IBM Aktie in der Analyse – Big Blue vor Restrukturierung zum Sonderpreis

Hallo und herzlich willkommen auf dem Finanzplaneten! Mein Name ist Kai und diese Analyse ist die letzte Aktienanalyse der Reihe über Tech-Unternehmen, die bereits Dividende ausschütten. Auch in diesem Aktienanalyse nehme ich mir eine Aktie zur Brust, die innerhalb der letzten Jahre enorm Marktkapitalisierung verloren hat. Der Umsatz und Gewinn sind ebenfalls zurückgegangen. Die Frage ist jetzt, ob der Rücksetzer zu groß oder gerechtfertigt war. Die Rede ist von IBM. Einst gefeiertes Tech-Unternehmen und Marktführer, fristet das Unternehmen heute ein tristeres Schicksal. Kann man den schlechten Ruf zum Einstieg nutzen? Ist vielleicht alles gar nicht so kritisch? Finde es mit mir heraus. Viel Spaß mit der IBM Aktienanalyse.

Grundlagen

Besonders, wenn die aktuellen Entwicklungen sehr negativ zu sein scheinen, so sollte man sich erstmal anschauen, wo man herkommt. So kann man besser einordnen, ob die aktuelle Entwicklung wirklich so negativ ist oder wie viel Sinn der Kursrutsch macht.

Geschäftsmodell

IBM oder Intelligent Business Machines ist ein weltweiter IT-Dienstleister. Insbesondere implementiert es IT-Systeme und führt die zugehörige Beratung durch. Beratung ist indes auch der Großteil des Geschäfts von IBM. Bei anderen Unternehmen der Branche ist die Beratung dann doch eher nur Beiwerk zum eigentlichen Produkt oder Dienstleistung.

Historische Eckdaten

Nach einem Vorgängerunternehmen, das sogar ins 19. Jahrhundert zurückreicht, ist IBM mit Gründung in 1911 nicht nur im Vergleich zu anderen Tech-Unternehmen ein Urgestein. Vor Computerchips gab es Lochkarten und hier griff das Geschäftsmodell von IBM. Sie vermieteten die notwendigen Geräte, um mit Lochkarten zu arbeiten. In den 50er und 60er Jahren wurden dann auch erste elektronische Computer entwickelt. Die Computer von IBM wurden laufend weiterentwickelt. Zudem gab es einige daraus resultierende Produkte wie elektronische Schreibmaschinen. 1975 kam dann der erste tragbare Computer von IBM auf den Markt und später dann auch der erste richtige PC. Insbesondere Apple machte mit dem Apple II allerdings schon frühzeitig Konkurrenz und in den 90er Jahren hatte man die Marktführerschaft im Bereich PCs verloren.

Seit den 90ern wurde IBM auch zunehmend umgestaltet. Es ging weg vom Hard- und Softwarebereich hin zu einem ganzheitlichen Beratungs- und IT-Unternehmen. Neben Technik dreht es sich bei der Beratung von IBM auch um alle möglichen anderen Bereiche und Finanzierung. In 2004 wurde das Computergeschäft dann gänzlich an Lenovo verkauft. In 2019 wurde dann das Unternehmen Red Hat erworben, das den Cloudbereich unterstützen soll. Eine weitere Änderung der Strategie kam mit dem neuen CEO Arvind Krishna. Er kommt aus dem Cloud-Bereich bei IBM und wurde wahrscheinlich nicht zufällig als neuer CEO ausgewählt. Er möchte das Unternehmen umstrukturieren. Die Beratung wird vom Cloud-Geschäft getrennt und an die Börse gebracht. Außerdem soll künftig dann stark Richtung Cloud gesteuert werden. Hier geht es insbesondere um Hybrid Clouds und KI.

Produktanalyse

IBM hat über seine Jahrzehnte scheinbar bereits einige Wandlungen durchgemacht und vollzieht aktuell erneut eine Wandlung im Fokus der Produkte. Stand heute interessiert aber natürlich erst einmal womit der aktuelle Umsatz gemacht wird. Die Verteilung der Kunden auf Länder dürfte außerdem zumindest ansatzweise auch mit neuer Strategie gleichbleiben.

Geschäftsgebiete

Aktuell gibt es fünf verschiedene Geschäftsgebiete bei IBM. Der größte Bereich ist die Beratung. Diese wird wiederum in zwei Bereiche unterteilt. Auf der einen Seite technische Beratung und Implementierung mit 36% des Gesamtumsatzes sowie Managementberatung und alles was dazugehört mit 22%. Insgesamt macht Beratung also 58% der Umsätze aus. Weitere 30% kommen aus dem Bereich Cloud und KI, während 10% aus Hardwareverkauf und 2% aus Finanzierungen hinzufließen.

Big Blue Aktienanalyse

Absatzmärkte

Regional ist man ebenfalls breit gestreut. Neben 37% in den USA, werden 32% der Umsatzerlöse in der EMEA-Region, 11% in Japan sowie jeweils 10% in Americas und im Asien-Pazifik-Raum generiert. Die Umsatzerlöse werden also auf der ganzen Welt erwirtschaftet.

IBM Aktienanalyse

Auswertung

Egal, ob sie zurückgehen oder künftig wieder gesteigert werden können. Man kann wohl mit Fug und Recht behaupten, dass die Umsätze von IBM sowohl über Produkte hinweg als auch regional diversifiziert sind. Hier gibt es also 2 von 2 möglichen Punkten in der Produktanalyse.

Branchenanalyse

Aktuell wurde gerade eine neue Umstrukturierung von IBM angestoßen. Dies wird die Zukunft des Unternehmens maßgeblich beeinflussen. Das Geschäft soll weg von der Beratung und hin zu Cloud Computing, insbesondere Hybrid Cloud, und KI gehen. Da investieren immer eine langfristige Sache ist und an der Börse die Zukunft und nicht die Vergangenheit gehandelt wird, stelle ich in dieser Analyse genau auf diese beiden angestrebten Bereiche ab.  Zumal das Servicegeschäft von IBM ja sogar abgespaltet werden soll.

Attraktivität der Branche

Schon aus anderen Analysen wie z.B. der Microsoft oder der SAP Aktienanalyse, wissen wir, dass die Cloud-Branche insgesamt extrem wächst und voraussichtlich noch weiter wachsen wird. Da IBM darauf abzielt Marktführer bei der Hybrid Cloud zu werden, die verschiedene Clouddienste und Funktionen sowie private und öffentliche Clouds kombinieren soll, setze ich hier das durchschnittliche Wachstum der Infrastructure as a Service Sparte an. IaaS ist mit einem prognostizierten Wachstum von über 20% die am schnellsten wachsende Cloud-Sparte.

Wettbewerber

Die Wettbewerber dieser Sparte sind richtige Schlachtschiffe. Mit 48% Marktanteil ist Amazon der Spitzenreiter, während auf Platz 2 direkt Microsoft mit 15% wartet. Der chinesische Staat ist über Alibaba mit 8% am Marktgeschehen beteiligt und auch Google spielt mit 4% noch eine kleine Rolle. IBM ist 2018 mit 1,8% gerade noch in den Top 5 vertreten und wächst auch nicht schneller als die Konkurrenz.

Kunden

Die Kunden von Cloudanbietern sind zum größten Teil gewerblich. Microsoft bietet über Onedrive natürlich auch eine Cloud für private Nutzer, das macht am Umsatz aber natürlich nicht so viel aus, wie die gewerblichen Großkunden.

Zulieferer

Zulieferer benötigt man neben Büromaterial nur um neue Server zu bauen, deren Rechenleistung man in verschiedener Form anbieten kann.

Ersatzprodukte

Ich nehme als Alternative für Clouds immer gerne den eigenen Server im Keller. Es zeigte sich, dass dieser durch Wartung etc. aufwendiger und daneben auch leistungsschwächer und teurer ist. Deswegen erfährt das Cloudgeschäft auch einen solchen Boom. Speziell für Hybrid-Clouds ist aber sogar diese Alternative keine Gefahr, da es sich hierbei darum handelt, private Server bzw. Clouds mit öffentlichen Clouds von anderen Dienstleistern zu verbinden.

Markteintrittsbarrieren

Um ins Cloudgeschäft einzutreten, braucht man vorab zwei Dinge. Zum einen braucht man vermietbare Rechenleistung in Form von Rechenzentren und zum anderen braucht man gute Software. Beides geht mit einiger Vorlaufzeit und großen Kapitaleinsatz einher. Aus diesem Grund ist der Burggraben für die Unternehmen der Branche relativ groß.

Auswertung

Große Kuchen locken viele hungrige Mäuler an. In diesem Sinne gibt es bei riesigen Wachstum auch viele, viele Wettbewerber, von denen die größten auch zu den mächtigsten Unternehmen der Welt insgesamt zählen. Zusätzlich sind die Kunden hauptsächlich gewerblich, weswegen der Preis an dieser Stelle auch immer regelmäßig verhandelt werden muss. Aufgrund dieser Punkte gibt es für die rasant wachsende Branche 4 von 6 Punkten.

Marktstellung

IBM macht eine nachvollziehbare Wandlung durch. Egal in welche Spezifikation, die Cloudbranche ist einfach aktuell sehr lukrativ und noch stärker am Wachsen. Wie konnte sich das Unternehmen denn bereits bzgl. dieser neuen angestrebten Branche positionieren? Kann man sich hier etablieren oder ist die Konkurrenz schon zu groß?

Produktentwicklung

Selbstverständlich entwickelt IBM die eigene Cloud regelmäßig weiter. Ich finde ich allerdings zwei Dinge besonders wichtig zu erwähnen. Zum einen wurde zuletzt auch ein entsprechender Unternehmenskauf getätigt. Mit Red Hat wurde die größte Akquisition der Firmengeschichte eben genau im Cloudbereich getätigt. Zudem finde ich es gehört Mut dazu ein Unternehmen in den Grundfesten zu erschüttern und so umzubauen, wie es IBM gerade widerfährt.

Möglichkeit einzukaufen

Analog zum Punkt der Zulieferer in der Branchenanalyse, sind die Einkaufsmöglichkeiten eher zu vernachlässigen. Der größte Input zum Endprodukt erfolgt über das Personal und nicht durch Material.

Einflüsse auf das Geschäft

IBM ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich Unternehmen über die Jahrzehnte ändern müssen und wie sich der Fokus verschiebt. Der technologische Wandel macht einfach keinen Halt. So ging es bereits über Lochkarten und Schreibmaschinen hin zu Hardware und Clouds. Hier Schritt zu halten ist eine Herausforderung.

Marketing

Aufgrund des ganzheitlichen Ansatzes ist IBM über die Jahrzehnte bei vielen sehr großen Unternehmen ein und aus gegangen. Gerade größere Kunden schätzen es nicht allzu oft Preisverhandlungen führen zu müssen und unendlich verschiedene Ansprechpartner zu haben. Jetzt trennt sich dieses ganzheitliche Vorgehen und genau diese Kunden, die IBM die Stange gehalten haben, könnten vor den Kopf gestoßen werden. Es braucht hier dann doch etwas größeren Marketingaufwand, um alte Kunden zu halten und neue Kunden zu gewinnen, zumal IBM zumindest aktuell auch noch mit weitem Abschlag nicht Marktführer im Infrastructure as a Service Bereich ist.

Wachstumsmöglichkeiten

Genau aus diesem Grund sind die Möglichkeiten weiter zu wachsen aber enorm. Gerade, wenn man den Beratungsbereich abspaltet und an die Börse bringt, wird zusätzlich noch viel Kapital frei, das man in den Cloudbereich stecken kann. Gewinnt man dadurch dann mehr Prozente Marktanteil, wird das in jedem Bereich positive Auswirkungen haben.

Unternehmensführung

Seit 2020 ist der neue CEO Arvind Krishna und dieser brachte direkt den kompletten Konzernumbau mit sich, den ich ja vorab schon näher beschrieben habe. Seine Passion IBM über die Umstrukturierung wieder zu neuer Blüte führen zu wollen, ist auch nicht ganz uneigennützig. In seinen dreißig Jahren bei IBM sammelte er über 86.000 IBM Aktien an, die heute 10 Mio. Dollar wert sind. Erst kam er über ein Research Center zu IBM, wurde später dann Direktor für das Cloud Geschäft und leitet passender Weise nun das Unternehmen. Dr. Arvind Krishna hat außerdem einen Doktor als Elektroingenieur, weswegen er wohl auch im Research Center anfing zu arbeiten.

IBM CEO

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Besonders der Datenschutz ist immer heikel, wenn man mit Daten von Unternehmen zu tun hat. Sowohl die Gesetze als auch die Ansichten der Kunden bzgl. dieses Thema sind deutlich strenger geworden. Haftbar gemacht zu werden birgt ein rechtliches Risiko und dies zu verhindern bedeutet kostspielige Maßnahmen.

Auswertung

Aufgrund des technologischen Wandels, des Marketingaufwands im Zuge der Umstrukturierung und der gesetzlichen Rahmenbedingungen rund um den Datenschutz erhält IBM 4 von 7 möglichen Punkten in der Marktstellungsanalyse.

Newsletter

An dieser Stelle möchte ich mal wieder auf meinen Newsletter hinweisen. Wenn du regelmäßig über neue Aktienanalysen informiert werden möchtest, ist dieser perfekt für dich. Wenn du dich angemeldet hast, bekommst du monatlich die neusten Analysen nochmal auf einen Blick. Zusätzlich setze ich dir alle meine bisherigen Kauflimits ins Verhältnis zum aktuellen Kurs und zeige dir somit auf meinem Einkaufszettel, welche Aktien ganz aktuell meiner Meinung nach am günstigsten bewertet sind. On Top erhältst du als Abonnent meines Newsletter auch noch exklusiven Einblick in mein eigenes Depot. Bei Interesse trage dich doch einfach auf dem Blog dafür ein. Ansonsten jetzt wieder zurück zur IBM Aktienanalyse!

Unternehmensbewertung

Nachdem wir die Softskills schon bewertet haben, kommen mit den nackten Zahlen jetzt die Hardskills. Man sollte nicht zu viel erwarten, da Restrukturierungen auch oft zeitweise Umsatzeinbußen und zunächst insgesamt schlechtere wirtschaftliche Verhältnisse mit sich bringen. Aber schauen wir uns die 5-Jahres-Durchschnitte mal im Detail an.

Finanzkennzahlen 5-Jahres-Durchschnitt

  • Operative Nettobetriebsvermögen +8,0%
  • Umsatz negative Entwicklung
  • Operativer Gewinn negative Entwicklung
  • Operative Marge negative Entwicklung
  • Free Cash Flow negative Entwicklung
  • Operativer FCF negative Entwicklung
  • Eigenkapitalquote 13,3%
  • Fremdkapitalkosten +37,4%
  • Dividendenwachstum +6,7% (+10,3% je IBM Aktie)
  • Dividendenrendite 3,7% (aktuell 5,2%)
  • Ausschüttung des FCF 40,4%
  • Übergewinn negative Entwicklung

Erläuterung der Zahlen

Man sieht an dieser Stelle schnell warum der Kurs von IBM über die letzten Jahre trotz Aktienrückkauf so stark gelitten hat. Beinahe alle Kennzahlen sind konsequent gesunken. Dass eine Hiobs-Botschaft nach der anderen bzgl. Umsatz und Gewinn keine Freudensprünge auslöst ist klar. Nichtsdestotrotz möchte ich die Zahlen jetzt hier nochmal ins Verhältnis setzen.

Umsatz und EBIT sind aufgrund der schwächelnden Beratung deutlich rückläufig. Das kann auch der schnell wachsende Cloudbereich nicht ändern. Das operative Nettovermögen ist eines der wenigen Punkte, die noch positiv sind. Dieses stieg zuletzt aufgrund der Red Hat Akquisition stark an. Genauso stark stiegen aus dem gleichen Grund allerdings auch die Fremdkapitalkosten an. Die Eigenkapitalquote ist bereits seit geraumer Zeit nicht sonderlich hoch. Dividendentechnisch ist bei IBM allerdings noch alles in Ordnung. Die Dividende steigt kontinuierlich und wird voraussichtlich auch weitergezahlt werden können, da die Ausschüttung des FCF aktuell nur 40% beträgt. Aufgrund der steigenden Zinsen und Dividenden hat sich allerdings auch der jährliche Übergewinn im Unternehmen negativ entwickelt.

Das waren jetzt die Zahlen aus 2019 aber auch 2020 sieht aktuell nicht besser aus. Ich denke nichtsdestotrotz, dass IBM hier eine gute Strategie fährt. Das unrentable Segment will man abspalten. Zusätzlich möchte man diese neue Firma an die Börse bringen. Mit dem daraus erhaltenen Kapital kann man den Cloudbereich, der ohnehin stark wächst, noch weiter befeuern. Aktuell sehen die Zahlen allerdings alles andere als rosig aus. Deswegen und aufgrund der Unsicherheiten durch die Restrukturierung erhält IBM von mir an dieser Stelle keinen der zwei möglichen Punkte in der Finanzanalyse.

Fair Value

Jetzt wollen wir mal wieder schauen zu welcher Bewertung die Zahlen führen, wenn ich sie in meine Bewertungsmodelle einpflege. Für meine Modelle nehme ich neben den gerade genannten Werten noch ein jährliches Umsatzwachstum von -2% an. Das ist aktuell der Durchschnitt der letzten Jahre. Ich denke, wenn man die Restrukturierung so weiterführt, wird der Umsatz auch noch sinken, auch wenn er dafür rentabler wird. Dazu möchte ich mein Eigenkapital wieder mit 10% verzinst haben und konnte über langfristige Anleihen Fremdkapitalkosten von 5% ausmachen. Bei durchschnittlicher Kapitalverteilung der letzten Jahre ergibt sich so ein WACC von 5,7%. Geglättet werden meine beiden Ergebnisse aus Discounted Cash Flow und Übergewinnmodell wieder mit dem durchschnittlichen Kursziel der Analysten. Summa summarum kommen wir zu einem fairen Wert von 271,26$ oder 225,14€ je IBM Aktie.

Chancen und Risiken

Bevor wir die nicht vergebenen Punkte in Form eines Sicherheitsabschlages abziehen, möchte ich nochmal die Chancen und Risiken zusammenfassen. IBM als Tech-Unternehmen hat im Vergleich zu den anderen Unternehmen dieser Tech-Reihe keine besonderen Risiken. In ähnlicher oder gleicher Form kamen sie bereits bei anderen Unternehmen in meinen Analysen vor. Aber in seiner Struktur geht IBM gerade einen mutigen Weg. Darauf möchte ich hier näher eingehen.

IBM befindet sich aktuell nämlich im Umbruch. Eine Restrukturierung ist immer ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist es begrüßenswert, wenn Unternehmen, die abnehmende Umsätze bemerken, sich darüber Gedanken machen wohin die Reise sonst noch gehen könnte. Hat man schon einen wachsenden Bereich wie die Cloudsparte, die man nur weiter aufbauen muss, ist das umso besser. Auf der anderen Seite kann man nie wirklich vorhersagen wie gut das Modell nach Restrukturierung ankommt und wie effizient man danach Geld verdient.

Meine persönliche Meinung ist, dass sich die Strategie vernünftig anhört. Man spaltet ein nicht laufendes Geschäft ab, um auf einen Schlag Kapital zu erhalten, um den ohnehin wachsenden Bereich noch zu befeuern. Das Cloudgeschäft ist aktuell stark im Kommen. Ich denke das größte Problem könnte sein hier den Startschuss verpasst zu haben. Die Strategie an sich ist aber schlüssig und macht meiner Meinung nach Sinn.

Investmententscheidung

Aufgrund der vorangegangenen Punktevergabe konnte IBM insgesamt sieben Punkte nicht erreichen. Dafür gibt es nun einen Sicherheitsabschlag von 35%. Diesen nehme ich einmal auf den Fair Value, um auf mein Kauflimit zu kommen, und zum anderen auf meine maximale Verkaufsschwelle von 150%, um zu meiner speziellen Verkaufsschwelle für IBM zu gelangen. Auf diese Weise ergibt sich ein Kauflimit von ca. 146€ bzw. eine Verkaufsschwelle von 259€. Dazwischen würde ich die IBM Aktie dann halten, wenn ich sie schon besitzen würde. Bei einem aktuellen Kurs der IBM Aktie von knapp 100€ ist sie für mich aktuell unbedingt kaufenswert. Noch dazu kann ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen, dass dieser Titel mit der nächsten Sparrate in mein Depot wandert, da IBM zusammen mit Fresenius nun meiner Meinung nach die mit Abstand günstigsten Aktien sind. Dabei muss man zusätzlich im Hinterkopf haben, dass diese Bewertung entstanden ist nachdem ich an vielen Stellen diverse Sicherheitsabzüge genommen habe.

IBM Logo

Fazit

Ein herrliches Gefühl eine unterbewertete Aktie zu finden. Vor allem wenn der innere Wert der IBM Aktie so weit über dem Kurs liegt, freut man sich doppelt. Den Gewinn macht man schließlich beim Kauf und nicht beim Verkauf. Ich kann mich an dieser Stelle sogar dreifach freuen, denn IBM war der letzte Titel der Reihe zu Tech-Unternehmen, die bereits Dividende ausschütten, und dazu noch der günstigste Titel der ganzen Reihe. IBM war also ein passendes Finale der Reihe. Ich freue mich drauf Aktionär zu werden und künftig die weiteren Entwicklungen dieses Unternehmens zu verfolgen und die Bewertung regelmäßig zu aktualisieren. Daran lasse ich euch dann natürlich auch teilhaben. Ansonsten war diese Reihe zu den Tech-Unternehmen natürlich etwas enttäuschend. Aktuell sind viele Tech-Unternehmen im Kurs sogar jenseits meiner Verkaufsschwelle. IBM zeigt mal wieder, dass sich ein Blick an den Rand des Spielfelds lohnt, um mal die vermeidlich unattraktiven Kandidaten genauer zu betrachten.

Soweit aber erstmal meine Meinung zu IBM und den Kursen der Tech-Unternehmen insgesamt. Künftig werde ich jetzt erstmal die aufgelaufenen Analysewünsche aus der Community abarbeiten. Wenn ihr das nicht verpassen wollt, dann schaut gern regelmäßig vorbei und macht euch ein Lesezeichen für den Finanzplaneten. Habt ihr selbst noch Wünsche für weitere Analysen? Dann schreibt gern ein Kommentar unter diesen Beitrag. Ansonsten bedanke ich mich wieder fürs Reinschauen und sage bis bald!

Inhalte werden geladen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.