Microsoft Aktienanalyse – Riesiges Wachstum in allen Bereichen, auch im Preis?

Hallo und herzlich willkommen auf dem Finanzplaneten! Ich hoffe ihr hattet wunderschöne Feiertage mit euren Liebsten und seid jetzt bereit für neue Aktienanalysen! Heute startet hier auf dem Kanal nämlich eine neue Reihe. Die regelmäßigen Zuschauer wissen ja, dass ich zum Großteil Dividendentitel analysiere. Langjährige Dividendenaristokraten haben oft den Nachteil, dass logischer Weise neue Branchen recht dürftig besetzt sind. Sie bestehen schlichtweg noch nicht lang genug, als, dass eins der Unternehmen sich lange genug als Dividendenzahler beweisen konnte. Deswegen habe ich mir zwölf Technologieunternehmen rausgesucht, die bereits Dividende zahlen. Diese werde ich in den kommenden Aktienanalysen behandeln. Damit ermögliche ich jeden Dividendeninvestor und auch mir selbst eine breitere Diversifikation seiner Investments über die Branchen hinweg. Deswegen gibt es heute die Microsoft Aktienanalyse.

Auch, wenn das Unternehmen noch nicht uralt ist, so ist es schon lang genug mit dabei, um auf einem guten Weg zum Dividenden Aristokraten zu sein. Zudem wächst es aktuell immer noch sehr stark, ganz in der Manier der Technologie-Riesen. Unter diesen herausragenden Gesichtspunkten möchte ich mir das Unternehmen heute genauer anschauen und herausfinden, ob der Kurs hier bezogen auf die künftige Ertragskraft überhaupt noch günstig sein kann oder, ob die Aktie mittlerweile viel zu heiß gelaufen ist.

Allgemeine Grundlagen

Auch bei Microsoft möchte ich als erstes untersuchen, wie das Unternehmen grundsätzlich aufgebaut ist und wie die Geschichte aussieht. Microsoft hat von den Tech-Unternehmen wohl noch mit die älteste Vorgeschichte. Dennoch scheint der Konzern heute moderner denn je.

Geschäftsmodell

Am bekanntesten ist Microsoft wohl für ihr Betriebsprogramm Windows. Mit inbegriffen sind Produkte wie das Office Paket. Ganz spannend ist, dass über diese Produkte hinweg sehr viele andere Softwares und mittlerweile auch Hardwares entstanden sind. Heute hat Microsoft in ihren Geschäftsfeldern eine führende Rolle eingenommen. Hierauf gehen wir in der Produktanalyse näher ein.

Entstehungsgeschichte

Den Hintergrund zu Microsoft kennen vielleicht schon einige von euch. Bereits 1975 wurde das Unternehmen von Bill Gates und Paul Allen in Albuquerque, New Mexico in den USA gegründet. Anfänglich entwickelte Microsoft Betriebsprogramme für IBM, die ich in dieser Reihe auch noch analysieren werde. 1986 zog das Unternehmen zum heutigen Firmensitz in Redmond bei Seattle, Washington. Insbesondere ab den 90ern begann aber die Vormachtstellung von Windows und Office. Bill Gates leitete die Geschicke des Unternehmens bis zum Jahre 2000.

Von Beginn an hatte Microsoft mit dem Kartellamt zu kämpfen, woran sie nicht ganz unschuldig waren. Bereits früh ging die Strategie in die Richtung die Konkurrenz gänzlich auszustechen und die Nutzer abhängig von Windows zu machen. Über die Jahre hat es Microsoft damit etwas übertrieben, sodass aufgrund der illegalen Geschäftspraktiken im Jahre 2000 die Aufspaltung des Konzerns angewiesen wurde. Das Urteil wurde in 2001 widerrufen, die Tatbestände wurden allerdings bestätigt. Nichtsdestotrotz ging Microsoft anschließend auf Shoppingtour und hat bis heute diverse Akquisitionen durchgeführt. Die bekanntesten und größten darunter sind LinkedIn, Skype und Nokias Handysparte.

Produktanalyse

Nachdem wir jetzt einen groben Überblick erhalten haben, wollen wir bezüglich der Umsätze von Microsoft mal ins Details gehen. Wir erinnern uns, hier kommt es drauf an möglichst breit diversifiziert zu sein, um nicht zu abhängig von einem einzelnen Produkt zu sein. Jetzt kennt man Microsoft in der breiten Bevölkerung eher für Windows und für das Officepaket. Womit verdienen sie aber im Details ihr Geld?

Geschäftsgebiete

Microsoft teilt seine Geschäftsgebiete in 3 Teile auf. Diese sind namentlich „Intelligent Cloud“, „More Personal Computing“ und „Productivity and Business Processes“.

„Intelligent Cloud“ steht für alles rund um Server und Clouds. Hierum gestrickt gibt es auch gewerbliche Zusatzdienste wie das akquirierte Github. Github wurde 2018 für 7,5 Mrd. USD von Microsoft erworben. Es stellt eine Plattform für Software-Entwicklungsprojekte dar. Zusammen mit der Infrastruktur wird auch Beratungsleistung angeboten. In diesem Bereich werden 34% der Umsätze generiert.

„More Personal Computing“ beschreibt eher den privaten Bereich. Hier dreht sich alles um den Endverbraucher. Hier kommen die Umsätze aus dem Gamingbereich, Werbeeinnahmen, Lizenzgebühren für Software auf PCs sowie Hardware für den Endverbraucher. In diesem Segment macht Microsoft ebenfalls 34%.

Der letzte Geschäftsbereich ist „Productivity and Business Processes“ und wie man sich beim Namen schon denken kann, geht es hierbei um gewerbliche Kunden. Hier werden die Office Pakete, LinkedIn, welches in 2016 für 26,2 Mrd. USD erworben wurde, und diverse ERP- und CRM-Lösungen angeboten. Dieser Bereich macht aktuell 32% aus.

Microsoft Aktienanalyse

Absatzmärkte

Die Aufteilung des Umsatzes nach Regionen ist dann wieder einfacher. Hier gibt es lediglich die USA mit 51,2% als Hauptsegment und die restliche Welt mit 48,8%. Das macht meiner Meinung nach auch Sinn, denn, wenn man mal kurz überlegt, dürfte einem schnell klar sein in wie vielen Ländern Microsoft insgesamt vertreten ist. Jeder Windows-PC zählt hier mit rein, jede Xbox, die in einem Kinderzimmer steht und jede Exceltabelle, die befüllt wird. Viel zu großer Aufwand, das genauer zu beziffern. Es wird zudem geschätzt, dass auf der ganzen Welt ca. 1,5 Mrd. Geräte Windows nutzen.

Microsoft Aktie Analyse

Auswertung

In der Produktanalyse lässt sich erkennen wie diversifiziert das Unternehmen ist. Es kann seine Dienstleistungen und digitalen Produkte ohnehin schon nach 3 Segmenten hin verteilen und jedes Segment für sich beherbergt aber zusätzlich viele einzelne Produkte. Zudem ist das Unternehmen auf beinahe der ganzen Welt anzutreffen. Deswegen gibt es 2 von 2 Punkten.

Branchenanalyse

Nachdem wir wissen wie Microsoft Geld verdient, müssen wir schauen wie frei man in diesem Bereich künftig seine Preise setzen kann und wie viel Absatz möglich sein wird. Das sind genau die zwei Punkte, die abschätzen lassen, wie viel Umsatz man in Zukunft generieren können wird.

Attraktivität der Branche

Bei der Analyse der Attraktivität muss ich aufgrund der starken Diversifikation eigentlich auf mehrere Teilbereiche eingehen. Wesentliche Faktoren sind hierbei Cloudnutzung und die Anzahl der genutzt Computer pro Person. Im Cloudbereich wird für 2020 ein Wachstum von 6,3% erwartet. Für die nächsten Jahre bis 2025 wird sogar von einem jährlichen Wachstum von rund 20% ausgegangen. Das sind tatsächlich schon wahnsinnig große Zahlen. Im Absatz neuer Computer sieht man seit einem Hype vor ein paar Jahren stagnierende Zahlen. Im Zuge der Digitalisierung und dem steigenden Wohlstand in Entwicklungsländern steigt natürlich die Anzahl der weltweit genutzten Computer. Die Geschwindigkeit hat in letzter Zeit allerdings nachgelassen. Über die Bank hinweg würde ich aber ein Wachstum der von Microsoft betriebenen Branchen von 10% schon realistisch finden.

Wettbewerber

Der größte Wettbewerber im Cloud Computing ist Amazon und Amazon will man nie als Wettbewerber haben. Sie besitzen den Löwenanteil der Marktanteile in diesem Segment. Neben Microsoft gibt es aber noch einige weitere Wettbewerber. Bei Betriebssoftware ist Apple der Hauptkonkurrent. Bei der Software hat Microsoft zwar kein Monopol mehr wie zu Zeiten der Finanzkrise, als sie 95% Marktanteil hatten. Allerdings ist Microsoft auch aufgrund des Office Paketes und Datenbank-Management hier starker Marktführer mit 75%.

Kunden

Die Kunden in den Bereich sind bezogenen auf den Umsatz wohl eher gewerblich. Insbesondere die Umsätze aus dem Cloudbereich und dem Office-Programmen werden eher von Firmen ausgemacht.

Zulieferer

Im Softwarebereich gibt es eher weniger Zulieferer. Auch bei Clouddienstleistungen beschränkt sich die Zulieferung auf den Aufbau von Servern, die allerdings keine laufenden Materialien benötigen. Die Möglichkeiten Server warten zu lassen sind gut. Ab einer gewissen Größe kann man natürlich auch selbst Wartungstechniker beschäftigen. Wirkliche Zulieferer gibt es bei der Herstellung von Hardware. Hier werden Komponenten oder ganze Systeme von externen Herstellern zugeliefert.

Ersatzprodukte

Alternativ zur Cloudnutzung kann man sich selbst Server in den Keller stellen. Vorteile hat man dann in der Datensicherheit, deutliche Nachteile in der Wirtschaftlichkeit. Die höheren Kosten sind meiner Meinung nach in der freien Marktwirtschaft auch der Grund für die wachsende Branche des Cloudcomputing. Zu Betriebssoftware gibt es eigentlich keine Alternativen. Irgendeine Form von Betriebssystem muss man auf seinem Computer haben.

Markteintrittsbarrieren

Bezüglich Clouddiensten muss man anfänglich viel Geld in die Hand nehmen, um Serveranlagen aufzubauen und so Onlinespeicher in ausreichendem Maße und kosteneffizient zur Verfügung stellen zu können. Bei Software ist der Burggraben der etablierten Systeme aber noch größer. Während man bei Clouddiensten noch recht gut wechseln kann, ist es insbesondere bei dem Betriebssystem der Wechsel schwieriger. Vor allem ganz neue Anbieter sind eigentlich fast unmöglich. Apple hat es neben Microsoft aufgrund der Kombination mit eigenen Produkten noch geschafft. Linux fristet ein Nischendasein. Zusätzlich neue Systeme wage ich zu bezweifeln. Problem ist, dass die meisten anderen Programme nur für die gängigsten Plattformen entwickelt werden, was neue Betriebssysteme unfassbar unattraktiv macht. Gleiches gilt bei der Hardware im Gamingbereich.

Auswertung

Da die Kunden in dieser Branche meist gewerblich sind, sind die Preisverhandlungen hier schwieriger. Gewerbliche Kunden akzeptieren einen Preis nicht einfach so wie ein Privatkunde. Hier gibt es einen professionellen Einkauf. Zudem macht die große Konkurrenz die Preissetzung schwieriger. Besonders im stark wachsenden Cloudsegment ist die Konkurrenz groß. Vor diesem Hintergrund gibt es 4 von 6 möglichen Punkten bei der Branchenanalyse.

Marktstellung

Nachdem wir die Branche analysiert haben, wenden wir unseren Blick nun auf Microsoft selbst. Was kann das Unternehmen denn aus den Gegebenheiten der Branche herausholen?

Produktentwicklung

Die Produktentwicklung bei Microsoft ist gut. Für die gängigsten Cashcows des Unternehmens gibt es regelmäßige Updates. Neue Trends werden entweder selbst erkannt und angegangen oder wie bei Konzernen üblich über Unternehmenskäufe akquiriert. Ganz aktuell wurde bekannt, dass Microsoft wohl auch eigene Prozessoren entwickelt. Hiermit könnte beim Surface und Co. noch mehr Wert abgeschöpft werden.

Möglichkeit einzukaufen

Wenn die Notwendigkeit einer Zulieferung überhaupt gegeben ist, dann hat Microsoft hier gute Voraussetzungen. Mit seiner enormen Größe und diversen Sparte, ist es für jeden Lieferanten wichtig hier einen Fuß in die Tür zu bekommen. Aus diesem Grund hat Microsoft in Preisverhandlungen eine gute Stellung.

Einflüsse auf das Geschäft

Der größte Einfluss auf das Geschäft ist wohl ganz grob gesagt die Digitalisierung. Besonders während Corona machte diese einen Satz nach vorn. Gerade im gewerblichen Bereich sieht man deswegen aktuell steigende Umsätze. Für die Zukunft wird die Geschwindigkeit der Digitalisierung maßgeblich zum Wachstum des Unternehmens beitragen. Negative Einflüsse können insbesondere Computerviren sein und/oder Datenlecks für die man haftbar gemacht wird.

Marketing

Die Dienstleistungen des Unternehmens sind auf der einen Seite recht gewerblich und auf der anderen Seite durch die große Marktmacht ohnehin sehr bekannt. Deswegen braucht man hier wenig Marketingaufwand. Auf der ersten Newsseite in Google erkennt man bezüglich Microsoft ebenfalls die Marschrichtung. Hier handeln die Artikel entweder von technischen Neuerungen durch das Unternehmen oder Hackerangriffe auf das Unternehmen und deren Software.

Wachstumsmöglichkeiten

Entsprechend der Branche sind die Wachstumsmöglichkeiten enorm. Microsoft hat außerdem mittlerweile eine Masse erreicht, bei der sie sehr gut weitere Elemente der Wertschöpfungskette abgreifen können. So scheint es wie gerade erwähnt so, dass zum Beispiel an eigenen Chips für die Surface Produkte geforscht wird.

Unternehmensführung

Nach Bill Gates und seinem Nachfolger Steve Ballmer ist nun erst der dritte CEO seit der Gründung in 1975 im Amt. Seit 2014 bekleidet das Amt nämlich als dritter CEO Satya Nadella. Der indischstämmige ITler ist mit einem Bachelor of Engineering in Electronics und Communications, einem Master of Science im Fach Computer Science und on top einem Master of Business Administration fachlich ein top Mann für die Spitze von Microsoft. Zusätzlich gefällt mir, dass er am Anfang seiner Karriere auch kurz bei einem anderen Entwickler gearbeitet und so nicht nur das Doing von Microsoft kennengelernt hat. Er ist außerdem noch im Aufsichtsrat von Starbucks tätig. Weil Nadella aber nichtsdestotrotz bereits seit 1992 bei Microsoft arbeitet, konnte er als mittlerweile langjährige Führungspersönlichkeit Aktien im Wert von knapp 300 Mio. US-$ anhäufen. Somit ist sein persönliches Interesse eng mit dem des Unternehmens verknüpft.

Microsoft CEO Aktienanalyse

Ich finde zudem sehr interessant, dass er vor seinem Posten als CEO die Cloud-Sparte geleitet hat. Man kann hier denke ich die künftige Strategie von Microsoft erkennen bzw. wo Microsoft das größte Potenzial sieht. Das deckt sich ja mit meiner Branchenanalyse und ist deswegen begrüßenswert.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Das größte Thema für Microsoft wird der Datenschutz sein. Hier gibt es regelmäßig Neuerungen in allen möglichen Ländern, denen sich das Unternehmen beugen muss. Vor allem in Europa muss hier regelmäßig angepasst werden. Das schluckt natürlich Ressourcen. Hinzu kommt die rechtliche Unsicherheit, wenn doch mal Daten verloren gehen und Microsoft daraufhin verklagt wird. Und da habe ich jetzt nicht den Ottonormalverbraucher im Kopf, sondern andere Unternehmen. Diesen kann aufgrund von Datenklau enormer Schaden entstehen, für den Microsoft haftbar gemacht werden könnte. Zusätzlich können ebenfalls durch die EU vorangetrieben neue Besteuerungsmodelle alá Digitalsteuer aufkommen, sodass die Steuerlast künftig eine höhere sein könnte.

Auswertung

Neben den gesetzlichen Unsicherheiten finde ich alle anderen Punkte sehr positiv. Microsoft besitzt eine gute und gesicherte Marktstellung, sodass das Fortbestehen des Unternehmen in gewohnter Marktstellung relativ sicher erscheint. Deswegen gibt es für die Marktpositionierung für Microsoft 6 von 7 Punkten.

Newsletter

Mittlerweile haben sich ja schon einige Menschen für den Newsletter eingetragen und er erfreut sich wachsender Beliebtheit. Deswegen hier nochmal Werbung in eigener Sache. Ich denke in der Tat, dass er jedem einen Mehrwert gibt, ohne, dass ich euch zuspamme. Neben einer Übersicht der letzten Analysen erhaltet ihr zusätzlich noch meine Einschätzung zu den aktuell am günstig bewerteten Aktien, wonach ich selbst auch einkaufe. Als drittes Schmankerl erhaltet ihr über den Newsletter neben meinem Einkaufszettel auch noch eine exklusive Einsicht in mein Depot und wie hier die aktuellen Entwicklungen sind. Für den Newsletter könnt ihr euch einfach über die Sidebar eintragen. Jetzt aber wieder zurück zu Microsoft Aktienanalyse.

Unternehmensbewertung

Nachdem wir uns jetzt die grundlegenden Voraussetzungen von der Brache und Microsoft selbst angeschaut haben, kommen wir nun zu den Finanzen des Unternehmens. Haben wir die harten Finanzkennzahlen des Unternehmens und deren Entwicklung eingeschätzt, können wir mit diesen Werten dann auch einen fairen Wert je Aktie bestimmen.

Finanzkennzahlen 5-Jahres-Durchschnitt

  • Operative Nettobetriebsvermögen +21,4%
  • Umsatz +10,8%
  • Operativer Gewinn +18,4%
  • Operative Marge 30,7%
  • Free Cash Flow +24,0%
  • Operativer FCF +27,2%
  • Eigenkapitalquote 36,6%
  • Fremdkapitalkosten +25,0%
  • Dividendenwachstum +12,2% (je Aktie +14,5%)
  • Dividendenrendite 2,1% (aktuell 1,0%)
  • Ausschüttung des FCF 38,9%
  • Übergewinn +27,2%
Finanzen Microsoft Aktienanalyse

Erläuterung der Zahlen

Hier sieht man richtig, richtig schöne Wachstumswerte. Microsofts Zahlen gehen momentan absolut durch die Decke. Auch ohne Corona war man schon viel gewachsen. Durch die katalysierte Digitalisierung aber noch mehr. Die Zahlen lassen wirklich keine Wünsche offen und das enorme Umsatzwachstum von rund 11% und das Dividendenwachstum je Aktie von über 14% werden nur noch von den anderen Wachstumswerte jenseits der 20% übertroffen. Microsoft ist auf jeden Fall ein finanziell sehr gesundes Unternehmen und erhält deswegen auch mehr als verdient 2 von 2 möglichen Punkten für die Finanzkennzahlen.

Fair Value

Nachdem wir jetzt festgestellt haben, dass das Unternehmen gut positioniert ist und auch vortreffliche Finanzwerte vorweisen kann, bleibt nur noch übrig einen fairen Wert für das Unternehmen und somit auch für die einzelne Aktie zu ermitteln. Dafür ziehe ich die bisherigen Wachstumswerte heran und führe diese fort. Der Umsatz ist mit seinen 10,8% langfristig schon recht repräsentativ, wenn man sich die Vorhersagen für die Branchen mal anschaut. Diesen Prozentsatz habe ich dann auch als langfristiges Wachstum zugrunde gelegt. Zusätzlich möchte ich wie immer mein Eigenkapital mit 10% verzinst haben und konnte für das langfristige Fremdkapital einen Zinssatz von ca. 3,75% ausmachen. Mit diesen Werten habe ich über mein Discounted Cash Flow- und mein Übergewinn-Modell in Kombination mit dem durchschnittlichen Kursziel je Aktie einen fairen Wert von 178,40$ oder 146,29€ ermittelt. Jetzt schauen wir uns nochmal das Chancen- und Risikoprofil im Vergleich an und nehmen dann einen entsprechenden Sicherheitsabschlag, um auf ein Kauflimit für die Microsoft-Aktie zu kommen.

Chancen und Risiken

Risiken bestehen insbesondere aufgrund des Geschäftsfeldes. Durch Angela Merkel wissen wir, dass das Internet für uns alle noch Neuland ist und dadurch viele Gefahren birgt. Nein, auch ohne zwinkerndes Auge kann das Internet und alle Dienstleistungen, die damit zusammenhängen, wirklich Gefahren beherbergen. So kann zum Beispiel ein Hackerangriff enormen Schaden verursachen. In erster Linie besteht die Gefahr zwar für die Unternehmen, die beispielweise ihre Daten in der Cloud von Microsoft lagern, infolgedessen allerdings auch für Microsoft, da sie sich dann sicher vor Gericht für das Datenleck verantworten müssen.

Auf der anderen Seite ist es natürlich auch genau diese Branche, die die größten Chancen bietet. Jede einzelne Sparte von Microsoft ist in Branchen mit starkem Wachstum beheimatet. So kann allein schon durch Beibehaltung der aktuellen Marktanteile der Umsatz enorm gesteigert werden. Wenn man es hier schafft noch Marktanteile auszubauen und sich zu behaupten, dann steht dem Wachstum in aktueller Größenordnung auch in den kommenden Jahren nichts im Wege.

Investmententscheidung

In den einzelnen Kategorien habe ich bisher 3 Punkte abgezogen. Für jeden Punkt nehme ich einen Sicherheitsabschlag von 5%. Insgesamt kommen wir so auf eine Margin of Safety von 15%. Das ist denke ich auch ein fairer Ansatz beim Wachstumswert Microsoft. Der Fair Value abzüglich der 15% ergibt das Kauflimit. Dieses liegt somit bei 124€. Zieht man die 15% wiederum von einer standardmäßigen Verkaufsschwelle von 150% ab landet man bei 135%, was in diesem Fall eine Verkaufsschwelle von 197€ ergibt. Mit einem Kurs von aktuell ca. 178€ ist die Microsoft Aktie für mich aktuell also überbewertet und kein Kauf.

Microsoft Logo Aktie Analyse

Fazit

Also hier muss ich wirklich sagen, dass ich sehr enttäuscht bin. Bei der Analyse kam immer mehr der Wunsch auf, dass Microsoft noch nicht zu hoch bewertet ist. Leider ist sie es meiner Meinung nach doch. Das wundert mich aber auch gar nicht. Ein relativ altes und etabliertes Unternehmen mit den Wachstumswerten eines Start-Ups sucht wirklich seines Gleichen. Zudem hat das Unternehmen auch eine interessante Dividendenhistorie, die Hoffnung auf ein weiter starkes Dividendenwachstum weckt. Dass Microsoft auch in Zukunft noch sicher Gewinne fahren wird und das nicht zu knapp, ist aber leider nicht nur mir aufgefallen. Um das zu erkennen muss man außerdem auch kein Börsenprofi sein. Bei solchen Titeln ist es immer unwahrscheinlich, dass sie noch unterbewertet sind.

Naja, soweit meine Meinung zu Microsoft. Zusammengefasst ist ein super ertragsreiches Unternehmen, welches aktuell meiner Meinung nach aber etwas zu teuer ist. Wie sieht es denn bei euch aus? Habt ihr Microsoft im Depot? Ist ja eigentlich schon ein richtiger Sparplanklassiker. Hier kann ich mir nämlich gut vorstellen, dass die Aktie auch auf lange Sicht nicht unterbewertet sein wird. Schätzt ihr das Unternehmen vielleicht aber auch ganz anders ein? Lasst mir eure Meinung in den Kommentaren stehen und lasst doch am besten auch direkt ein Abo plus Glocke da, dann verpasst ihr künftig auch keine Analysen mehr. Ansonsten bedanke ich mich wie immer recht herzlich fürs Reinschauen und sage bis bald!

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13 Antworten auf „Microsoft Aktienanalyse – Riesiges Wachstum in allen Bereichen, auch im Preis?“

  1. Habe die Microsoftaktie 100 Stck zu 98,24 € gekauft und 87,64% Gewinn ohne Dividenden gemacht. Es ist eine Aktie die für mein Portfolio als Grundstein dient und nichtverkauft wird.

  2. Für mich ist Microsoft auch eine typische Sparplan-Aktie. Mein kleiner Sparplan läuft bereits seit 2018, damals begann es bei 73,-€….wäre wohl ein guter Zeitpunkt für einen Einmalkauf gewesen 😉

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