Texas Instruments Aktienanalyse – Halbleiter aber keine halben Sachen

Heute möchte ich mir mit euch zusammen das Unternehmen Texas Instruments etwas genauer anschauen. Im Gegensatz zu meinen bisherigen Unternehmen ist Texas Instruments zwar kein Dividendenaristokrat, allerdings mit 16 Dividenden in Folge auf dem besten Weg dorthin. Schauen wir uns mal an, ob diese Steigerung auf soliden Zahlen beruhen und wie viel die Aktie wirklich wert ist. Viel Spaß mit der Texas Instruments Analyse!

Grundlagen

Schauen wir uns auch diesmal wieder zuerst die Grundlagen des Unternehmens an, um es besser am Markt einordnen zu können. Erstmal geht es also darum was das Unternehmen macht grundlegend macht und wo es herkommt.

Geschäftsmodell

Texas Instruments ist auf die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Halbleitern spezialisiert. Es ist eines der größten amerikanischen Tech-Unternehmen und weltweit einer der führenden Halbleiterhersteller. Auf der Forbes Global 2000 Liste, auf der die größten Unternehmen der Welt gelistet sind, belegt das Unternehmen Platz 416.

Historische Eckdaten

Die Gründung von Texas Instruments geht ins Jahr 1951 zurück. Die Biografie des Unternehmens liest sich wie eine Hitparade neuer Erfindung. Wurde das Unternehmen noch für die Veröffentlichung des ersten Transistorradios gegründet, so wurden nach und nach immer mehr Neuerungen angegangen. Bereits wenige Jahre nach dem Radio wurde der erste integrierte Schaltkreis entwickelt und 1967 gelang der Prototyp einer Rechenmaschine. Über Zusammenarbeit mit Canon wurde die Technik dann im ersten Taschenrechner mit integrierter Schaltung verbaut. Noch heute kommen viele der Schultaschenrechner von Texas Instruments, auch, wenn Taschenrechner einen verhältnismäßig sehr kleinen Beitrag zum Umsatz leisten.

1979 und 1981 brachte das Unternehmen zusätzlich noch Heimcomputer auf den Markt. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass man in diesem Zusammenhang als Laie eigentlich nur IBM, Microsoft und Apple kennt. Auch Rüstung spielt eine Rolle bei Texas Instruments. Diese erfolgreiche Sparte wurde allerdings Ende der 90er verkauft und seit 2000 gab es dafür ein paar andere Zukäufe an Unternehmen, die strategisch ins Bild passen.

Produktanalyse

Da wir also nun wissen wie Texas Instruments entstanden und groß geworden ist, möchten wir uns mal anschauen, woher genau der aktuelle Umsatz kommt.

Produkte / Dienstleistungen

Den Umsatz kann man grundsätzlich erstmal zwischen den Geschäftsbereichen unterscheiden, wobei es zwei nennenswerte Bereiche gibt. Hier entfallen 71,1% auf Analogschaltungen und 20,5% auf Prozessoren. Die gesamte Produktpalette bezieht sich also im groben auf Elektrotechnik, wobei man anmerken muss, dass innerhalb dieses Bereiches über enorm viele Produkte diversifiziert wird. So ergibt sich ein Umsatz nach Einsatzbereich zu 36% im Bereich Industrie, sprich große Industrieanlagen, zu 21% im Bereich Automotive, zu 23% private Technik, wie Smartphones und Laptops, zu 11% in Kommunikation, wobei hier keine Handys sondern eher Router und ähnliches gemeint sind, zu 6% Enterprise Systems, also quasi das Gegenstück zu privater Technik und 3% andere Bereiche.

Absatzmärkte

Auf der andere Seite kann man den Umsatz auch nach Region aufteilen. Hier wird der Löwenanteil des Umsatzes mit 50,1% in China gemacht. Die Diversifikation der Absatzgebiete ist allerdings nichtsdestotrotz gegeben, da sich die anderen 50% sehr gut auf der Welt aufteilen. So geschieht 18,8% des Umsatzes in Europa, dem mittleren Osten und Afrika, 12,7% in den USA, 10,1% in Asien ohne China und Japan, 5,5% in Japan und 2,8% im Rest der Welt. Natürlich sieht man insgesamt den Hang zum asiatischen Markt, was jedoch nicht verwundert, da hier so enorm viele Elektronikprodukte produziert werden. Gerade die chinesische Wirtschaft wächst und baut neue und modernere Fabriken. So kann auch die Sparte Industrie von Texas Instruments deutlichen gewinnen.

Auswertung

In der Produktanalyse der Texas Instruments Aktienanalyse erhält das Unternehmen von mir volle 2 von 2 Punkten. Sowohl die Produktpalette als auch die Absatzmärkte sind stark diversifiziert und bieten deswegen ein beruhigendes Risikoprofil.

Branchenanalyse

Kommen wir nun erstmal allgemeiner dazu, wie es in der Branche der Halbleiter insgesamt ausschaut, bevor wir uns um die genaue Marktstellung von Texas Instruments kümmern.

Attraktivität der Branche

Die Branche ist sehr attraktiv, da sie stark wächst. Auch, wenn die Umsätze in der Halbleiterbranche insgesamt steigen, wird der Automotive-Sektor mit 11,3% bis 2022 am stärksten wachsen. Der andere Fokusbereich „Industrial“ von Texas Instruments wird voraussichtlich mit 42% prozentual zwar noch stärker steigen, durch seine absolute Größe steigt er allerdings in absoluten Zahlen geringer. Grundsätzlich kann man allerdings sagen, dass Texas Instruments hier gute sparten innerhalb der sowieso schon wachsenden Halbleiterbranche gewählt hat.

Wettbewerber

Texas Instruments belegt in der Branche Platz 8, was natürlich bedeutet, dass es einiges an Konkurrenz gibt. Natürlich sind Konkurrenten teilweise auf andere Sparten in der Branche spezialisiert, nichtsdestotrotz ist die Konkurrenz groß und übt auch großen Druck aus.

Texas Instruments Aktienanalyse
Solider Halbleiterhersteller mit interessanter Kapitalallokation

Kunden

Logischer Weise sind die Kunden von Texas Instruments hauptsächlich gewerblich. Die Privatkundentragen über die Abteilungen private Technik und Kommunikation einen relativ geringen Anteil zum Umsatz bei. Das bedeutet insbesondere in Verbindung mit der starken Konkurrenz wenig Preiselastizität.

Zulieferer

Dadurch, dass die Zuliefererbranche für Halbleiterhersteller ebenso umkämpft ist, wie die Halbleiterbranche selbst, kann man hier günstigere Preise aushandeln. Es herrscht ein reger Wettbewerb unter den Zulieferern, zumal es für verschiedene Bedürfnisse auch unterschiedliche Hersteller gibt. So sind Zulieferer für Rohstoffe andere als die, die beispielsweise Reinräume bauen.

Ersatzprodukte

Ich bin zwar kein Branchenspezialist und auch kein Chemiker, nach meinen Recherchen haben Halbleiter an sich aber aktuell keine Alternativen. Die einzige Alternative, die es gibt, sind Halbleiter aus anderen Rohstoffen. Eigentlich werden sie aus Silizium hergestellt, häufig findet man aber auch Artikel über alternative Rohstoffe. Die Artikel, die ich hier gefunden haben, waren allerdings alle ein paar Jahre alt. Deswegen weiß ich leider nicht wie hier der Stand ist, allerdings scheint Silizium immer noch die Best Practice zu sein.

Markteintrittsbarrieren

Neben dem nötigen Knowhow ist der Start in der Halbleiterbranche auch sehr kapitalintensiv. Zur Produktion werden zum einen große Maschinen und zum anderen Reinräume benötigt. Gerade als Zulieferer für die Automobilbranche und in der Industrie, muss man natürlich zudem eine hohe Stückzahl fertigen können.

Auswertung

In der Branchenanalyse der Texas Instruments Aktienanalyse gibt es 4 von 6 Punkten. Zudem muss man sagen, dass die beiden negativen Punkte der Wettbewerber und Kunden weniger schwer ins Gewicht fällt, da die Branche so starkes Wachstum aufweist.

Marktstellung

Die Branche ist analysiert und zeigt ein positives Bild. Gehen wir nun also genauer auf Texas Instruments als Unternehmen ein und wie seine Stellung innerhalb der Halbleiterbranche ist.

Produktentwicklung

Wie oben erwähnt sind die größten Sparten bei Texas Instruments Industrial und Automotive. Und das ist kein Zufall. In den Investor Relations des Unternehmens findet man die Angabe, dass gerade in diesen beiden Bereichen der Forschungs- & Entwicklungsaufwand deutlich gesteigert wird. Diese beiden Bereiche werden absichtlich verstärkt, da Texas Instruments hier besonders hohes Potenzial und Synergien mit der bereits bestehenden Unternehmensstruktur sieht.

Möglichkeit einzukaufen

Wie bei den Lieferanten bereits erwähnt, gibt es hier diverse Zulieferer bei denen diverse Produkt zugekauft werden können. Besondere Einschränkungen gibt es nicht und der Rohstoff Silizium ist mit 15% der Erdmasse das dritthäufigste Element auf der Erde, sodass hier Engpässe ausgeschlossen sind.

Einflüsse auf die Produktion

Es gibt allgemeine Risiken auf die Produktion von Unternehmen, die global agieren. So ist es nie sicher, dass sich die einzelnen Länder politisch positiv entwickeln. Zudem könnten Zulieferer ausfallen. Spezielle Risiken, die ausschließlich Texas Instruments betreffen, gibt es an sich nicht.

Marketing

Breite Massenwerbung muss nicht durchgeführt werden, dass Texas Instruments meist anderen Produzenten von Endprodukten zuliefert. Allerdings muss dafür ein Außendienst unterhalten werden, der die Kundenunternehmen bei Stange hält. Dieser darf außerdem nicht zu klein ausfallen, da die Konkurrenz und somit der Preiskampf sehr stark ist. Gute Kundenbeziehungen helfen hier enorm.

Wachstumsmöglichkeiten

Hier kann man erneut aufführen, dass sowohl die Branche als auch Texas Instruments innerhalb dieser Branche, stetig wächst. Ein offen kommuniziertes Ziel des Managements ist die Langfristigkeit der Geschäfte zu gewährleisten. Dies wird wie bereits beschrieben über die Industrie- und Automobilsparte versucht.

Unternehmensführung

Seit 2018 ist Richard Templeton CEO. Allerdings ist er an sich schon sehr viel langjähriger der Leiter des Unternehmens. Im Jahr 2018 trat nämlich eigentlich sein Nachfolger Brian Crutcher seinen Posten an, welcher jede nach einigen Woche zurücktreten musste, da nach seinem Antritt moralisch fragwürdige, persönliche Dinge bekannt wurden, die nicht zum Unternehmen passen sollten.

Templeton übernahm wieder das Ruder und so ist es meiner Meinung nach auch in Ordnung. Er führte bereits beinahe 2 Jahrzehnte die Geschäfte von Texas Instruments und innerhalb dieser zwei Jahrzehnte entwickelte sich das Unternehmen prächtig. Zudem wurde ebenfalls unter ihm die Dividendenpolitik zu der, die sie heute ist. Dazu aber später mehr. Generell kann man aber schonmal sagen, dass Texas Instruments sehr um die Aktionäre besorgt ist und probiert in deren Interesse zu handeln. Um noch eine unabhängige Meinung zu ihm zu nennen, kann man noch die Rangliste der besten CEOs weltweit der privaten Wirtschaftshochschule Insead nennen. Hier kommt Richard Templeton mit dem 4. Platz weltweit sehr gut weg.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Besondere Gesetze zur Reglementierung von Halbleitern gibt es nicht. Höchstens Zölle beeinflussen Texas Instruments im Vergleich zu national agierenden Unternehmen. Im Vergleich zu den Konkurrenten allerdings bestehen keine Nachteile.

Auswertung

Texas Instruments hat eine gute Positionierung. Auch, wenn das Unternehmen bei weitem nicht das größte Unternehmen in der Branche ist, so ist es doch groß genug, dass durch die Größe keine Nachteile entstehen. Einzig die starke Konkurrenz in dieser wachsenden Branche ist eine Herausforderung, die es laufend zu bestehen gilt. Deswegen gibt es hier 6 von 7 möglichen Punkten.

Unternehmensbewertung

Um einen fairen Wert je Aktie festzulegen, müssen wir uns zuerst die fundamentalen Finanzkennzahlen anschauen. Daraus leiten wir anschließend eine Unternehmensbewertung her. Die Zahlen schauen wir uns wie üblich im letzten 5-Jahres-Durchschnitt an.

Finanzkennzahlen 5-Jahres-Durchschnitt

  • Umsatz +2,05%
  • Operativer Gewinn +9,00%
  • Rendite des oper. Nettovermögens 55,3%
  • Operative Marge 37,1%
  • Kapitalumschlagshäufigkeit 1,42
  • Free Cash Flow +11,9%
  • Operativer FCF +11,1%
  • Eigenkapitalquote 57,1%
  • Dividende +18%
  • Dividendenrendite 2,6%
  • Proz. Ausschüttung des FCF 43,6%
  • Übergewinn +2,18%
Texas Instruments Aktienanalyse
Steigender Umsatz und steigende Rentabilität

Erläuterung der Zahlen

Wie man sieht sind die Zahlen von Texas Instruments absolut solide und lassen eigentlich keine Wünsche offen. Der Umsatz konnte über die letzten Jahre stetig gesteigert werden und das Unternehmen schaffte es dabei auch noch rentabler zu werden und die Marge stetig zu erhöhen. Im Zuge der Umsatzsteigerung konnte man auch den Free Cash Flow deutlich erhöhen und wie der operative Free Cash Flow zeigt, kommt diese Steigerung auch tatsächlich aus dem laufenden Geschäftsbetrieb. Das Unternehmen hat zudem eine sehr gesunde Eigenkapitalquote.

Die Kapitalallokation von Texas Instruments lässt das Herz jeden Dividendeninvestors höherschlagen. Und zwar möchte das Unternehmen den Free Cash Flow komplett an die Aktionäre ausschütten. Daraus geht neben der anschaulichen Dividendenrendite von 2,6% auch das enorme Dividendenwachstum von jährlich 18% im Schnitt hervor. Die prozentuale Ausschüttung macht aber nur die Hälfte der Ausschüttungen aus. Den restlichen Free Cash Flow nutzt das Unternehmen für Aktienrückkäufe. Hiervon partizipiert der Aktionär über steigende Kurse und höhere Dividendenzahlung je Aktie.

Fair Value

Für das langfristige Umsatzwachstum habe ich das gleiche Wachstum wie der das der Halbleiterbranche angenommen. Die Daten haben ich nun wieder in mein Discounted Cash Flow- und Übergewinn-Verfahren eingepflegt und den Mittelwert zwischen meinen Ergebnissen und den Bewertungen des Aktienfinders gezogen. Heraus kam ein fairer Preis je Aktie von 101,54€. Wichtiger als der faire Preis ist allerdings noch der Sicherheitsabschlag. Um diesen zu bestimmen müssen wir uns einmal die Chancen und Risiken des Unternehmens anschauen.

Chancen und Risiken

Das einzige speziell für Texas Instruments geltende Risiko ist, dass das Unternehmen im Vergleich zur Konkurrenz zwar nicht winzig, jedoch kleiner als die Top-Unternehmen der Branche ist. Hier wird es schwierig bleiben seine Forschung und Entwicklung zu finanzieren und im Preis konkurrenzfähig zu bleiben. Dafür konzentriert sich das Unternehmen nun auch immer mehr auf wachsende Teile der Halbleiterbranche, in denen sie besondere Wachstumsbranchen sehen und die von der bisherigen Infrastruktur stark partizipieren. Insgesamt ist es schon gut, dass Texas Instruments so eine gestandene Größe der wachsenden Halbleiterbranche ist. Dass das Unternehmen sich aber auch noch auf seine Kernkompetenzen in Abstimmung mit Marktvorhersagen sehe ich als cleveren Schritt des Managements. Das Management ist an sich auch ein Vorteil dieses Unternehmens, da es Texas Instruments bereits jahrelang auf Erfolgskurs hält und international gelobt wird. Letztlich beeindrucken die guten Finanzkennzahlen mich aber am meisten. Von den bisherigen fundamentalen Aktienanalysen, die ich gemacht habe, hat findet man in der Texas Instruments Aktienanalyse mit Abstand die besten Zahlen, auch während der Coronakrise.

Investmententscheidung

Durch das durchweg positive Bild, das sich mir von Texas Instruments bietet, kann ich den standardmäßigen Sicherheitsabschlag von 25% auf 15% reduzieren. Ziehe ich diesem vom Fair Value ab, so ergibt sich ein Kaufpreis von 86,31€ bis zu dem ich kaufen würde. Bis 142,15€, also 140% des Fair Values, würde ich die Aktien halten, wenn ich sie bereits im Depot hätte, und darüber dann verkaufen. Ein aktueller Börsenkurs von rund 119€ bedeutet für mich also, dass ich die Aktie nicht kaufen werde. Bleibt mir nur dieses Unternehmen auf die Watchlist zu packen und auf einen unbegründeten Kursrutscher zu hoffen, da das Unternehmen an sich ein super Investment wäre.

Fazit

Die Texas Instruments Aktienanalyse zeigte das bisher positivste Bild aller Aktienanalysen, die ich angefertigt habe. Mit dem hohen Preis ist es allerdings eher ein Kandidat für die Watchlist. Qualität hat halt ihren Preis und Texas Instruments ist ein absolutes Qualitätsunternehmen. Diese Aktienanalyse ist dennoch keine Anlageempfehlung und jeder ist selbst für seine Investments verantwortlich. Diese Analyse dient nur als Information, Inspiration und Beiwerk zu euren eigenen Recherchen, die in eure Investmententscheidung einfließen. Die Daten habe ich nach besten Wissen und Gewissen recherchiert, übernehme dafür allerdings natürlich keine Haftung. Es handelt sich hier explizit um keine Handlungsempfehlung, sondern nur um meine geteilten Gedanken.

Wenn du gerne selbst Aktien analysieren möchtest, dann findest du hier den Start der entsprechenden Blogreihe von mir. Ansonsten hoffe ich du hattest Spaß bei dem Video und konntest was lernen! Vielen Dank fürs Lesen!

LG Kai

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