Warum selbst die Finanzen regeln?

Für den durchschnittlichen Bürger ist es von enormer Wichtigkeit seine Finanzen in die eigene Hand zu nehmen. Es gibt wohl nichts, was in solchem Maße dazu führen kann beinahe jeden in gewisser Weise vermögend werden zu lassen. Warum das so ist und welche Vorteile sich für dich bieten, wenn du selbst dein Vermögen verwaltest, erkläre ich dir in diesem Artikel.

Do-it-yourself in anderen Bereichen

Beim Thema Finanzen ist es oft verschmäht, wobei es in anderen Bereich völlig normal ist die Dinge selbst zu machen. Man wechselt selbst die Zündkerzen oder Reifen am Wagen. Man verlegt selbst das Laminat. Man kocht regelmäßig selbst. Alles Dinge, die doch irgendwie jeder können muss, oder? Auch, wenn viele Menschen diese Dinge privat machen, weil sie Ihnen Freude bereiten, so ist der Grundgedanke dahinter doch meistens, dass es schlichtweg zu teuer wäre jedes Mal in die Werkstatt zu fahren, die Parkettleger zu engagieren oder Essen zu gehen oder zu bestellen.

Do-it-yourself bei den eigenen Finanzen

Bei den eigenen Finanzen gibt es diesen Gedanken oft nicht. Er wird durch die Banken bewusst unterdrückt, indem sie ihre Beratung kostenlos anbieten und diese Kosten in den Produkten verstecken, welche dann die Performance auffressen. Noch dazu werden einem ausschließlich Produkte angeboten. Eine wirkliche Finanzplanung haben die Berater meist selbst nicht (ja, ich spreche als Bankkaufmann aus Erfahrung). So kann es auch gut sein, dass man aufgrund des Vertriebdrucks des Beraters letzten Endes schlechte Geldanlagen und zu viele Versicherungen besitzt.

Natürlich muss das alles nicht sein. Allerdings ist es nur logisch, dass das Wohl der Bank oder des Versicherers und damit des Arbeitgebers dem Berater mehr am Herzen liegt als das Wohl des Kunden.

Finanzplanung
Lasse kein Geld entwischen durch fremdgeführte Finanzplanung

Was kann ich erreichen?

Dabei gehen wir einfach mal von einer Sparrate von 200€ aus, was ja jeder so ungefähr im Schnitt im Berufsleben hinkriegen sollte. Diese werden dann 45 Jahre lang bei 7,5% p.a. eingezahlt. So erhält man eine Endsumme von 898.989,98€. Unter Einbeziehung von Steuern und Kosten eines ETFs kommen wir auf 505.694,89€, was bei 2% Inflationen einer Kaufkraft Stand heute von 322.889,31€ entspricht.

Erhöht man Sparrate und Rendite durch finanzielle Bildung, so ist noch deutlich mehr möglich. Schafft man es 500€ monatlich zu sparen, diese Sparrate bei Gehaltssteigerungen jedes Jahr um 2% zu steigern und es zu 10% p.a. anzulegen, so hat man am Ende ein Vermögen was nach heutiger Kaufkraft 1.801.112,32€ entspricht.

Was spare ich durch eigene Finanzplanung + Geldanlage

Ich vergleiche die obigen Beispiele nun mit der alternativen „Geldanlage“ auf dem Sparbuch oder dem Tagesgeld und mit der Geldanlage mit einem teuren aktiven Fonds einer Bank.

„Geldanlage“ auf Sparbuch und Tagesgeld

Hier gibt es zur Zeit keine Zinsen. Es zählen also nur die Einzahlungen. Natürlich ist dies eine historische Situation aktuell. Deswegen gehe ich perspektivisch mal von einer Rendite von 0,5% p.a. aus. Dabei kommen ein Vermögen nach 45 Jahren und in heutige Kaufkraft umgerechnet von 1. 48.803,49€ statt 322.889,31€ und 2. 189.916,43€ statt 1.801.112,32€.

Geldanlage über Bankberater

Gehen wir mal davon aus, man nimmt das beste Anlageprodukt, was eine Bank so zu bieten hat. Das wäre dann wahrscheinlich ein weltweit gestreuter aktiv gehandelter Aktienfonds. Statt den 7,5% p.a. schafft dieser in Schnitt vielleicht 8% p.a. Dies ist allerdings die Rendite vor Kosten. Statt den 0,2% laufender Kosten p.a. beim ETF, die ich in den obigen Beispielen veranschlagt habe, haben aktive oft laufende Kosten von 2% sowie einen einmaligen Ausgabeaufschlag bei Kauf von gut und gerne 4%. Hieraus ergeben sich Vermögen in heutiger Kaufkraft von 1. 235.897,01€ statt 322.889,31€ und 2. 812.272,11€ statt 1.801.112,32€.

Kosten im Vergleich zu anderen Bereichen

Sich gar nicht oder falsch um seine Finanzen zu kümmern, kann also im Laufe eines Lebens gerne mal 1 Mio. € kosten. Wie steht es aber mit den anderen Bereich, die ich oben genannt habe? Wer in seinem Leben 4 mal umzieht und immer 50 m² neues Laminat oder Parkett legen lässt zahlt dem Handwerker dafür inkl. Preissteigerung 7.368,01€, wer Zündkerzen und Bremsen nicht selber wechselt zahlt 1.842,00€ und selbst wer jeden Tag auswärts für 15€ essen geht zahlt dafür mit 393.612,59€ deutlich weniger als die Opportunitätskosten für schlechte Finanzplanung. Warum also gerade die Handwerkerbeispiele in der Gesellschaft so vertreten sind, ist mir komplett schleierhaft. Selbst wenn man ein Eigenheim hat und dort alles komplett machen lässt dürften im Laufe des Lebens wahrscheinlich keine 200.000€ zusätzlich anfallen.

Fazit

Wer Schuld ist hat die Macht. Wenn bei der persönlichen Finanzplanung etwas schief geht, dann bist du selber schuld. Der Vorteil ist allerdings, dass du dann auch die Macht darüber hast wie sehr dein Geld für dich arbeitet. Geld ist gedruckte Freiheit, das hört man immer wieder und es stimmt meiner Meinung nach auch. Insofern sollte jeder versuchen zumindest einen ETF-Sparplan einzurichten. Dieser bringt die Rendite des Marktes mit, ist günstig und absolut zeitsparend. Damit kann jeder ein kleines bis großes Vermögens bis zur Rente aufbauen. So muss man sich nicht um die Rente sorgen und hat auch größere Freiheit in seinen Lebensentscheidungen und an manchen Stellen vielleicht mal öfter Essen zu gehen statt selber zu kochen.

In diesem Sinne, erlangt finanzielle Freiheit durch finanzielle Bildung!

Bis bald!

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