ich danach mit meinen Berechnungsmodellen einen fairen Wert und weiter mein persönliches Kauflimit bestimmen.

Finanzkennzahlen 5-Jahres-Durchschnitt

  • Operative Nettobetriebsvermögen +7,3%
  • Umsatz +6,9%
  • Operativer Gewinn +7,4%
  • Operative Marge 14,2%
  • Free Cash Flow +13,0%
  • Operativer CF +12,3%
  • Eigenkapitalquote 5,5%
  • Fremdkapitalkosten +6,5%
  • Dividendenwachstum +13,5% (+16,8% je Aktie)
  • Dividendenrendite 2,2% (aktuell 2,0%)
  • Ausschüttung des FCF 43,3%
  • Übergewinn +4,7%
  • Kurs-Buchwert-Verhältnis 89,34x
Home Depot Umsatz
Quelle: Aktienfinder.net

Erläuterung der Zahlen

Zuerst einmal keine Angst, das Kurs-Buchwert-Verhältnis ist nicht so schlimm wie es aussieht. Durch das zwischenzeitlich negative Eigenkapital durch die Aktienrückkäufe ist dieser Wert deutlich verzehrt. Würde man die eigenen Aktien alle wieder auf den Markt werfen, könnte man das Eigenkapital wieder deutlich aufstocken und das Eigenkapital je Aktie würde sich auch erhöhen. Ansonsten sieht das Wachstum aber rosig aus. Gerade während des letzten Jahres konnte man deutlich profitieren. So ist es für das Unternehmen auch bezahlbar die Dividende in den letzten Jahren deutlich zu erhöhen und regelmäßig große Aktienrückkäufe durchzuführen. Die Ausschüttung beträgt so am Ende nicht mal die Hälfte des Free Cash Flows. In der Finanzanalyse gibt es aber auf jeden Fall zwei von zwei Punkten.

Home Depot Cash Flow
Quelle: Aktienfinder.net

Fair Value

Das letztliche Wachstum kommt zu großen Teilen durch die makroökonomischen Gegebenheiten und wird sich in Zukunft in dieser Form denke ich nicht weiter fortsetzen können. Deswegen reduziere ich das langfristige Wachstum von 6,9% auf 5%. Das scheint mir angesichts des starken Expansionsdrangs von The Home Depot vertretbar, da zudem das Branchenwachstum ohnehin schon bei 3,5% liegt. Die Eigenkapitalrendite soll aufgrund meiner eigenen Renditevorstellungen wie immer bei 10% liegen. Zudem konnte ich aufgrund langfristiger Anleihen Fremdkapitalzinsen von 3,5% ausmachen. In Summe landen wir somit bei einem WACC von 3,86%. Alle Daten schnell in meine Bewertungsmodelle eingepflegt und mit dem durchschnittlichen Kursziel der Analysten geglättet, lande ich bei einem fairen Wert je Aktie von 496,09€.

Chancen und Risiken

Selten habe ich Unternehmen deren Branche scheinbar so attraktiv ist und deren Marktstellung so gefestigt scheint. Zusätzlich sind die Finanzen von Home Depot grundsolide. Das alles ist schon ein ziemliches Pro.

Auf der Gegenseite stehen die Risiken. Davon gibt es nicht allzu viele beim Unternehmen. Ich sehe insbesondere den großen Konkurrenten Lowe‘s als Gefahr sowie das Risiko international zu scheitern und hier unnötig Geld zu verbrennen. Noch kann man sich das leisten aber auf Dauer sicher nicht. Den Konkurrenten Lowe’s könnt ihr euch ebenfalls auf dem Finanzplaneten anschauen. Hier muss man aber sagen, dass die Lowe’s Aktienanalyse fast analog ist, weil es die Unternehmen auch sind. Hier könnt ihr dann einfach zum Ergebnis springen und müsst euch nicht nochmal die anderen Ausführungen anschauen.

Investmententscheidung

Aufgrund des Chancen-Risiko-Profils des Unternehmens und den bisher lediglich 4 Punkten Abzug, möchte ich auf den Fair Value einen Abschlag von 20% nehmen, um aufs Kauflimit zu kommen. Das Kauflimit beträgt somit 396,87€. Für die Verkaufsschwelle starte ich bei 150% des fairen Wertes. Verkaufen würde ich dann bei 644,92€, also 130% des fairen Werts.

Bei einem aktuellen Kurs von nur 281,50€ sehe ich also einen deutlichen Abschlag zum Kauflimit. Der Abschlag beträgt aktuell somit knapp 30%. Dem Fair Value wurde in dieser Fundamentalanalyse ja auch nicht mehr viel abgezogen. Hier wurde lediglich das Wachstum leicht reduziert sowie ein paar Prozent Sicherheitsmarge abgezogen. Für mich ist der Titel aktuell also ein absoluter Kauf.

Fazit

Schon bei Lowe’s fand ich den Heimwerker- & DIY-Bereich ja interessant. Das sonstige Problem mit dem aufkommenden Onlinegeschäft im Einzelhandel trifft Baumärkte nicht so stark. Hier zeigt sich doch die Dringlichkeit der Handwerker sowie der höhere Beratungsbedarf. Nichtsdestotrotz hat The Home Depot nun aber auch schon länger einen Onlineshop und erst kürzlich verstärkte man sich durch Akquisitionen in diesem Bereich noch weiter. The Home Depot ist durch den derzeitig meiner Meinung nach sehr günstigen Preis in Kombination mit einer zukunftsträchtigen Entwicklung äußerst interessant.

Habt ihr denn auch ein Auge auf die Branche? Wie steht es eurer Meinung nach um The Home Depot? Seid ihr hier investiert oder doch eher beim Konkurrenten Lowe‘s? Falls dem so ist, dann lasst mir auf jeden Fall eure Meinung in den Kommentaren da und bitte auch, warum ihr das eine oder das andere Unternehmen favorisiert. Ansonsten bedanke ich mich wie immer fürs Reinschauen und sage bis bald!

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