Johnson & Johnson Aktienanalyse – Super Diversifikation und Dividende mit einem Unternehmen

Du suchst hohe und zuverlässige Dividende, welche stetig steigt? Du möchtest mit wenig Unternehmen bereits stark diversifiziert sein? Dann schaue dir mit mir das Unternehmen Johnson & Johnson in dieser Aktienanalyse an und bleibe bis zum Ende dran, wenn ich dir den meiner Meinung nach fairen Wert je Aktie verrate! Viel Spaß beim Lesen!

Grundlagen

Auch, wenn Johnson & Johnson ein relativ bekanntes Unternehmen ist, so bleibe ich meiner Analysestruktur treu. Zuerst schauen wir uns also wiedermal das grundlegende Geschäft des Unternehmens an und wie es zu dem geworden ist, was es heute ist.

Geschäftsmodell

Johnson & Johnson ist ein internationaler Pharmakonzern mit Sitz in New Brunswick, New Jersey, USA. Neben Medikamenten stellt der Konzern auch Medizingeräte und Konsumgüter her. Als ich Krankenhäuser in der Wirtschaftsprüfung geprüft habe, war Johnson & Johnson immer einer der größten Lieferanten. Aber auch für den Privatkonsumenten findet man Johnson & Johnson in vielen Produkten wieder. So gehören Marken wie Neutrogena, Listerine, Penaten, o.b., Regaine und Nicorette zum Portfolio. Die größten Eigentümer sind Vanguard und Blackrock. Auch der restliche Streubesitz ist zum Großteil in der Hand von Investmentfirmen.

Historische Eckdaten

Die Gründung des Unternehmens war bereits in 1886. Damals gründeten drei Johnson-Brüder ein Unternehmen und stellten zunächst mit großen Erfolg Produkte zur sterilen Wundversorgung her. Um zu erkennen wie revolutionär dieses Thema war, muss man sich vor Augen halten, dass zu dieser Zeit Robert Kochs Lehren zu Bakterien relativ frisch waren und erst 1891 der Vorgänger des heutigen Robert Koch Instituts gegründet wurde. Danach ging es in den Bereich Mütter und Babys und Hygiene. Johnson & Johnson bringt folglich viele Produkte heraus, die es Privatpersonen ermöglichen sich selbst zu behandeln. Aber den 1920er Jahre expandiert das Unternehmen dann in die ganze Welt. 1944 geht das Unternehmen an die New Yorker Börse. Ab den 50ern mischt Johnson & Johnson auch vermehrt bei Diagnostik und Medikamenten mit. Über die Jahrzehnte unterstützt das Unternehmen immer mehr Projekte zur Förderung des Wohls von Mutter und Kind.

Produktanalyse

Nach der Historie des Unternehmens wollen wir nun genauer verstehen wie das Unternehmen Geld verdient. Erst so fühlt man sich bei einem Investment richtig sicher, da man versteht was anteilig hinter der Aktie geschieht, damit man seine Dividende erhält.

Geschäftsgebiete

Die Geschäftsgebiete haben gemessen an ihren Umsätzen folgende Anteile am Erfolg des Unternehmens. Der Bereich Pharmaceutical ist mit 51,4% der größte Bereich. Hier geht es um verschreibungspflichtige Arzneimittel. Mit 31,6% ist die Sparte Medical Devices der zweitgrößte Bereich. Hier werden insbesondere Diagnosesysteme und Material für Orthopädie und Chirurgie vertrieben. Zuletzt kommen dann die Produkte für die Privatkonsumenten. Hier macht Johnson & Johnson noch 17% seiner Umsätze.

John & Johnson Aktienanalyse

Absatzmärkte

Die größten Absatzmärkte nach Umsatz sind wiederum die USA mit 51,3%, Europa mit 22,5%, Asien-Pazifik und Afrika mit 19% und die westliche Welt ohne USA mit 7,2%. Man sieht also den starken Hang zum US-Geschäft, was für ein Unternehmen nicht verwunderlich ist, dass aus den USA kommt. Zumal ist es ja insgesamt gut diversifiziert. Gerade in Zeiten von Corona finde ich auch gut, dass neben dem Vertrieb auch die Produktion diversifiziert ist. So hat Johnson & Johnson 97 Produktionsstätten auf der ganzen Welt.

Auswertung

Aufgrund von breiter Diversifikation im Produktportfolio, beim Absatz und in der Produktion, gibt es in der Produktanalyse 2 von 2 möglichen Punkten.

Branchenanalyse

Als nächstes kümmern wir uns um die Branchen, in denen sich Johnson & Johnson bewegt. Wie ist der generelle Trend und wie sieht die Konkurrenz in der Branche aus?

Attraktivität der Branche

Wie ich kürzlich bei der Analyse von Fresenius schon anmerkte, wächst die Branche HealthCare sehr stark. Die Menschen geben immer mehr Geld aus, um gesünder zu leben. Zum einen sicher, weil es im Trend ist gesund zu leben, zum anderen allerdings auch, weil es sich immer mehr Menschen, die sich das solche Produkte und Leistungen leisten können.

Wettbewerber

Egal, ob im Pharma-, Diagnose- oder Hygienemittelbereich. In allen Sparten von Johnson&Johnson gibt es andere Big Player. Zwar ist Johnson & Johnson der größte Pharmakonzern der Welt, allerdings ist das Unternehmen auch in allen diesen Sparten diversifiziert. In der Pharmasparte, dem größten Bereich von J&J, sind es Konkurrenten wie Pfizer, Bayer und Merck.

Kunden

Im Diagnose- bzw. OP-Bereich können die Kunden von Johnson & Johnson auch gewerblich sein. Bei Hygieneprodukten und Medikamenten sind es allerdings hauptsächlich Privatkunden, was zu begrüßen ist. Zudem ist die Preiselastizität zumindest bei patentierten Produkten höher, da wenig Konkurrenz bzw. teurere Konkurrenz auf dem Markt ist.

Zulieferer

Es besteht keine Abhängigkeit mit großen Lieferanten. Bei der riesigen Produktpalette gibt es eine Vielzahl an Zulieferern. Einzelne Lieferanten sind austauschbar. Somit hat das Unternehmen ein besseres Standing in Preisverhandlungen.

Ersatzprodukte

Aufgrund der großen Konkurrenz gibt es natürlich immer auch viele Ersatzprodukte. Deshalb werden die aufwendigen Forschungs- und Entwicklungsprojekte durch Patente geschützt. Andere Unternehmen dürfen dann nicht ohne weiteres auf die Erkenntnisse der Forschung des Unternehmens zurückgreifen. Wollen sie dies trotzdem, dann muss der Patentnehmer dem Patentgeber eine Gebühr zahlen.

Mit Remicade ist ein großes Patent von J&J ausgelaufen. Mit Stelara läuft 2022 das nächste aus. Läuft ein Patent aus, stellen die Konkurrenten natürlich schnell ähnliche Produkte her. Dafür ist ein Vorteil, dass generell das Medikament benötigt wird. Beispielsweise braucht jemand mit Kopfschmerzen auch eine Schmerztablette, egal ob Aspirin, Paracetamol oder von welcher Marke.

Markteintrittsbarrieren

Durch Patente, medizinisches Knowhow und notwendiges Kapital zu Errichtung von großen Produktionsanlagen, sind Markteintrittsbarrieren gegeben. Wenn Konkurrenz auf die Bildfläche tritt, dann wird es wohl ein Unternehmen von den etablierten Wettbewerbern sein.

Auswertung

Nur die große Zahl an Wettbewerbern ist wirklich negativ zu sehen. Der Konkurrenzkampf schränkt bei der Preissetzung ein. Deshalb gibt es in der Branchenanalyse 5 von 6 zu erreichende Punkte von mir.

Marktstellung

Als nächstes geht es darum, wie Johnson & Johnson innerhalb der HealthCare Branche positioniert ist. Auch, wenn es schon mal gut ist, dass die Branche an sich wächst, so ist es genauso wichtig, dass Johnson & Johnson auch seinen Teil des Kuchens bekommt.

Produktentwicklung

J&J hatte regelmäßig Patente durch eigene Forschung hervorgebracht. Als letztes ausgelaufen ist Remicade und Stelara läuft noch bis 2022. Remicade ist ein Entzündungshemmer und Stelara ist ein Immunsuppressivum. Aktuell befindet sich auch ein Corona-Impfstoff in der Testphase am Menschen. Natürlich forscht das Unternehmen immer weiter an neuen Medikamenten. Da es als größtes Pharmaunternehmen der Welt sehr große Ressourcen hat, bin ich zuversichtlich, dass hier weitere Patente folgen.

Möglichkeit einzukaufen

Durch die Vielzahl der Lieferanten aufgrund von regionaler und Produktdiversifikation, bestehen gute Einkaufsmöglichkeiten. Durch die Größe des Unternehmen besteht zudem eine große Marktmacht und man ist in einer angenehmen Verhandlungsposition mit Lieferanten.

Einflüsse auf das Geschäft

Bahnbrechende Entwicklungen von Konkurrenten können einem das Geschäfts enorm verhageln. Besonders ärgerlich, wenn man hier schon viel Forschungs- und Entwicklungsarbeit investiert hat. Durch notwendige staatliche Prüfungen und Zulassung der entwickelten Produkte, ergibt sich zusätzlich ein Risiko. Es besteht auch immer die Möglichkeit aufgrund von Nebenwirkungen oder ausbleibender Wirkung verklagt zu werden.

Wichtig ist hier allerdings, dass Johnson & Johnson keine enorm großen unternehmensspezifischen Risiken hat.

Marketing

Werbung ist insbesondere im Privatsegment nötig. Denkt man an Marken wie Penaten, Regain oder Nicorette, welche zu Johnson&Johnson gehören, so bekommt man eine gute Vorstellung davon, wie viel Werbeaufwand hier nötig ist. Allerdings ist Konkurrenz in jeder Branche vorhanden und man muss zugestehen, dass das Unternehmen bereits gute Vertriebskanäle besitzt.

Wachstumsmöglichkeiten

Aufgrund der wachsenden Branche hat das Unternehmen ebenfalls gute Möglichkeiten auf Wachstum. Corona ist ebenfalls eine Chance, falls ein Impfstoff gefunden wird. Bisher schafft J&J es sehr gut Marktanteile zu behalten und weiter auszubauen. Behält es die aktuellen Marktanteile weiter bei, so dürfte der Umsatz weiterwachsen.

Unternehmensführung

Johnson & Johnson zeichnet sich seit jeher dadurch aus, dass extrem wenig unterschiedliche Menschen das Unternehmen führten. Mit Alex Gorsky ist seit der Gründung 1886 erst der 9. CEO eingesetzt worden. Der Sohn eines der Gründer, Robert Wood Johnson, verfasste 1943 das Werk „Unser Credo“ nachdem bis heute im Unternehmen gehandelt wird. Wahrscheinlich einer der Bausteine für das Erfolgsunternehmen.

Gorsky scheint ebenfalls wieder eine gute Wahl zu sein. Nun ist er auch schon wieder 8 Jahre im Amt und seitdem entwickelte sich J&J gut. Der Aktienkurs stieg um 150% von 50€ auf 125€. Ich finde gut, dass er außerdem zwar schon ewig bei Johnson & Johnson ist, allerdings auch vier Jahre beim Konkurrenten Novartis zubrachte. Dieser Perspektivenwechsel ist für einen CEO sicherlich sehr hilfreich. Zudem ist er auch noch in viele weiteren Ämtern vertreten, wie dem Aufsichtsrat von IBM.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Wie bereits angedeutet gibt es wie überall im Pharmabereich Regularien. Besonders durch Corona weiß mittlerweile jeder, was für ein langwieriger Prozess es ist neue Medikamente auf den Markt zu bringen. Und dabei ist die Forschung bei Corona noch schnell. Eigentlich nimmt man hier ca. 10 Jahre an. Wenn hier am Ende gesetzliche Steine in den Weg gelegt werden, wenn es um die Marktreife geht, kann man viel Geld verbrennen.

Johnson & Johnson hat zudem eine kritische Größe erreicht, bei der das Kartellamt in allen Ländern auch mal genauer hinschaut bezüglich Akquisitionen neuer Unternehmen.

Auswertung

Da nur die gesetzlichen Rahmenbedingungen im Vergleich zu anderen Branchen strenger sind, wenn auch nicht im Vergleich zu Konkurrenten, gibt es bei mir für die Marktstellung 6 von 7 möglichen Punkten.

Unternehmensbewertung

Kommen wir als nächstes zum Herzstück der Aktienanalyse. Wie viel soll das Unternehmen denn nun meiner Meinung nach wert sein? Dazu schauen wir uns wieder erstmal die 5-Jahres-Durchschnitte an, um Trends erkennen zu können.

Finanzkennzahlen 5-Jahres-Durchschnitt

  • Umsatz +4,2%
  • EBIT -2,4%
  • Operative Marge 25,5%
  • Free Cash Flow +4,6%
  • Operativer FCF +4,3%
  • Eigenkapitalquote 43,6%
  • Dividendenwachstum +5,0%
  • Dividendenrendite 2,7%
  • Ausschüttung des FCF 44,7%
  • Wachstum des Übergewinns -8,6%
Johnson & Johnson Aktienanalyse

Erläuterung der Zahlen

Grundsätzlich ist zu erkennen, dass Johnson & Johnson eine positive Entwicklung nimmt. Fast alle Kennzahlen haben sich in letzter Zeit verbessert. Der Umsatz wächst sogar überproportional zur Branche. Lediglich das operative Ergebnis und der Übergewinn lassen zu wünschen übrig. Dies liegt aber zum Großteil daran, dass es zu Beginn des Zeitraumes 2014 einen positiven Ausreißer gab. Die Marge ist insgesamt mit 25,5% aber als gut zu bewerten. So wird bei anhaltenden Wachstum des Umsatzes auch der Gewinn langfristig wieder steigen.

Corona geht zwar nicht spurlos am Unternehmen vorbei, allerdings gehört es zu den Unternehmen, welche weniger stark durch die Krise getroffen wurden. Die verkauften Produkte finden sich entweder in Krankenhäusern oder Drogeriemärkten. Beide blieben in der Krise geöffnet, da sie systemrelevant sind. Lediglich der Bereich der Medical Devices hatte zu kämpfen. Das Q3/2020 lief aber zuletzt in allen Bereichen sogar noch besser als gedacht.

Fair Value

Die gerade genannten Werte habe ich in meine Modelle eingepflegt. Ich habe hier wieder den Umsatz wegen Corona etwas reduziert und eine Eigenkapitalverzinsung von 10% angesetzt. Fremdkapitalkosten habe ich aufgrund einer langfristigen Anleihe mit 2,5% angesetzt. Zusätzlich habe ich wieder die Bewertungen des Aktienfinders genommen und mit ihnen den Durchschnitt gebildet. Dadurch decke ich schon einige Meinungen und Varianten der Wertfeststellung ab.

Ich komme hierbei auf einen Fair Value von 138$ bzw. rd. 117€. Für den fairen Wert wollen wir allerdings nicht kaufen. Schauen wir erstmal wie viel Sicherheitsabschlag wir vom Kaufpreis nehmen wollen. Dazu fassen wir die Chancen und Risiken nochmal zusammen, um danach einen passenden Rabatt zu finden.

Chancen und Risiken

Bis auf die Regularien und mögliche Klagen aufgrund von pikanten Produkten haben wir hier weniger Risiken. Vor allem unternehmensspezifische Risiken sehe ich keine Größeren. Die Risiken, die ich gerade genannt habe, treffen ja auf die gesamte Branche zu.

Als Vorteil sehe ich die Größe des Unternehmens, das gute Wachstum des Unternehmens und der Branche sowie einen möglichen Corona-Impfstoff. HealthCare ist im Kommen, davon wird Johnson & Johnson sicher partizipieren.

Investmententscheidung

Die Chancen und Risiken im Hinterkopf habe ich eine Margin of Safety von 20% genommen. Für mich heißt das, dass ich einen Kaufpreis bis zu 94€ in Ordnung finde. Bei einem aktuell Kurs von ca. 125€ ist dieses Unternehmen aber leider kein Investment für mich. Wenn ich bereits Aktionär wäre würde ich die Aktie bis ca. 130% des Fair Values halten, sodass ich ab ca. 152€ verkaufen würde.

Johnson & Johnson Aktienanalyse

Fazit

Auch wenn mir die Aktie zu teuer ist, muss ich sagen, dass ich das Unternehmen echt gut finde. In vielen Bereichen war Johnson & Johnson Pionier und mir gefällt es neben zuverlässigen Finanzen auch, wenn Unternehmen auch einen Verhaltenskodex haben und viel Wert auf ein gutes Miteinander im Unternehmen legen. So wurde Johnson & Johnson schon mehrfach mit dem „Great Place to Work“-Award ausgezeichnet. Ich habe mir auf jeden Fall einen Preisalarm eingerichtet und werde mir meine Anteile am Unternehmen zu einem günstigeren Kurs sichern.

Natürlich war diese gesamte Aktienanalyse wieder nur Beiwerk zu eurer eigenen Recherche. Wenn ihr in Aktien investieren wollt, dann ist das hier keine Kaufberatung. Ihr solltet immer auch eigene Überlegungen anstellen, statt stumpf irgendwelchen Meinung zu folgen. Theoretisch kann so ein Video wie dieses ja komplett erfunden sein. Macht euch das immer bewusst und nutzt mehrere Quellen, das ist heutzutage wichtiger denn je, nicht nur bei Aktien.

Künftig werden nun in der Regel zwei Aktienanalysen je Woche hochgeladen, sofern ich nicht ein Thema habe, welches mir dringend unter den Nägeln brennt. Ich habe zum einen einfach die Erfahrung gemacht, dass die Aktienanalysen wesentlich mehr Reichweite erzielen als andere Beiträge von mir und zudem machen mir die Analysen auch sehr viel Spaß! Ansonsten hoffe ich ihr hattet Spaß beim Zuschauen und konntet was lernen. Wie seht ihr denn das Unternehmen und den zugehörigen Fair Value? Seid ihr schon Aktionär? Lasst es mich gern in den Kommentaren wissen!

Bis dann!

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