Lowe’s Companies Aktienanalyse – Dividendenwachstum beim Corona-Profiteur

Hallo und herzlich willkommen auf dem Finanzplaneten! Mein Name ist Kai und heute haben wir ein aktuell sehr interessantes Unternehmen auf dem Schirm. Allein von der Logik her ist das Geschäftsmodell von Lowe’s Companies aktuell sehr interessant und wortwörtlich krisensicher. Aber auch in meiner Vorabanalyse zeigte sich, dass Lowe’s ein recht günstiger Titel zu sein scheint, sodass wir hier mal einen genaueren Blick auf das Unternehmen werfen möchten. Vielleicht findet sich in diesem Titel ja eine Alternative zu The Home Depot in eurem Portfolio. Viel Spaß mit der Lowe’s Companies Aktienanalyse!

Grundlagen

Bevor wir uns im Detail mit dem Unternehmen beschäftigen, wollen wir nun erstmal das grundlegende Geschäftsmodell umreißen und wie es zu dem heutigen Unternehmen gekommen ist. So ist es meiner Meinung nach besser möglich das Unternehmen zu verstehen und die Zahlen später besser einzuordnen.

Geschäftsmodell

Die Lowe’s Companies Inc. ist eine spezialisierte Einzelhandelskette. Das Unternehmen hat sich auf Baumärkte spezialisiert und verkauft entsprechende Produkte in seinen gut 2.000 Filialen in den USA und Kanada.

Historische Eckdaten

Gegründet wurde Lowe’s Companies vor genau 100 Jahren im Jahre 1921 in North Carolina. Zunächst als Lebensmitteleinzelhändler unterwegs, schwenkte man nach dem zweiten Weltkrieg auf Werkzeug und Baumaterialien um. Hier erwartete man nach dem Krieg einen regelrechten Boom. Mit diesem neuen Konzept erwarb man 1949 dann den zweiten Standort und bis 1955 waren es 6. Der Börsengang war dann 1961. Bis dahin waren Baumärkte kleiner als heute, was sich mit der aufkommenden Konkurrenz von The Home Depot in den 80ern änderte. Diese führten das Big-Box-Konzept ein, das heutigen Baumärkten entspricht, wie wir sie kennen. Das neue Konzept war so erfolgreich, dass man es schließlich übernommen hat. Insbesondere durch eine Übernahme 1999 wuchs man national stark. Der erste Laden außerhalb war dann in Canada beheimatet. In den 2010er Jahren war man auch in Mexico unterwegs, hat diese Bemühungen aber mittlerweile gänzlich eingestellt.

Produktanalyse

Jetzt haben wir schon einen guten Überblick darüber bekommen, wo das Unternehmen aktuell steht. Womit es aktuell seinen Umsatz generiert, wollen wir nun schauen. Die Umsätze kommen zwar alle aus den Baumärkten, allerdings ist es eventuell ja auch interessant aus welchen Produktgruppen die Umsätze kommen und vor allem auch wie sie sich regional aufteilen.

Geschäftsgebiete

Grundsätzlich teilt das Unternehmen seine Umsatzerlöse sehr detailliert auf. Für unsere Zwecke reicht denke ich die Unterteilung in drei große Bereiche. Das Unternehmen macht ca. jeweils ein Drittel seines Umsatzes mit dekorativen Artikeln wie Küchenartikel und Farbe, handwerkliche Utensilien, wie Werkzeug und Baumaterial sowie Gartenartikel. Die genaue Aufteilung seht ihr in dieser Grafik:

Lowe's Companies Aktienanalyse

Absatzmärkte

Die regionale Aufteilung ist wiederum weniger komplex. Beinahe die kompletten Umsatzerlöse kommen aus den USA. Hier sind es 94% und die übrigen 6% kommen aus Canada.

Lowe's Companies Aktie Analyse

Auswertung

Lowe’s erhält von mir einen von zwei möglichen Punkten in der Produktanalyse. Die Umsatzerlöse sind zwar auf Produktgruppen gut aufgeteilt, allerdings werden sie fast komplett in den USA generiert. Regional hat man also ein gewisses Klumpenrisiko.

Branchenanalyse

In der Branchenanalyse wollen wir nun einen genaueren Blick auf den Einzelhandel und insbesondere auf die Baumärkte werfen. Gefühlt ist der Markt ja im Kommen und jeder möchte selbst sein Haus oder seine Wohnung individuell gestalten. Aber schauen wir mal, wie es tatsächlich aussieht.

Attraktivität der Branche

Aktuell ist es so, dass der globale DIY- und Heimwerkerbedarf in den letzten Jahren um durchschnittlich 3,5% gestiegen. Dadurch, dass während der Pandemie Baumärkte als systemrelevant galten, da auch professionelle Handwerker hier einkaufen, brummte das Geschäft. Hornbach in Deutschland konnte seinen Umsatz beispielsweise um 15% steigern. Das ist natürlich kein langfristiger Effekt aber erwähnenswert. Die 3,5% jedoch können auch weiterhin erreicht werden.

Wettbewerber

In den USA sind mit enormem Abstand die größten beiden Baumärkte Home Depot und Lowe’s. Hätten sie noch etwas mehr Marktanteil, könnte man ihre Marktstellung fast schon als Duopol bezeichnen, auch, wenn es sowas bei Baumärkten natürlich nicht gibt. Der Abstand zwischen den Umsätzen der beiden verlagerte sich in den letzten Jahren allerdings zugunsten von The Home Depot.

Kunden

Die Kunden kann man privat nennen. Ich habe zwar gerade ja schon erwähnt, dass auch gewerbliche Kunden in Baumärkten einkaufen gehen, allerdings wird hier nicht bei den Preisen gefeilscht und das ist es, worum es in diesem Punkt geht.

Zulieferer

Aufgrund der riesigen Produktpalette ist auch die Auswahl an Lieferanten wirklich groß.

Ersatzprodukte

Bei den Alternativen darf man sich nun nicht auf die einzelnen Produkte fokussieren. Man muss hier Alternativen überlegen, die es zum Einkauf im Baumarkt gibt, um die entsprechenden Materialien oder Produkte zu erwerben. Mir fällt hier eher nichts ein. Die Produkte sind doch eher spezifisch für Baumärkte oder Gartencenter. Auch, wenn Lowe’s mittlerweile einen Onlineshop hat, sehe ich diesen weniger als in anderen Bereichen als Alternative. Vor allem bei Handwerkern ist es ja so, dass sie schnell das weitere Material brauchen, um Aufträge fertigzustellen.

Markteintrittsbarrieren

Die Markteintrittsbarrieren sind typischer Weise im Handelsbereich immer relativ gering. Man braucht hier einfach viel weniger Kapital und Fachwissen, um den ersten Markt auf die Beine zu stellen, als, wenn man ein neues Produkt entwickeln und anschließend in ausreichender Stückzahl produzieren möchte.

Auswertung

In der Branche der US-amerikanischen Baumärkte gibt es in diesem Fall jeweils einen Punkt Abzug für den nicht vorhanden Burggraben und die Wettbewerber. Man gehört zwar zu den großen Ketten allerdings ist der Einzelhandel immer recht fragmentiert. Hier kann man einfach zu schnell mit dem ersten Baumarkt einsteigen, insbesondere, wenn man ein bereits großes Unternehmen ist, dass einfach in einen neuen Bereich expandieren möchte. Wir landen als bei 4 von 6 möglichen Punkten.

Marktstellung

Nachdem wir nun wissen, dass die Branche durchaus vorzeigbar ist und sich hier bei attraktiven Risikoprofil gutes Geld verdienen lassen sollte, wollen wir uns jetzt anschauen wie gut Lowe’s diese Chance nutzt.

Baumarkt

Produktentwicklung

Für eine Baumarktkette entspricht dieser Punkt am ehesten der Expansion. Die Produkte im Regal sind ja nur eingekauft und erfordern hier keine Innovation seitens des Händlers. Lowe’s Companies vergrößert sich regelmäßig, auch, wenn das im letzten Jahrzehnt und in den letzten Jahren nicht der Fall war. In den 2010er Jahren investierte man in Mexico, um sich im gleichen Jahrzehnt wieder aus dem dortigen Markt zurückzuziehen. Zudem hat man 2019 gut 30 Läden in Kanada geschlossen, da man seine Strategie hier überarbeitet hat. Insgesamt gab es 2020 aber wieder eine große Steigerung um ca. 200 Stores. Zudem wird weiter am E-Commerce gearbeitet.

Möglichkeit einzukaufen

Aufgrund des riesigen Kundenstamms, den Lowe’s besitzt, dürften sich alle Hersteller die Finger danach lecken hier Fuß zu fassen. Die Möglichkeit des Einkaufs hier seine Preisvorstellungen durchzusetzen ist sehr gut. Neue und innovative Produkte anzubieten oder ungefragte Produkt von jetzt auf gleich nicht mehr einzukaufen, ist ein großer Vorteil von Einzelhändler im Vergleich zu Produzenten.

Einflüsse auf das Geschäft

Zuerst möchte ich auch hier erstmal wieder Corona nennen. Baumärkte sind allerdings eher Corona-Profiteure. Heißt aktuell gibt es dadurch einen großen Push. Aktuell gibt es noch weitere Trends in der Bevölkerung, die Baumärkte begünstigen. Der Do-It-Yourself-Trend existiert ja schon länger. Hinzu kommt, dass nun auch Menschen ihre Balkone durch Home Gardening erweitern. Auch hier bietet man entsprechende Produkte an. Das erklärt auch das überdurchschnittliche Branchenwachstum.

Marketing

Man muss regelmäßig Angebote anbieten und diese wöchentlich über diverse Medien bewerben. Das ist aufwendig und teuer.

Wachstumsmöglichkeiten

Lowe’s streckt bereits die Fühler Richtung Ausland aus. Hier sehe ich auch die größten Chancen zu wachsen. Innerhalb der USA hat man bereits 2.000 Läden. Es dürfte einiges leichter fallen, beispielsweise in Kanada zu expandieren. Märkte in anderen Ländern sind allerdings immer schwierig. Gerade in Deutschland sieht man ja, dass bereits diverse große Ketten den Markt beherrschen. Hier sein Glück zu versuchen könnte ähnlich schwierig werden, wie für Walmart, die gegen Aldi und Co. gescheitert sind.

Unternehmensführung

CEO der Lowe’s Companies Inc. ist Marvin Ellison. Er bekleidet diesen Posten seit 2018. Seit 2014 ist er auch bereits im Aufsichtsrat von FedEx. Er kennt die Handelsbranche also auch aus anderen Blickwinkeln. Praktisch ist auch seine frühere Tätigkeit beim Konkurrenten The Home Depot. So kann er vielleicht den einen oder anderen Schritt des Unternehmens antizipieren. Ellison hat sowohl einen Bachelor als auch einen MBA. Außerdem hat er eigene Aktien im Wert von 25 Mio. USD, sodass seine persönliche Motivation klar sein sollte. Da auch unter ihm die Expansion in 2020 weiter voranschritt, sehe ich ihn aktuell als gute Wahl mit genügend Berufserfahrung.

CEO

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Handelsunternehmen haben tendenziell weniger gesetzliche Vorschriften, zumindest so lang man keine gefährlichen Güter verkauft. Das ist bei einem Baumarkt eher weniger der Fall.

Auswertung

Auch die Marktstellung sieht gut aus. Für mich gibt es hier nur einen Punkt weniger, aufgrund des aufwendigen Marketings. Insgesamt also 6 von 7 möglichen Punkten.

Newsletter

An dieser Stelle möchte ich mal wieder auf meinen Newsletter hinweisen. Wenn du regelmäßig über neue Aktienanalysen informiert werden möchtest, ist dieser perfekt für dich. Wenn du dich angemeldet hast, bekommst du monatlich die neusten Analysen nochmal auf einen Blick. Zusätzlich setze ich dir alle meine bisherigen Kauflimits ins Verhältnis zum aktuellen Kurs und zeige dir somit auf meinem Einkaufszettel, welche Aktien ganz aktuell meiner Meinung nach am günstigsten bewertet sind. On Top erhältst du als Abonnent meines Newsletters auch noch exklusiven Einblick in mein eigenes Depot. Bei Interesse trage dich doch einfach auf dem Blog dafür ein. Der Link ist in der Videobeschreibung. Ansonsten jetzt wieder zurück zur Lowe‘s Companies Aktienanalyse!

Unternehmensbewertung

Nach dem bisherigen Vorgeplänkel und indirekten Wertschätzung von Lowe’s gehen wir jetzt dazu über Zahlen sprechen zu lassen. Ich werde nachfolgend diverse Kennzahlen des Unternehmens im 5-Jahres-Zeitraum darlegen und anschließend beurteilen. Darauf aufbauend werde ich danach mit meinen Berechnungsmodellen einen fairen Wert und weiter mein persönliches Kauflimit bestimmen.

Finanzkennzahlen 5-Jahres-Durchschnitt

  • Operative Nettobetriebsvermögen +2,3%
  • Umsatz +7,2%
  • Operativer Gewinn +13,8%
  • Operative Marge 9,5%
  • Free Cash Flow +17,1%
  • Operativer CF +15,0%
  • Eigenkapitalquote 13,0%
  • Fremdkapitalkosten +8,1%
  • Dividendenwachstum +9,6% (+13,6% je Aktie)
  • Dividendenrendite 1,8% (aktuell 1,2%)
  • Ausschüttung des FCF 28,8%
  • Übergewinn +15,7%
Umsatz

Erläuterung der Zahlen

Die Zahlen von Lowe’s sehen richtig gut aus. Neben dem gestiegenen Umsatz steigt vor allem auch der operative Gewinn überproportional dazu. Das Unternehmen hat es also geschafft, trotz Expansionskurs rentabler zu werden. Die Cash Flows steigen beide sogar noch deutlicher. Das dürfte mit einer der Gründe sein, wie es das Unternehmen schafft eine absolute Dividendensteigerung von durchschnittlich rund 10% an den Tag zu legen und trotzdem nur ein Viertel des Free Cash Flow auszuschütten. Zusätzlich wurde die Anzahl der ausstehenden Aktien noch reduziert, sodass das Dividendenwachstum je Aktie sogar bei 13,6% liegt. Trotz diesen gestiegenen Kapitalkosten erhöht sich auch der Übergewinn stark. Die durchweg tollen Zahlen spielen nochmals volle Punktzahl ein.

Cash Flow

Fair Value

10% mehr Filialen in einem Jahr wird man nicht jedes Jahr schaffen. Deswegen denke ich auch nicht, dass es beim aktuellen durchschnittlichen Umsatzwachstum bleiben wird. Deswegen reduziere ich das langfristige Wachstum von 7,6% auf 5%. Das scheint mir angesichts des starken Expansionsdrangs von Lowe’s vertretbar, zudem das Branchenwachstum ohnehin schon bei 3,5% liegt. Die Eigenkapitalrendite soll aufgrund meiner eigenen Renditevorstellungen wie immer bei 10% liegen. Zudem konnte ich aufgrund langfristiger Anleihen Fremdkapitalzinsen von 3,5% ausmachen. In Summe landen wir somit bei einem WACC von 4,34%. Alle Daten schnell in meine Berechnungsmodelle eingepflegt und mit dem durchschnittlichen Kursziel der Analysten geglättet, lande ich bei einem fairen Wert je Aktie von 319,07$ oder aber 265,06€.

Chancen und Risiken

Selten habe ich Unternehmen deren Branche scheinbar so attraktiv ist und deren Marktstellung so gefestigt scheint. Zusätzlich sind die Finanzen von Lowe’s grundsolide. Das alles ist schon ein ziemliches Pro.

Auf der Gegenseite stehen die Risiken. Davon gibt es nicht allzu viele beim Unternehmen. Ich sehe insbesondere den großen Konkurrenten The Home Depot als Gefahr sowie das Risiko weiterhin international zu scheitern und hier unnötig Geld zu verbrennen. Noch kann man sich das leisten aber auf Dauer sicher nicht.

Investmententscheidung

Aufgrund des Chancen-Risiko-Profils des Unternehmens und den bisher lediglich 4 Punkten Abzug, möchte ich auf den Fair Value einen Abschlag von 20% nehmen, um aufs Kauflimit zu kommen. Das Kauflimit beträgt somit 212€. Verkaufen würde ich dann bei 345€, also 130% des fairen Werts.

Bei einem aktuellen Kurs von nur 169€ sehe ich also einen deutlichen Abschlag zum Kauflimit. Der Abschlag beträgt aktuell somit über 20%. Dem Fair Value wurde in dieser Fundamentalanalyse ja auch nicht mehr viel abgezogen. Hier wurde lediglich das Wachstum leicht reduziert sowie ein paar Prozent Sicherheitsmarge abgezogen. Für mich ist der Titel aktuell also ein absoluter Kauf.

Lowe's Companies Logo

Fazit

Mit dem Heimwerker- & DIY-Bereich habe ich eine wirklich interessante Branche für mich entdeckt. An sich finde ich den Handel immer relativ langweilig und den Einzelhandel teils auch nicht zukunftsträchtig, wenn ich mir den E-Commerce so anschaue. Durch die tollen Zahlen von Lowe’s Companies finde ich diesen Titel allerdings alles andere als langweilig und wie ich bereits in der Analyse sagte, denke ich auch speziell bei handwerklichen Dingen weniger an Onlineshops, den Lowe’s allerdings nichtsdestotrotz vorweisen kann. Auf diese Branche werde ich weiter ein Auge haben.

Habt ihr denn auch ein Auge auf die Branche? Wie steht es eurer Meinung nach um Lowe’s? Seid ihr hier investiert oder doch eher beim Konkurrenten The Home Depot? Falls dem so ist, dann lasst mir auf jeden Fall eure Meinung in den Kommentaren da und bitte auch, warum ihr das eine oder das andere Unternehmen favorisiert. Ansonsten bedanke ich mich wie immer fürs Reinschauen und sage bis bald!

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2 Antworten auf „Lowe’s Companies Aktienanalyse – Dividendenwachstum beim Corona-Profiteur“

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