Mastercard Aktienanalyse Teil 2 – Bewertung der Aktie und Vergleich zu Visa

Nachdem wir uns Donnerstag ja schon Visa angesehen und festgestellt haben, dass die Aktie aktuell durchaus günstig bewertet ist, wollen wir heute mal auf den großen Konkurrenten Mastercard eingehen. Ich mache wieder ganz normal die Mastercard Aktienanalyse wie gehabt und bringe anschließend den Vergleich zu Visa. Danach werde ich auch die aktuellen Bewertungen der beiden Unternehmen vergleichen und feststellen, welche Unternehmen das bessere Preis-Leistungsverhältnis bietet. Wenn du auch zwischen den beiden Unternehmen schwankst, dann lies dir gern den Blogpost durch. Vielleicht kannst du danach für dich ja eine bessere Entscheidung treffen, in welches Unternehmen du investieren möchtest. Ich werde in dieser Aktienanalyse verschiedene Dinge weniger detailliert erläutern, wenn ich diese schon in der Visa Aktienanalyse erwähnt habe. Wenn das der Fall ist, dann weise ich allerdings darauf hin. Ansonsten viel Spaß beim Lesen!

Grundlagen

Wenn du meine Aktienanalyse zu Visa bereits gesehen hast, dann kommen dir die Grundlagen zu Mastercard natürlich relativ bekannt vor.

Geschäftsmodell

Das Geschäftsmodell von Mastercard ist dem von Visa absolut ähnlich. Mastercard vergibt keine Kredite, sondern wickelt lediglich die Zahlungen ab und erhält dafür Gebühren von den Banken.

Historische Eckdaten

Die Mastercard Incorporated hat ihren Sitz in Purchase, New York in den USA und hat knapp 19.000 Mitarbeiter. Wie ist Mastercard zu diesem großen Unternehmen geworden? Ähnlich wie bei Visa hat auch Mastercard ein Vorgängermodell. In den 1940er Jahren wurden sozusagen Schuldscheine von Bankengruppen ausgegeben, die bei kooperierenden Händler als Zahlungsmittel genutzt werden konnten. Das alles in eine neue Form und eine Kreditkarte gegossen entstanden die ICA, die Interbank Card Association. Diese war der Vorläufer der Mastercard Incorporated, welche dann im Jahr 1966 gegründet wurde.

Über die Jahrzehnte akquirierte Mastercard immer mehr Kooperationspartner und -netzwerke, worüber man immer mehr Akzeptanz und Marktmacht aufbaute. Durch die Fusion mit Europay International in 2002 ist Mastercard heute überproportional stark in Europa vertreten, auch wenn dies nicht der Hauptmarkt von Mastercard ist. 2006 fand dann der Börsengang des Unternehmens statt. Seitdem schaffte es der Kurs der Aktie durch immer weitere Expansionen des Unternehmens von damals knapp 7$ auf heute knapp 290$, was in Summe unglaubliche 4000% Steigerung sind.

Produktanalyse

Für diejenigen, die die Visa Analyse bereits gesehen haben, dürfte die Produktanalyse anhand der Produkte etwas langweilig werden aber schauen wir mal wie die Verteilung bei Mastercard im Vergleich zu Visa aussieht.

Geschäftsgebiete

Mastercard hat an sich ja die gleichen Dienstleistungen wie Visa, allerdings ein bisschen anders aufgeteilt. Mastercard teilt seine Dienstleistungen nach Domestic Assessments, also Inlandszahlungen, Cross-border Volume, was internationalen Zahlungen entspricht, und Transaction Processing auf. Transaction Processing beschreibt Gebühren, die erhoben werden, weil Partnerunternehmen das Netzwerk unabhängig von Zahlungen nutzen. So können hier zum Beispiel Geschäftspartner autorisiert werden oder Mastercard kann als unabhängiger Dritter Zahlungen abwickeln. Transaction Processing machte 2019 34%, Domestic 27% und Cross-border 22% am Umsatz aus.

Mastercard Aktienanalyse

Absatzmärkte

Mastercard ist etwas weniger USA-lastig als Visa. Mastercard macht 32% seiner Umsätze in den USA, während 68% auf der übrigen Welt geschehen.

Mastercard Aktien Analyse

Auswertung

Genau wie bei Visa gibt es hier mit gleicher Begründung 2 von 2 Punkten. Sie sind in einer notwendigen Branche einfach top in Leistungen und Absatzmarkt diversifiziert.

Branchenanalyse

Bei der Branchenanalyse mache ich es mir an dieser Stelle leicht und verweise auf meine letzte Aktienanalyse vom Donnerstag. Bei dieser Visa Aktienanalyse habe ich nämlich bereits die Branche analysiert und Mastercard befindet sich nämlich eins zu eins in derselben Branche.

Marktstellung

Bei der Marktstellung gehe ich dann aber wieder etwas mehr auf Mastercard an sich ein, stelle aber wirklich auch nur Unterschiede heraus, da es hier natürlich auch einige Gemeinsamkeiten gibt.

Produktentwicklung

Genau wie Visa hat auch Mastercard erkannt, dass es zusätzlich zum Ausbau der Marktanteile auch neue Märkte angreifen sollte. Es ist bei einer solchen Marktdurchdringung oft leichter neue Felder zu erschließen als die bestehen auszubauen. Besonders möchte Mastercard sich in den Bereichen Datenanalyse, Marketing Service, künstliche Intelligenz und neue Zahlungswege engagieren. Besonders KI finde ich persönlich innovativ und zukunftsweisend.

Unternehmensführung

Mastercard hat zuletzt immer langjährige CEOs. Der aktuelle CEO Ajaypal Singh Banga ist bereits seit 2010 im Amt und beerbte seinen Vorgänger Robert W. Selanderm welcher ebenfalls 13 Jahre im Amt war. Sowas finde ich immer besser, statt ständig wechselnde Geschäftsführer, da eine Strategie besser ausgeführt werden kann.

Zudem spricht auch die Berufserfahrung für Herrn Banga. Dieser begann seine Karriere nämlich bei Nestlé und ging dann zu Pepsi. Aus der Nahrungsmittelindustrie wechselte er dann 2005 in die Citigroup, also in den Finanzbereich. Er hat also durchaus genug Erfahrung, um auch über den Tellerrand hinauszublicken.

Aktienanalyse Mastercard
Der versierte CEO von Mastercard

Auswertung

Das war die Marktstellung der Mastercard Aktienanalyse im Schnelldurchlauf. Ich habe jetzt mal nur die Punkte erläutert, die sich von Visa unterscheiden. Da aber diese beiden genau so positiv sind wie bei Visa bekommt auch Mastercard 7 von 7 Punkten in der Marktstellungsanalyse. Ich denke es ist kein Zufall, dass es mit Visa und Mastercard ein Duopol in der Branche gibt.

Unternehmensbewertung

So ähnlich sich die Unternehmen allerdings auch sind, einen Unterschied gibt es bestimmt. Zusätzlich ist es das schöne, dass dieser Unterschied auch ganz hart vergleichbar ist. Ich werde auch bei Mastercard die aktuellen 5 Geschäftsjahre heranziehen, um über meine Berechnungsmodelle einen fairen Wert je Aktie zu berechnen. Vorab schauen wir uns aber mal die 5-Jahresdurchschnitte an und vergleiche diese direkt mit Visa. Bei Visa hatte ich ja erst die Zahlen ab 2016 herangezogen, wegen dem Kauf von Visa Europe. Zur besseren Vergleichbarkeit der Kennzahlen, nehme ich bei Mastercard ebenfalls erst die Zahlen von 2016.

Finanzkennzahlen 5-Jahres-Durchschnitt

  • Umsatz +11,2% (Visa +11,2%)
  • EBIT +11,5% (Visa +19,7%)
  • Operative Marge 54,0% (Visa 62,2%)
  • Free Cash Flow +16,9% (Visa +35,9%)
  • Operativer FCF +12,6% (Visa +17,5%)
  • Eigenkapitalquote 23,3% (Visa 41,8%)
  • Fremdkapitalkosten +27,6% (Visa +2,2%)
  • Dividendenrendite 0,6% (Visa 0,7%)
  • Dividendenwachstum +16,7% (Visa +18,5%)
  • Ausschüttung des FCF 19,0% (Visa 19,5%)
  • Übergewinnwachstum +9,4% (Visa +20,0%)

Erläuterung der Zahlen

Wenn man sich die Zahlen der Unternehmen anschaut, dann sieht man, dass Visa insgesamt ein stärkeres Wachstum aufweist. Wo die „Softskills“ der Unternehmen noch relativ ähnlich waren, sieht es bei den Zahlen also schon anders aus. Versteht mich nicht falsch. Für sich allein sind die Zahlen von Mastercard super, allerdings werden sie von Visa in den Schatten gestellt. Trotzdem wachsen beide Unternehmen unglaublich schnell, trotz leichten Umsatzrückgangs aufgrund von Corona. Zudem ist bei beiden die operative Marge einfach sensationell. Wenn ich mir überlege, dass ich in Aktienanalysen schon operative Margen von 10% gesehen habe, dann sind ca. 60% einfach ein Traum.

Fair Value

Jetzt haben wir schon erkannt, dass beide Unternehmen sehr zukunftsträchtige Investments sein können. Die Unterbewertung von Visa habe ich in der letzten Analyse von Donnerstag schon festgestellt. Bleibt noch Mastercard. Wie sieht denn hier der Fair Value aus? Um das zu klären habe ich die Daten in mein Discounted Cash Flow- und Übergewinn-Modell eingepflegt und aus diesen Ergebnis und dem durchschnittlichen Kursziel der Analysten den Mittelwert gezogen. Dabei habe ich neben den üblichen Eigenkapitalkosten von 10% Fremdkapitalkosten von 3,5% angesetzt. Heraus kam ein fairer Wert je Aktie von 348$ oder 300€. Schauen wir uns jetzt noch die Chancen und Risiken an, um auf ein Kauflimit zu kommen.

Chancen und Risiken

An dieser Stelle mache ich es jetzt wieder ganz kurz und verweise auf die Visa Aktienanalyse. Wie ihr euch vorstellen könnt sehe ich bei Mastercard auch nicht wirklich große Risiken. Sie müssen sich halt nur etwas mehr anstrengen weitere Marktanteile zu erhaschen. Ansonsten sind ebenfalls nur Datenschutz und Cybersicherheit ein Thema.

Weitere Geschäftsgebiete streben sie u.a. mit künstlicher Intelligenz ebenfalls an. Die Branche ist ja auch die gleiche wie bei Visa und deswegen auch sehr positiv zu sehen. An sich also ungefähr das gleiche Chancenprofil wie bei Visa.

Investmententscheidung

Trotz allem muss ich irgendwie in die Bewertung miteinbeziehen, dass, auch wenn beide Unternehmen top sind, Visa die Nase etwas vorn hat. Sowohl die Zahlen als auch das Chancen- und Risikoprofil sind einen Hauch besser. Bei Visa habe ich einen Sicherheitsabschlag von Fair Value von 10% genommen. Bei Mastercard nehme ich deswegen jetzt ein wenig mehr und zwar 15%. Damit kommt heraus, dass ich die Mastercard Aktie aktuell für 255€ kaufen würde. Als kleine Abstrafung würde ich sie dann auch nicht mit 140% des fairen Werts verkaufen, sondern bereits mit 135%. Das wären dann 404€. Der aktuelle Kurs liegt bei 246€, also ist Mastercard meiner Meinung nach genau wie Visa leicht unterbewertet und somit ein Kauf.

Jetzt haben wir hier den besonderen Fall, dass wir ein Duell zwischen den beiden Duopolisten haben. Welche Aktie ist jetzt also der bessere Kauf? Dafür setze ich die ermittelten Kauflimit ins Verhältnis zum aktuellen Kurs und schaue bei welcher Aktie man sozusagen mehr Prozent Rabatt bekommt. Bei Visa heißt das beim Kauflimit von 155€ und einem Kurs von 160€ bekommt man 3,13% Rabatt. Bei der Mastercard Aktie hätte man mit den gerade ermittelten Zahlen einen Rabatt von 3,53%. Mastercard ist also nach meinen Kriterien etwas besser bewertet.

Man muss trotzdem sagen, dass es bei diesen Unterschieden vom Renditestandpunkt wirklich keinen Unterschied macht. In meinem Fall ist es jetzt zum Beispiel so, dass ich beide Aktien gleich attraktiv finde. Da ich aber begrenztes Kapital habe und eine große Diversifikation im Portfolio haben möchte, werde ich die Visa Aktie kaufen, da diese rund 100€ weniger kosten als ein Stück von der Mastercard Inc.

Fazit

Soweit, so gut. Das ist also meine persönliche Meinung zu den beiden Kreditkartenriesen. Es kann natürlich sein, dass ihr einzelne Dinge ganz anders seht als ich. Dann wird auch dieses Duell der beiden Unternehmen anders ausfallen. Ich sehe, um es zusammenfassend zu sagen, Visa vom Unternehmerischen etwas weiter vorn, während ich Mastercard minimal besser bewertet sehe. Bei mehr Kapital oder bereits größeren Portfolio hätte ich mir wahrscheinlich einfach beide Aktien gekauft. Das sehe ich auch als sinnvoll an, da man damit die komplette lukrative Branche für die westlichen Länder zum Großteil abgedeckt hat. Für Leute, die Sparpläne mögen, sind auch diese eine super Möglichkeit solch relativ teure Aktien zu kaufen.

Ansonsten hoffe ich hat euch dieses etwas andere Format gut gefallen und auch unter diesem Video könnt ihr gern eure Meinung zu den beiden Aktien dalassen. Bitte aber immer mit Begründung, damit man auch was aus den Kommentaren mitnehmen kann, man lernt ja nie aus! Wenn euch so ein Vergleich gefällt, dann lasst doch gern mal einen Daumen nach oben da und schreibt in die Kommentare, falls ihr noch andere interessante Vergleiche im Kopf habt. Gerne auch zu Aktien, die ich bereits analysiert habe. Bis dahin bedanke ich mich dafür, dass du vorbeigeschaut hast! Bis bald!

Eine Antwort auf „Mastercard Aktienanalyse Teil 2 – Bewertung der Aktie und Vergleich zu Visa“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.