KDDI Aktienanalyse – 3,4% Dividendenrendite und 12,5% Dividendenwachstum aus Japan

Hallo und herzlich willkommen auf dem Finanzplaneten! Mein Name ist Kai und heute führt uns unsere Analyse nach Asien und genauer nach Japan. Hier gibt es mit der KDDI Corp. einen vielversprechenden Kandidaten in der Vorabanalyse. In der Vorabanalyse hatte das Unternehmen einen starken Abschlag zum überschlagenen Fair Value. Jetzt schauen wir, ob dieser Abschlag gerechtfertigt ist oder, ob wir hier eine Perle gefunden haben. Viel Spaß mit der KDDI Aktienanalyse.

Grundlagen

Zuerst schauen wir uns an dieser Stelle wieder die Hintergrundinfos zum Unternehmen an. Im Speziellen geht es hier darum grob zu verstehen was das Unternehmen macht, um Geld zu verdienen und wie das Unternehmen gewachsen ist.

Geschäftsmodell

KDDI ist ein Telekommunikationsunternehmen aus Japan. Es ist der Hauptkonkurrent des Marktführers in Japan. Die Bandbreite der Dienstleistungen geht über normale Telekommunikationsdienstleistungen für die Privatperson bis zum Rechenzentrum.

Historische Eckdaten

Die Gesellschaft entstand im Jahre 2000 aus den Unternehmen KDD, DDI und IDO. Die Geschichte aller einzelnen Unternehmen zu erläutern, würde jetzt hier den Rahmen sprengen. Die zwei Jahrzehnte Unternehmensgeschichte sind insbesondere geprägt durch neue Produkteinführungen. Dabei wurden nicht nur neue Dienstleistungen, sondern auch eigene Hardware auf den Markt gebracht. In letzter Zeit kamen auch einige Akquisitionen hinzu, die sich insbesondere im Feld des Internet of Things bewegen. Interessant ist, dass heute mit Kyocera zu 14,5% und Toyota zu 13,7% zwei andere japanische Großkonzerne beteiligt sind.

Produktanalyse

An dieser Stelle wollen wir uns wieder anschauen womit im Details bei der KDDI Geld verdient wird. Dabei ist es von besonderen Interesse wie der Umsatz verteilt ist. Wir wollen hier eine breite Streuung der Umsätze über Produkte und Dienstleistungen, sowie über die Region.

Geschäftsgebiete

Über die Produkte hinweg können wir die erhoffte Diversifikation schonmal bestätigen. Das Unternehmen macht auch gar keinen Versuch hier zu unterscheiden, da es eigentlich die komplette Bandbreite an Möglichkeiten ausgeschöpft hat. Hier kommen die Umsätze zu 99,5% beispielsweise aus Mobilfunk, Festnetz, Internetzugängen sowie dem Verkauf von Endgeräten. 0,5% kommen hauptsächlich aus dem Aufbau von Call Centern. Dass das Unternehmen auch Rechenzentren aufbaut, hatte ich ja gerade bereits erwähnt. Dafür teilt das Unternehmen seinen Umsatz nach privaten Kunden und gewerblichen Kunden auf. Der Großteil der Kunden ist mit 86% privat.

KDDI Aktienanalyse

Absatzmärkte

Regional gesehen ist das Unternehmen leider gar nicht gestreut. Die gesamten Umsätze kommen aus Japan.

Auswertung

In der Produktanalyse gibt es somit also einen von zwei möglichen Punkten, da das Unternehmen zwar über die gesamte Bandbreite eines Telekommunikationsunternehmen Dienstleistungen anbietet, allerdings nur in Japan.

Branchenanalyse

Jetzt wollen wir uns anschauen, wie es mit der Telekommunikationsbranche in Japan ausschaut, damit wir wissen, ob Unternehmen dort generell ein leichtes Leben haben oder eher ums Überleben kämpfen müssen. Ich probiere dabei Daten aus Japan zu finden, wobei es sein kann, dass ich auf internationale Daten zurückgreifen muss.

Attraktivität der Branche

Die Attraktivität ist durchaus analog zu dem möglichen Wachstum aufgrund steigender Telekommunikationsverträge zu sehen. Dass der Festnetzanschluss kein Wachstumsmarkt ist sollte denke ich uns allen klar sein, allerdings ist auch das Internet mittlerweile ziemlich gesättigt.

KDDI Aktie

Lediglich im Mobilfunk wird noch gewachsen. Hier findet seit Mitte der 90er Jahre ein stetiges Wachstum statt.

Telekom Japan

Zusätzlich haben wir ja schon gesehen, dass das Unternehmen Akquisitionen im Bereich der IoT getätigt hat. Das sollte in der Tat der neue Wachstumsmarkt für Japan sein. Zumindest in Deutschland reichen die Wachstumsprognosen bis hin zu jährlichen Verdopplungen. Wenn ihr Internet of Things privat auch so feiert, dann lasst doch gern mal einen Daumen nach oben da.

Wettbewerber

Den Wettbewerb in Japan würde ich ähnlich zu Deutschland einstufen. Man hat hier eine Hand voll Großkonzerne, die den Markt unter sich aufteilen. KDDI ist hierbei eher ein kleinerer Anbieter. So hat man Marktanteile im einstelligen oder niedrigen zweistelligen Bereich, je nach Bereich.

KDDI Wettbewerber

Kunden

Die Kunden bei KDDI und wahrscheinlich auch insgesamt in der Branche sind zum Großteil privater Natur. Das ist von Vorteil, wenn es um Preisverhandlungen geht, da diese mit Privatkunden eigentlich komplett ausbleiben.

Zulieferer

Lieferanten braucht man insbesondere für die technische Grundlage des Telekommunikationsnetzwerks. Hier sind besonders Glasfaserkabel und Satelliten zu nennen, die ins Gewicht fallen. Werden eigene Geräte verkauft, so müssen auch deren Produktion über Zulieferer sichergestellt werden. Zum Glück alles Bereiche, die einen nicht von einem einzelnen Lieferantenmonopol abhängig machen.

Ersatzprodukte

Die Verbindung über Distanz zu anderen Menschen ist unerlässlich. Wenn man sich nicht als Einsiedler zurückzieht, dann geht eigentlich kein Weg daran vorbei. Man kann also eher nur auf verschiedene Anbieter ausweichen. Eine komplette andere Lösung als die durch andere japanische Telekommunikationskonzerne wäre z.B. das Projekt Starlink von Elon Musk, das ich bereits in der American Tower Aktienanalyse erläutert habe.

Markteintrittsbarrieren

Da man sich ein komplettes Netzwerk aufbauen muss, sind die Kosten enorm, wenn man über das ganze Land hinweg oben mitspielen möchte. Lediglich regional und in Nischen, kann man der Konkurrenz eine Schnippchen schlagen. Damit wird man allerdings nicht annähernde Umsätze erzielen wie die Großen.

Auswertung

Lediglich die vielen und in KDDIs Fall größeren Wettbewerber sind in der Branchenanalyse negativ aufgefallen. Wir liegen somit bei 5 von 6 möglichen Punkten.

Marktstellung

Als nächstes geht es dann jetzt darum wie sich KDDI im Markt positioniert hat. Die Telekommunikationsbranche in Japan haben wir ja jetzt schon allgemein beleuchtet. Wie sieht es aber speziell beim Unternehmen aus.

Produktentwicklung

In der zwanzigjährigen Firmengeschichte gab es fast jährlich neue Markteinführungen, sodass man mittlerweile in fast allen Subbranchen der Telekommunikation zu Hause ist. Aktuell forscht und akquiriert man insbesondere im Bereich Internet of Things, das verspricht ein großer Wachstumstreiber zu werden.

Möglichkeit einzukaufen

Da die Lieferanten keine Monopole sind, kann man hier breit gestreut suchen. Als Platz 23 auf der Liste der größten japanischen Unternehmen, hat man außerdem gute Verhandlungschancen bei den Zulieferern.

Einflüsse auf das Geschäft

Insbesondere neue Technologie spielt hier eine große Rolle. So kann sie einen dazu verpflichten neue Infrastrukturen aufzubauen. Wie am Beispiel von Starlink kann sie auch gänzlich neue Konkurrenz schaffen aber fördert auch die Digitalisierung und somit das Wachstum. Zudem ist man starken Regulierungen unterworfen. So werden wirtschaftliche Entscheidungen häufig von Subventionen abhängig gemacht und man befindet sich in einem relativ regulierten rechtlichen Rahmen. In Deutschland gibt es beispielsweise extra das Telekommunikationsgesetz. Ich denke in Japan wird es ähnliches geben, da hier die Telekommunikation ebenfalls vorher verstaatlicht war.

Marketing

Die Marketingkosten dürften recht hoch sein, da man direkt beim Endverbraucher werben muss. Bei den hauptsächlich privaten Kunden geschieht dies über teure Werbung. Bei den gewerblichen Kunden über einen teuren Außendienst. Letzterer hat es auch noch relativ schwer, weil man nicht zum Branchenprimus gehört.

Wachstumsmöglichkeiten

Im ursprünglichen Geschäftsfeld findet nur noch im Mobilfunkbereich Wachstum statt. Mit dem neuen Fokus auf Internet of Things hat man allerdings die Weichen richtig gestellt. Hier sind wieder größere Sprünge möglich.

Unternehmensführung

Informationen über asiatische Vorstände insgesamt sind eher rar gesät. Einen richtigen CEO hat das Unternehmen zudem nicht. Vertreten wird es durch Direktoren. Diese haben dann verschiedene Bereiche inne. Nach außen hin wird das Unternehmen von dem Vorstandsvorsitzenden Takashi Tanaka sowie der Präsidenten Makoto Takahashi vertreten. Beide sind bereits seit 2003 im Unternehmen und somit maßgeblich am bisherigen Wachstum beteiligt gewesen. Akademische Laufbahnen sowie eigene Beteiligungen am Unternehmen sucht man vergeblich aber der bisherige Erfolg lässt mich die Unternehmensführung zumindest nicht negativ bewerten.

Geschäftsführung KDDI

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Wie bereits angesprochen ist der rechtliche Rahmen für die ehemals staatliche Telekommunikationsbranche relativ ausgeprägt. Da die Kommunikation krisensicher funktionieren muss, ist dies allerdings wahrscheinlich auch sinnvoll, wenn der Staat die Verantwortung hier aus der Hand gibt.

Auswertung

Die rechtliche Regulierung, der technologische Wandel und der Marketingaufwand machen KDDI hier ein wenig das Leben schwer. Dafür gibt es 3 Punkte Abzug, sodass wir bei 4 von 7 möglichen Punkten landen.

Support

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Unternehmensbewertung

Nachdem wir nun bereits Produktportfolio, Branche und Marktstellung von KDDI untersucht haben, kümmern wir uns nun um die historischen Finanzen des Unternehmens. Insbesondere interessieren hier die Wachstumswerte bzw. die Durchschnitte der letzten 5 Jahre. Diese setze ich danach in meine Bewertungsmodelle ein, um auf einen fairen Wert je Aktie zu kommen.

Finanzkennzahlen 5-Jahres-Durchschnitt

  • Operative Nettobetriebsvermögen +7,9%
  • Umsatz +2,3%
  • Operativer Gewinn +5,4%
  • Operative Marge 18,8%
  • Free Cash Flow +8,5%
  • Operativer CF +5,5%
  • Eigenkapitalquote 55,2%
  • Fremdkapitalkosten -5,5%
  • Dividendenwachstum +11,1% (+12,5% je Aktie)
  • Dividendenrendite 3,0% (aktuell 3,7%)
  • Ausschüttung des FCF 30,1%
  • Übergewinn +3,9%
KDDI Aktienanalyse

Erläuterung der Zahlen

Die Finanzwerte des Unternehmens sind ganz schön ordentlich. Das operative Nettobetriebsvermögen und auch der Umsatz und das EBIT sind natürlich etwas durch die Akquisitionen getrieben. Allerdings muss man auch sehen, dass die M&A-Prozesse unter Beibehaltung einer sehr guten Eigenkapitalausstattung durchgeführt wurden und die Fremdkapitalkosten in den letzten 5 Jahren sogar gesenkt werden konnten.

Besonders für Dividendeninvestoren ist dieser Titel ein echter Hingucker und glänzt in allen Punkten. Die Dividendenrendite ist mit aktuell 3,7 % relativ hoch und das Dividendenwachstum ist mit 12,5% je Aktie noch besser. Bei einer Ausschüttung von 30% des Free Cash Flow sind dem auch in Zukunft keine Grenzen gesetzt. Insgesamt gibt es bei solchen Finanzen natürlich auch volle Punktzahl, also zwei von zwei möglichen Punkten.

Fair Value

Nachdem wir jetzt festgestellt haben, dass das Unternehmen gut positioniert ist und auch vortreffliche Finanzwerte vorweisen kann, bleibt nur noch übrig einen fairen Wert für das Unternehmen und somit auch für die einzelne Aktie zu ermitteln. Dafür ziehe ich die bisherigen Wachstumswerte heran und führe diese fort. Der Umsatz ist mit seinen 2,3% langfristig schon recht repräsentativ, wenn man sich die Vorhersagen für die Branchen mal anschaut. Diesen Prozentsatz habe ich dann auch als langfristiges Wachstum zugrunde gelegt. Zusätzlich möchte ich wie immer mein Eigenkapital mit 10% verzinst haben und konnte für das langfristige Fremdkapital einen Zinssatz von ca. 1,5% ausmachen. Mit diesen Werten habe ich über mein Discounted Cash Flow- und mein Übergewinn-Modell in Kombination mit dem durchschnittlichen Kursziel je Aktie einen fairen Wert von 7266 Yen oder 55,95€ ermittelt. Jetzt schauen wir uns nochmal das Chancen- und Risikoprofil im Vergleich an und nehmen dann einen entsprechenden Sicherheitsabschlag, um auf ein Kauflimit für die KDDI-Aktie zu kommen.

Chancen und Risiken

Auf der einen Seite sehen wir hier ein Unternehmen, welches relativ krisensicher ist. Besonders während Corona sieht man, dass Telekommunikation ein Grundbedürfnis darstellt und immer nachgefragt wird. Zudem hat das Unternehmen schon vor ein paar Jahren im zukunftsträchtigen Bereich Internet of Things investiert. Dieser ist durch den aktuell Digitalisierungsschub noch stärker gewachsen. On Top hat das Unternehmen super Finanzen und scheint mit seinem langfristigen Management gute Ergebnisse erzielen zu können.

Ein klarer Nachteil der Branche ist die starke Regulierung, auch, wenn diese natürlich die Branche insgesamt trifft und keinen Wettbewerbsnachteil bedeutet. Bei der Regulierung ist man außerdem nicht auf verschiedene Länder aufgeteilt, sondern nur in Japan tätig. Hinzu kommen Kosten bei Forschung- und Entwicklung und Ausbau der Infrastruktur durch regelmäßig neuen technologischen Wandel.

Investmententscheidung

Aufgrund des Chancen-Risiko-Profils und dem bisherigen Punktabzug in der Analyse möchte ich für die KDDI-Aktie einen Sicherheitsabschlag von 25% auf den fairen Wert nehmen. Mit diesem komme ich zu einen Kauflimit von ca. 42€. Verkaufen würde ich als Aktionär momentan bei einem Kurswert, der 125% des Fair Values entspricht. Das wären in diesem Fall dann 70€.

Bei einem aktuellen Kurs von ca. 27€ ist die Aktie somit meiner Meinung ein klarer Investment Case. Der Abschlag zum Kauflimit entspricht sehr guten 35%. Solch ein Ergebnis findet man nicht häufig.

KDDI Logo

Fazit

Wieder hat die neue Herangehensweise der Vorabanalyse zugeschlagen. Auch KDDI war nicht aufgrund starker Probleme so günstig zu haben, sondern ist in der Tat einfach nur günstig bewertet. KDDI wird mit seinem Abschlag auf jeden Fall einen der oberen Plätze auf meinem Einkaufszettel einnehmen und je nach Kursschwankungen auch den Weg in mein Depot finden. Auch, wenn ich bereits AT&T im Depot habe, so ist die Aktie aufgrund der branchentypischen Verteilung auf einzelne Länder trotzdem noch eine weitere Diversifikation.

Was haltet ihr von KDDI? Hattet ihr das Unternehmen auf dem Schirm? Ich hatte vorher nichts davon gehört, auch, wenn ich schon andere Unternehmen aus der Branche analysiert und auch gekauft habe. Lasst mir eure Meinung und Erfahrung gern in den Kommentaren stehen und ansonsten bedanke ich mich wie immer fürs Reinschauen und sage bis bald!

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