Wie findest du den richtigen ETF? Mein Vorgehen erklärt!

Hallo zusammen! Ich habe mir passend zu meiner Dividendenstrategie bereits einige ETFs herausgesucht, die ich interessant finde. Welche dies genau sind erfährst du in diesem Artikel. Nun hat jeder Investor aber andere Strategien. Deswegen möchte ich hier einmal grundlegend erklären, wie ich bei der Suche nach passenden ETFs vorgehe und alle Kriterien dabei erklären. Wenn du wissen willst worin sich ETFs unterscheiden und welche Unterschiede in welcher Hinsicht wichtig sind, dann lies dir diesen Artikel durch. Danach wirst du in der Lage sein entsprechend deiner Vorlieben einen ETF herauszusuchen. Viel Spaß beim Lesen!

Mit welchem Tool suche ich?

Wenn ich entsprechend meiner Strategie einen passenden ETF suche, dann führt mich meine Suche immer zu justetf.com. Auf dieser Homepage habt ihr eine super Suchmaschine für ETFs. Hier sind sehr viele ETFs hinterlegt und über eine Kriterienauswahl könnt ihr sehr gut die ETFs herausfiltern, die für euch interessant sind. Da vor allem Neulinge von diesen Kriterien oft überrumpelt sind und nicht genau wissen, was sich dahinter verbirgt, soll dieser Post einmal genau das erklären.

Wenn du dir unsicher bist, ob du ETFs und Indexfonds so richtig verstehst, kann ich dir hierzu auch Souverän investieren mit Indexfonds* von Gerd Kommer empfehlen. Es gilt sozusagen als Bibel in diesem Bereich und ich finde es gut wie wissenschaftlich er an alles herangeht. Hier bekommst du ganz genau dargelegt wie du deine Rendite mit ETFs maximieren kannst.

Die relevanten Kriterien erklärt

Ein paar Kriterien habe ich weggelassen, da sie entweder selbsterklärend oder auch beinahe irrelevant sind und nur persönliche Vorlieben darstellen. Die wichtigen Kriterien, die auch Auswirkung auf ETFs haben, habe ich nachfolgend dargestellt. Ihr findet diese Kriterien in der linken Suchleiste auf justetf.com.

Anlageklassen

Zunächst müsst ihr einmal auswählen mit welchen Anlageklassen sich der ETF beschäftigen soll. Die meisten kommen zum Thema ETFs ja über Aktien. Allerdings gibt es beispielsweise auch ETFs zu Anleihen, Rohstoffen und Immobilien.

Passender ETF je Broker

Bevor ihr einen ETF kaufen könnt, braucht ihr natürlich einen Broker. Dieser führt euer Depot. Nun kann es natürlich sein, dass der Broker bei euch schon feststeht, weil ihr euch bereits den besten ausgeguckt habt oder bereits Investor seid. Dann sind zwei Kriterien besonders wichtig, die genau darauf abzielen.

Sparplanfähigkeit

ETFs werden zumeist in Sparplänen erworben. So helfen sie beim Vermögensaufbau und sind in dieser Form auch meist günstiger oder kostenlos. Nun kann es jedoch sein, dass gewisse ETFs nicht bei jedem Broker sparplanfähig sind. Ähnlich wie bei Aktien muss der Broker nämlich in diesem Fall selber Anteile des ETFs halten, um Bruchstücke an Anteilen gewährleisten zu können. Unter diesem Punkt könnt ihr dann euren Broker auswählen, der in Frage kommt.

Den richtigen ETF finden
ETFs eignen sich sehr gut, um automatisiert Vermögen aufzubauen

Aktions-ETFs

Gerade bei ETFs die häufiger Vorkommen (z.B. auf den MSCI World) kann es sein, dass gewisse ETFs Aktions-ETFs sind. Dies bedeutet, dass der ETF kostenlos bespart werden kann, da der Herausgeber des Fonds Gelder einsammeln möchte. Hierfür schließt er ein Abkommen mit verschiedenen Brokern, welche dann die Gebühren für eine gewisse Aktionszeit streichen. Hier könnt ihr also auswählen, bei welchen Brokern ETFs kostenlos sein sollen. Dieser Punkt verliert natürlich mit neu aufkommenden Brokern, welche nur kostenlose ETFs anbieten (z.B. Trade Republic) an Bedeutung. Seid ihr allerdings bei einem Broker, der dies nicht tut, und wollt ihr nicht wechseln, dann könnt ihr hier nach eurem bestehenden Broker suchen.

Überlebenschancen

Wenn sich ein ETF nicht rentiert, dann kann es sein, dass er wieder aufgelöst wird. Wird ein ETF abgewickelt, dann werden euch entsprechend eurer Anteile Guthaben ins Depot gebucht. Damit müsst ihr dann einen neuen Fonds besparen. So können euch zusätzlich ein wenig Arbeit und vor allem Gebühren entstehen. Um dies zu vermeiden kann man zwei bestimmte Filter setzen.

Alter

Je älter ein Fonds ist und umso länger er bereits läuft desto wahrscheinlicher ist es, dass er auch weiterhin laufen wird. ETFs werden nicht ewig künstlich von der Fondsgesellschaft am Leben erhalten. Ist der ETF schon sehr alt, kann man davon ausgehen, dass er seine Ziele in irgendeiner Form erreicht.

Fondsgröße

Fonds haben prozentuale Verwaltungsgebühren. Sprich, umso größer ein ETF ist, also je mehr Vermögen er verwaltet, desto mehr Gebühren heimst er ein für so ziemlich die gleiche Arbeit. Man sagt, dass ein Fonds so am 100 Mio. € rentabel ist. Setzt den Filter auf Fonds, die mehr als 100 Mio. € verwalten und ihr habt einen guten Schutz gegen eine ungewollte Verwertung eures ETFs.

Ausschüttungsart

Auf irgendeine Weise ist man immer am Gewinn von Aktien und somit auch von ETFs beteiligt. Entweder über Kursgewinne oder Dividende. Bei ETFs gibt es ebenfalls einen solchen Unterschied. Entweder schütten die Fonds die erhaltene Dividende von den Unternehmen an euch aus oder sie behalten diesen Cashflow und kaufen davon mehr Aktien für den Fonds, sodass dieser mehr wert wird und auch eure Anteile an Wert gewinnen. Die Wiederanlage nennt man Thesaurierung.

Thesaurierende Fonds hatten früher den großen Steuervorteil, dass man erst bei Verkauf versteuern musste und das Geld so länger für einen Arbeiten konnte. Nun muss man über eine bestimmte Berechnung auch thesaurierende Fonds versteuern, sodass dieser Steuervorteil wegfällt. Da auch die Gebühren bei der Wiederanlage von Ausschüttungen des Fonds mittlerweile verschwindend gering sind, ist die Entscheidung bei der Ausschüttungsart beinahe eine rein persönliche. Entscheidet euch einfach, ob ihr möglichst wenig Arbeit mit eurer Geldanlage wollt oder lieber den psychologischen Vorteil der regelmäßigen Ausschüttung mögt.

Replikationsmethode

Ein ETF ist meist ein Indexfonds und Indexfonds bilden eins zu eins einen bestimmten Index ab, was man Replikation nennt. Um diese Replikation durchzuführen gibt es verschiedene Methoden.

Physisch

Zum einen kann der ETF den Index physisch replizieren. Das bedeutet, dass die Aktien, welche im Index enthalten sind, in der Tat im gleichen Verhältnis eingekauft werden. Man hat über den ETF also einen Anteil an einem tatsächlichen Kreditportfolio. Nachteil ist, dass bei diesen vielen Aktienkäufen die Gebühren des Fonds meist höher sind. Viele Leute fühlen sich jedoch hiermit sehr viel wohler als mit der nachfolgenden Methode.

Swap-basiert

Über so genannte Swaps kann man ebenfalls die Performance eines ETFs abbilden. Besonders bei Indizes, welche keine Dividende mit einbeziehen funktioniert dies sehr gut. Diese Methode funktioniert wie folgt: Statt die Aktien tatsächlich zu kaufen, kauft der Fondsanbieter beispielsweise ein Immobilienportfolio, welches eine ganz andere Rendite erwirtschaftet. Dann tauscht (engl. = to swap) er mit einem Partner diesen Ertrag gegen den Ertrag, den der Index erwirtschaften würde und repliziert für Anleger auf diese Weise den zugrundeliegenden Index.

Auch, wenn diese Methode günstiger ist, hat man hier zusätzlich das sogenannte Kontrahentenrisiko. Der Kontrahent ist derjenige, mit dem der Swap abgeschlossen wird. Auch dieser kann pleite gehen und kann dann seinen Vertragsverpflichtungen nicht mehr nachkommen.

Fondsdomizil

Hier doch noch ein Steuerspartipp. Je nach Fondsdomizil, also je nach Land in dem der Fonds aufgelegt ist, müsst ihr unterschiedlich hohe Quellensteuer zahlen. Als Deutscher ist besonders Deutschland, Irland und Luxemburg attraktiv, da hier keine Quellensteuer erhoben wird. Ihr müsst dann lediglich die deutsche Kapitalertragssteuer zahlen.

Währungssicherung

Kursschwankung aufgrund der Aktien genügen den meisten Anlegern. Möchte man möglichst wenig Kursschwankungen aushalten müssen, sollte man seinen Fonds in der Heimatwährung kaufen, bei uns Euro. Ansonsten kann es passieren, dass bspw. der Dollar gegenüber dem Euro schwächer wird und wenn der Fonds dann in Dollar geführt wird, so wird der Inhalt des Fonds logischer Weise auch schwächer.

Umgehen kann man dieses Problem ansonsten auch mit Währungssicherungen. Grob gesagt gibt es Finanzinstrumente, die hier als Versicherungen dienen. Sie gleichen die Kursschwankungen aufgrund der Währung aus. Diese Versicherung kostet allerdings wiederum Geld und meiner Meinung nach sind sie unnötig. Innerhalb eines ETFs sind meistens so viele internationale Unternehmen, dass sowieso alle möglichen Währungen zumindest indirekt über die Gewinne der Unternehmen Einfluss auf den Fonds haben. So ist man wiederum aber auch bereits stark bzgl. regionaler Disruptionen diversifiziert.

Eine Entscheidung treffen

Habt ihr all eure Filter auf justetf.com gesetzt, bleiben vielleicht noch eine Hand voll ETFs übrig. Hier könnt ihr dann stumpf nach dem günstigsten suchen und müsst nicht mehr alle anderen Kriterien gleichzeitig im Auge behalten.

Wie habe ich nach meinen ETFs gefiltert?

In diesem Beitrag habe ich bereits erklärt, welche Dividendenstrategie-ETFs ich für monatliche Dividende bespare. Jetzt möchte ich noch zum besten geben, wie ich die Filter gesetzt habe, um diese zu finden. Grundsätzlich wählte ich Aktien-ETFs mit Schwerpunkt auf Dividendenstrategie. Danach sollten sie bei meinem Broker natürlich sparplanfähig sein, wobei ich keinen Wert auf Aktions-ETFs legte, da diese Boni ohnehin temporär sind. Weiter wollte ich ausschüttende ETFs, da eine Dividendenstrategie sonst auch keinen Sinn macht und ich regelmäßigen Cashflow motivierend finde. Fondsgröße und Alter waren mir relativ egal, da ich es nicht als solch großen Schrecken sehe ausgezahltes Geld neu zu investieren. Notfalls kann man es über höhere Sparpläne einfach wieder einzahlen. Der Anbieter war mir zwar völlig egal, allerdings sollte der ETF aus einem steuereinfachen und -günstigen Land kommen. Währungssicherungen habe aus oben genannten Gründen nicht mit reingenommen.

Also wie schaut es bei euch aus? Worauf legt ihr Wert bei euren ETFs? Lasst uns doch dazu gern unter meinem verlinkten YouTube-Video ganz oben in den Kommentaren diskutieren! Ansonsten hoffe ich, dass ich euch unterhalten konnte und ihr Spaß beim Lesen hattet.

LG Kai

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