PepsiCo Aktienanalyse – Schlägt der faire Wert den von Coca-Cola? Teil 2 des Duells

Willkommen zur zweiten Aktienanalyse der zweiteiligen Reihe des Duells der beiden Getränkegiganten Coca-Cola und Pepsi. In diesem Teil werde ich näher auf Pepi eingehen und dabei die Unterschiede zu Coca-Cola rausarbeiten, die ich am Donnerstag bereits analysiert hatte. Wenn ihr also in die Getränkebranche und langjährig stabile Aktien investieren wollt, euch aber nicht sicher seid, welche der beiden Unternehmen besser geeignet ist, dann kann euch diese Pepsi Aktienanalyse vielleicht weiterhelfen. Viel Spaß bei der PepsiCo Aktienanalyse!!

Grundlagen

Genau wie bei Coca-Cola schauen wir uns erst einmal genauer das Geschäftsmodell von Pepsi an und wo das Unternehmen herkommt. Ich gehe in der ganzen Pepsi Aktienanalyse hauptsächlich auf die Unterschiede ein und verweise ansonsten auf meine Coca-Cola Aktienanalyse vom Donnerstag.

Geschäftsmodell

Das Geschäftsmodell ähnelt sehr dem vom Coca-Cola mit einem großen Unterschied. Pepsi setzt zusätzlich noch auf Snacks, während Coca-Cola ausschließlich Getränke verkauft. Mit Produkten des Unternehmens PepsiCo ist der Spieleabend oder der Filmeabend also perfekt.

Historische Eckdaten

Auch die Firmenhistorie ähnelt Coca-Cola. So wurde auch Pepsi in einer Apotheke geschaffen. 1893 wurde die Rezeptur vom Apotheker Caleb Bradham entwickelt und letztlich 1898 in Pepsi-Cola umbenannt. Natürlich stand die Marke direkt in Konkurrenz zu Coca-Cola und hatte anfangs sehr damit zu kämpfen. Bekannt wurde Pepsi dann in den 30ern als es im Vergleich zu Coca-Cola sehr günstig angeboten und beworben wurde. Wie auch Coca-Cola schwappte Pepsi mit den Besatzungsmächten nach Deutschland und in die ganze Welt und es wurden immer mehr Marken dazugekauft. Heute ist Pepsi nach Umsatz der größte Getränkehersteller der Welt, wenn man auch fairer Weise sagen muss, dass der Umsatz nicht nur mit Getränke gemacht wird.

Produktanalyse

Wie genau ist denn die Aufschlüsselung der Umsätze von Pepsi? Das schauen wir uns jetzt in der Produktanalyse genauer an.

Geschäftsgebiete

Grundsätzlich nimmt Pepsi gut die Hälfte seiner Umsätze ca. 54% mit Snacks ein. Die andere knappe Hälfte, also die übrigen 46% werden mit Getränken generiert. Das verwundert jetzt erstmal, da man die PepsiCo doch eigentlich hauptsächlich hinter Getränken vermutet. An dieser Stelle würde ich eigentlich wie üblich gern den Umsatz nach Produkten bzw. Produktgruppen aufschlüsseln. Leider gliedert PepsiCo den Absatz nach Abteilungen auf. So kommt in 2019 25% des Umsatzes von Frito-Lay North America, was Snacks in Nordamerika entspricht. 4% kommen von Quaker Foods North America. Quaker Foods führt Marken wie Cap’n Crunch und Gatorade, also Cerealien, Snacks und Getränke. Die PepsiCo Beverages North America stellt Getränkeverkauf in Nordamerika dar und macht 32% aus. Darüber hinaus sind die Divisionen außerhalb von Nordamerika nur nach Gebieten aufgeteilt. Lateinamerika macht 11% aus, Europa 18%, Afrika, der Mittlere Osten und Südasien zusammen 6% und der Asien Pazifik-Raum, Australien, Neuseeland und China zusammen 4%.

Dividendenstrategie PepsiCo

Absatzmärkte

Zusammenfassend kann man nochmal sagen, dass 58% der Umsätze in den USA getätigt werden und 42% auf dem Rest der Welt.

Dividendenaristokrat PepsiCo

Auswertung

Wo ich Coca-Cola 1,5 Punkte gegeben habe, muss ich der PepsiCo hier volle 2 Punkte geben. Neben der ebenfalls sehr guten räumlichen Diversifikation hat Pepsi zusätzlich noch über verschiedene Produktgruppen hinweg investiert und ist somit weniger anfällig für Umsatzeinbrüche einzelner Bereiche.

Branchenanalyse

Die PepsiCo ist also nicht nur in der Getränkebranche heimisch. Wer sich für die Getränkebranche im Detail interessiert sollte nochmal in der Coca-Cola Analyse nachsehen. Zusammenfassend habe ich dort 3 von 6 Punkten vergeben. Hier und heute möchte ich dann zusätzlich noch die Snackbranche unter die Lupe nehmen.

Attraktivität der Branche

Bezüglich des Gesundheitstrends, den ich ja in der letzten Analyse zu Coca-Cola ausgemacht habe, sollte man ja meinen, dass sich auch ungesunde Snacks wie Kartoffelchips und ähnlichen eher sinkenden Absatz gegenüberstehen sehen. Dem ist allerdings absolut nicht so. Das nominale Umsatzwachstum der Branche soll nach Prognosen knapp 5% betragen. Hier ist kann man sich ein Stück vom Kuchen mitnehmen. Vor allem wächst der Markt denke ich aufgrund von vermeidlich gesunden Snacks wie Müsli- und Proteinriegeln und weil die Menschen immer mehr auf dem Sprung etwas Kleines essen wollen.

Wettbewerber

Bei den Wettbewerbern gilt das gleiche wie bei den Getränken. Jeder Platz im Supermarktregal muss erstmal einem anderen Produkt abgeluchst werden. Deswegen ist diese Branche hart umkämpft. Besonders als Neuling mit neuen Produkten und begrenzten Marketingmöglichkeiten ist es sehr schwer Fuß zu fassen. Ein paar der größten Branchenriesen sind Nestlé, Modelez, das ist der Milka-Konzern, Unilever und Kellogg’s.

Kunden

Die Kunden der Hersteller sind gewerblich. Wie auch bei Coca-Cola ist das Produkt zwar für den Endverbraucher gedacht, da die Hersteller allerdings keine eigenen Supermarktketten besitzen, vertreiben sie ihre Produkte über den Großhandel oder ihren Außendienst. Auch PepsiCo setzt bei den Getränken zum einen auf fertige Getränke oder Konzentrate.

Zulieferer

Die Zulieferer sind je nach Produkt verschieden und nicht einzelne große Zulieferer.

Ersatzprodukte

Getränke sind ein Grundstein der Ernährung, auch, wenn man natürlich komplett auf Krahnwasser umsteigen könnte. Allerdings muss in jedem Fall getrunken werden und es kann nicht grundsätzlich verzichtet werden. Bei Snacks ist es ähnlich. Man kann zwar gesundes Obst statt gezuckerte Cornflakes, Müsliriegel oder Kartoffelchips zu sich nehmen, gänzlich auf Nahrung verzichten wird man aber nicht. Das größte Problem ist hier wohl eher wieder die grundsätzlich riesige Konkurrenz und die unzähligen Artikel in der gleichen Nische.

Markteintrittsbarrieren

Markteintrittsbarrieren sind sowohl bei Getränken als auch bei Snacks der anfängliche Aufbau von Produktionsanlagen oder, wenn diese outgesourct werden, die Produktentwicklung. Zudem haben die etablierten Unternehmen auch noch einen großen Burggraben aufgrund der vertrauten Marken, die im Supermarktregal seit jeher dominieren.

Auswertung

Auch, wenn das Wachstum der Snacks etwas besser aussieht als das von Softdrinks, so kann ich der Branche aufgrund der restlichen Punkten ebenfalls nur 3 von 6 Punkten geben. Snacks und Getränke schneiden also beide eher mittelmäßig ab.

Marktstellung

Auch bei der PepsiCo wollen wir jetzt mal schauen, wie sich das Unternehmen innerhalb der Branche entwickelt, nachdem Coca-Cola ja eine ganz ordentliche Stellung hatte.

Produktentwicklung

Im Annual Report sagt PepsiCo, dass sie die Entwicklung des weltweiten Konsumverhaltens sehen und darauf aufbauend Forschung und Entwicklung ausrichten. Das ist sehr wichtig, da sich in der Tat aktuell das Konsumverhalten ändert. Bereits in der Coca-Cola Analyse bin ich ja auf den Gesundheitstrend eingegangen. So sieht man auch regelmäßig neue Produkte und Produktvarianten mit weniger Zucker. Auch Unternehmenskäufe passen in dieses Segment. Hier wurden zuletzt Sodastream und Rockstar Energy erworben. Beides Titel, die zum Zeitgeist passen.

Möglichkeit einzukaufen

Als großes Unternehmen mit vielen Zulieferern sind die Einkaufsmöglichkeiten sehr gut.

Einflüsse auf das Geschäft

Ähnlich wie bei Coca-Cola ist hier insbesondere der Wandel im Konsumverhalten von gesüßten Softdrinks zu verzeichnen. Es geht weg vom Zuckerwasser hin zu Light-Getränken und Energy Drinks.

Marketing

Subjektiv muss ich für mich sagen, dass ich weniger Marketingmaßnahmen der PepsiCo als von Coca-Cola kenne. Objektiv muss man aber auch festhalten, dass das Unternehmen seinen Umsatz schwerpunktmäßig in Nordamerika macht. Zudem wird in Deutschland traditionell mehr Coca-Cola getrunken. Tatsache ist, dass PepsiCo mit Weltmarktführer ist und bereits einen enormen Bekanntheitsgrad erlangt hat. Nichtsdestotrotz möchte das Unternehmen künftig auch in Marketing viel investieren, um die Stellung halten zu können.

Wachstumsmöglichkeiten

Auch, wenn das Unternehmen bereits sehr groß ist, sehe ich hier ebenso große Wachstumschancen. Gerade die schwache Vertretung in China, welches allerdings gerade bei Snacks einen riesigen Umsatz macht, stellt Potenzial dar. Ich sehe als Problem an, dass sich das Unternehmen aktuell zu sehr auf den Heimatmarkt fokussiert und diese Strategie auch beibehalten möchte. Die Möglichkeiten im Ausland wären allerdings groß.

Unternehmensführung

Wichtig beim Management und vor allem beim CEO ist mir immer, dass diese bereits viele Erfahrungen sammeln konnten und das am besten noch in verschiedenen Unternehmen. Ramon Laguarta passt in dieses Schema. Er ist seit 2018 der CEO der PepsiCo. In Europa geboren, hat er in Barcelona studiert und seinen Master anschließend in den USA gemacht, wo er dann anfing für Chupa Chups zu arbeiten. Danach ging er zurück nach Europa als Chef dieses Kontinents für die PepsiCo. Als er dann letztendlich CEO wurde zog er wieder in die USA. Er war genau wie der CEO von Coca-Cola bereits an verschiedenen M&A-Projekten beteiligt und auch bei ihm sieht man, dass mit ihm als CEO weitere Akquisitionen durchgeführt werden.

PepsiCo Aktien Analyse
CEO Ramon Laguarta

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Genau wie bei Coca-Cola gibt es außer den Nahrungsmittel- und Hygienebestimmungen der einzelnen Länder keine besonders schwerwiegenden gesetzlichen Herausforderungen.

Auswertung

Zusammenfassend kann man sagen, dass ich bei PepsiCo eine vergleichbar gute Markstellung sehe wie bei Coca-Cola. Wie auch immer sich die Unternehmen gleich in den harten Finanzkennzahlen unterscheiden, an den grundlegenden Voraussetzungen sollte es nicht in erster Linie liegen. Die PepsiCo erhält hier ebenfalls 5 von 7 Punkten.

Unternehmensbewertung

Dann wollen wir uns jetzt mal die durchschnittlichen Werte der PepsiCo ansehen, damit wir diese jeweils direkt mit denen von Coca-Cola vergleichen können.

Finanzkennzahlen 5-Jahres-Durchschnitt

  • Umsatz +0,2% (Coca-Cola: negativ)
  • EBIT +1,9% (Coca-Cola: negativ)
  • Operative Marge 15,1% (Coca-Cola: 25,8%)
  • Free Cash Flow negativ (Coca-Cola: +2,9%)
  • Operativer FCF 0,0% (Coca-Cola: +0,5%)
  • Eigenkapitalquote 17,7% (Coca-Cola: 23,3%)
  • Fremdkapitalkosten +34,5% (Coca-Cola: negativ)
  • Dividendenrendite 2,9% (Coca-Cola: 3,2%)
  • Dividendenwachstum +8,5% (Coca-Cola: +5,6%)
  • Proz. Ausschüttung des FCF 64,9%, aktuell 96,6% (Coca-Cola: 83,2%)
  • Übergewinn negativ (Coca-Cola: negativ)
Pepsi Aktienanalyse
Das nennt man Stagnation

Erläuterung der Zahlen

In erster Linie sieht man hier ein ähnlich durchwachsenes Bild wie bei Coca-Cola. Es gibt allerdings zwei spezielle Unterschiede in den Zahlen. Lasst uns als erstes Mal in Erinnerung rufen, dass Coca-Cola ja gerade aufgrund des schwächelnden Geschäfts eine Umstrukturierung vollzogen hat und sich Besserung sichtbar macht. Das erklärt bei Coca-Cola die teilweise rückläufigen Zahlen. Bei Pepsi haben wir so etwas nicht. Zwar wurden Unternehmenskäufe getätigt, diese müssten den Umsatz aber ja wenn überhaupt positiv beeinflussen. Trotzdem gibt es beim Umsatz und dem operativen Ergebnis nur minimalen jährliche Steigerung. Zum anderen sehen wir bei Pepsi eine deutliche schwächere operative Marge. Das operative Geschäft scheint also nicht so rentabel zu sein wie bei Coca-Cola. Vielleicht sollte Pepsi hier auch einmal Geld in die Hand nehmen, um die Effizienz im Unternehmen zu steigern. Die Dividende ist aber natürlich auch bei diesem Dividendenaristokraten ein Schmankerl. Sowohl Wachstum als auch Rendite sind hier top. Genau wie bei Coca-Cola ist die Ausschüttung in den letzten beiden Jahren aber nahe der 100%, weswegen man das im Hinterkopf halten sollte, wenn man sich von der Dividende beeinflussen lässt.

Fair Value

Neben meinen 10% Eigenkapitalkosten, habe ich 4% Fremdkapitalkosten für Pepsi ermitteln können. Ich denke aufgrund der bereits höheren Fremdkapitalquote muss hier einfach mehr auf den Tisch gelegt werden. Auch bei Pepsi habe ich wie bei Coca-Cola ein Wachstum von 5% angenommen, da die Branche doch ziemlich deckungsgleich ist. Meine ermittelten Fair Values im Mittelwert mit dem durchschnittlichen Kursziel der Analysten liegt damit bei ca. 174$ oder 148€.

Chancen und Risiken

Das Chancen- und Risikoprofil ist ganz ähnlich dem von Coca-Cola, weswegen ich an dieser Stelle auf die Coca-Cola Analyse verweise. Lediglich die Finanzkennzahlen geben mir bei PepsiCo noch etwas mehr zu denken. Es sieht so aus, als ob PepsiCo den Schritt der Umstrukturierung und Entschlackung noch vor sich hat und das kostet. Auf der anderen Seite ist Pepsi etwas mehr diversifiziert.

Investmententscheidung

Aufgrund der meiner Meinung nach in Summe etwas größeren Risiken bei der PepsiCo, möchte ich hier etwas mehr Abschläge nehmen. So würde ich mit 30% Abschlag zum Kauflimit von 102€ kommen. Das Verkaufslimit setze ich dann aber mit ebenfalls 25% wie bei Coca-Cola auf 182€ fest. Aktuell ist für mich also sowohl Pepsi als auch Coca-Cola überbewertet. Unternehmerisch sehe ich allerdings Coca-Cola etwas weiter vorn.

Falls ihr aber zwingend in einen von beiden investieren wollt, möchte ich jetzt nochmal kurz vergleichen, welche Aktie rein von der Entfernung zum Kauflimit den attraktiver ist. Welche Aktie liegt also prozentual näher am Kauflimit? Pepsi liegt mit den ermittelten Werten aktuell bei einem Kurs von 115,96€ 13,96% über meinem Kauflimit. Coca-Cola liegt mit einem Kurs 41,58€ aktuell 3,95% über meinem Kauflimit von 40€. Wenn ich eine der beiden Aktien kaufen müsste, dann würde ich also deutlich Coca-Cola bevorzugen.

PepsiCo Aktienanalyse

Fazit

So haben wir also auch schon das nächste Duell durch. Dieses Mal ist der Ausgang aber ganz anders als bei den Kreditkarten Unternehmen. Letzte Mal ging es darum, dass ich beide Unternehmen kaufenswert fand und welches denn nun das größere Schnäppchen ist. Dieses Mal fand ich beide Unternehmen überbewertet und deswegen wird auch keines dieser Unternehmen in mein Depot wandern. Coca-Cola ist jedoch das Unternehmen der beiden, welche deutlich knapper über meinem gesetzten Kauflimit war und deswegen bin ich hier mal gespannt, ob sich in nächster Zeit vielleicht noch ein kleiner Rücksetzer zeigt. Von Coca-Cola bin ich insgesamt als Marke auch überzeugt und kann mir zumindest als Deutscher und Europäer nicht vorstellen, dass die Marke aus dem Ladenregal verschwindet.

Soweit meine Meinung zu den beiden Unternehmen. Jetzt würde mich noch interessieren wie ihr die beiden Unternehmen seht. Lasst mir hierzu doch gern ganz einfach unten ein Kommentar da. Wenn ihr künftig solche und andere Beiträge zum Thema Börse und Investieren nicht verpassen wollt, dann schaut doch gern regelmäßig auf diesem Blog vorbei.

Ansonsten hoffe ich ihr hattet wieder Spaß bei der PepsiCo Aktienanalyse, konntet was lernen und schaltet beim nächsten Mal wieder ein. Bis dann!

2 Antworten auf „PepsiCo Aktienanalyse – Schlägt der faire Wert den von Coca-Cola? Teil 2 des Duells“

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